Viele Stellen für Praktikum und Referendariat 2023

Studierende und Examensabsolventinnen erwartet auch im Jahr 2023 ein vielfältiges und zahlreiches Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten in Kanzleien, wie die azur100-Top-Arbeitgeber-Recherche zeigt. Demnach planen Wirtschaftskanzleien nochmal mehr Stellen für Praktikanten und Referendarinnen als bisher. Die Liste mit den meisten Jobs führen die Top-Einsteller Freshfields Bruckhaus Deringer und CMS Hasche Sigle an.

Das Studium der Rechtswissenschaften ist lang und sehr theoretisch. Im Schnitt benötigt ein Studierender elf Semester bis zum ersten Staatsexamen. Wie die Arbeit nach dem Berufseinstieg aussieht, hat allerdings wenig mit dem Unialltag zu tun. Im Praktikum und Referendariat können angehende Juristinnen und Juristen wertvolle Einblicke in den Beruf des Wirtschaftsjuristen erhalten.  

Großkanzleien bieten die meisten Praktikumsplätze

Je größer die Kanzlei, desto mehr Studierende haben in der Regel die Chance auf eine Stelle für ein Praktikum. Allen voran geht die größte deutsche Kanzlei CMS Hasche Sigle. Sie stockte das Praktikumsangebot für 2023 nochmals auf und plant mit 250 freien Stellen. Aber auch andere Großkanzleien geben jungen Juristinnen und Juristen die Möglichkeit, schon während des Studiums Einblicke in den Berufsalltag zu erhalten. Mehr als 100 Praktikumsplätze plant etwa die deutsche Kanzlei Noerr, aber auch Kanzleien mit amerikanischer oder britischer Herkunft wie White & Case und Linklaters oder internationale Einheiten wie Baker McKenzie stellen im Jahr 2023 ähnlich viele Praktikanten ein.

Viele Plätze für das Rechtsreferendariat

Auch für die Anwaltsstation im Referendariat haben Wirtschaftskanzleien in 2023 erneut viele Plätze zu vergeben. Freshfields Bruckhaus Deringer beschäftigt insgesamt 560 Volljuristen in Deutschland und ist zudem besonders ausbildungsfreudig: Sie plant mit 450 Stellen für das Referendariat die meisten. Andere Großkanzleien wie Hogan Lovells oder Gleiss Lutz vergeben ebenfalls viele Jobs für die Anwaltsstation. Im Verhältnis zu ihren fest angestellten Associates bieten beide nahezu halb so viele Jobs für Referendarinnen und Referendare.

Das zweijährige Referendariat nach dem ersten Staatsexamen bereitet die Referendare auf die Berufe des Richters, der Staatsanwältin und der Rechtsanwältin vor. Während dieser Zeit absolvieren sie neben Stationen bei der Staatsanwaltschaft und in der Verwaltung auch eine neun- bis zehnmonatige Ausbildung bei einem Rechtsanwalt, um dort die Aufgaben in der Rechtsberatung von Mandanten kennenzulernen. Diese Station nutzen viele, um Wirtschaftskanzleien als Arbeitgeber kennenzulernen.

Berufliches Netzwerken im Fokus

Der Kanzleimarkt ist bemüht, den juristischen Nachwuchs auszubilden und früh an die eigene Organisation zu binden, sei es durch Praktikumsprogramme oder durch attraktive Angebote im Referendariat.

Bei sogenannten ‚Summer Schools‘ oder in umfassenden Praktikumsprogrammen erhalten oft mehrere Praktikanten gleichzeitig Einblicke in den beruflichen Alltag. Praktische Erfahrungen sammeln sie durch die erste Mitarbeit an Mandaten oder bei Gerichtsterminen. Darüber hinaus fördern Kanzleien durch verschiedene fachliche Vorträge, Workshops und gezielte Examensvorbereitungskurse das rechtswissenschaftliche Wissen der Teilnehmenden. Einige veranstalten Moot Courts und Workshops, in denen das Training von Soft Skills im Vordergrund steht, etwa ein selbstsicheres Auftreten oder Verhandlungstaktiken. Ein wichtiger Bestandteil vieler Programme ist das Netzwerken innerhalb der Kanzlei: Bei diversen Veranstaltungen können die Studierenden Kontakte zur Kanzleiwelt knüpfen.

Auch während der Anwaltsstation im Referendariat steht neben der konkreten Arbeit an Fällen und dem Kontakt zum Mandanten das Networking im Vordergrund. Dafür organisieren Kanzleien etwa Referendar-Lunches oder Events zum stärkeren Austausch mit den Partnern und Associates. Für beide Seiten bietet dies eine gute Gelegenheit, um spätere Berufsperspektiven auszuloten. Auch die Vorbereitung für das zweite Staatsexamen zählt bei vielen Kanzleien zum Angebot für Referendare. Bei externen Anbietern wie Kaiserseminare können die angehenden Juristinnen und Juristen Probeklausuren schreiben oder Aktenvorträge üben.

Individuelle Einblicke bei kleineren Kanzleien

Im Vergleich zu den großen Wirtschaftskanzleien können kleinere Kanzleien in der Regel nicht so umfangreiche Programme für Studierende oder im Referendariat anbieten. Gleichwohl lohnt sich der Praxiseinblick auch hier. Viele bieten zwar nur ein oder zwei Stellen an, dafür erfahren sowohl Praktikanten als auch Referendarinnen oftmals die direkte Betreuung durch einen Partner oder eine Partnerin.


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