Hogan Lovells

Top-Arbeitgeber: 4 Sterne


Internationale Kanzlei mit Herz für die Ausbildung

Eine Frage des Standorts. Ist das wirklich dieselbe Kanzlei? „Sehr gute Führungskultur“, „fantastisches Team“ und „durchweg positives Arbeitsumfeld“, urteilen einige Associates in der aktuellen azur-Umfrage. „Der Ton wird rauer“, heißt es an anderer Stelle. Letzteres ist nicht bloß eine subjektive Frage, sondern auch eine Folge unterschiedlichen Managements. So hat sich das Frankfurter Büro einen strikteren Dresscode und mehr Büropräsenz verordnet – „ein Signal des Misstrauens gegenüber den angestellten Anwälten“, findet ein Frankfurter Associate. „Nicht zeitgemäß und bevormundend“, ein anderer. Ein weiterer kritisiert die fehlende Einbindung der Associates und resümiert: „Von der ehemaligen ‚Friendly Firm‘ ist leider nicht mehr viel übrig.“ So ist es wenig verwunderlich, dass die Noten für Gesamtzufriedenheit und Betriebsklima unter dem Marktdurchschnitt liegen. Doch es gibt auch Lichtblicke: Mit der Internationalität und dem Gehalt sind die Associates überdurchschnittlich zufrieden.

Viel Einsatz für den Nachwuchs. Viel Lob erhält Hogan Lovells vor allem von ehemaligen Praktikanten und Referendaren. In der azur-Bewerberumfrage heben sie die „sehr angenehme Arbeitsatmosphäre“, den „wertschätzenden Umgang“ und die „spannenden Aufgaben“ hervor. Neuerdings bietet die Kanzlei in Zusammenarbeit mit dem Energieunternehmen Statkraft ein Referendarprogramm an, das Großkanzlei und Industriepraxis miteinander verzahnt. Dafür absolvieren Referendare ihre Anwaltsstation in der Kanzlei und wechseln anschließend für die Wahlstation direkt in das Unternehmen. Auch für Praktikanten legt Hogan Lovells nach: Ab Sommer 2026 soll ein neues, strukturiertes Programm mit festen Slots starten, das sich gezielt an Studierende ab dem vierten Semester richtet und einen besonderen Fokus auf Legal Tech und KI legt.

Karrierestau und Kommunikationsprobleme. Eine Baustelle bleiben aus Associate-Sicht die Partnerchancen: „In den vergangenen Jahren gab es kaum Beförderungen oberhalb der Senior-Associate- Ebene, während einige Partner und Counsel eingekauft wurden. Das ist ziemlich frustrierend, weil dadurch Karrieremöglichkeiten fehlen“, bemängelt ein Umfrageteilnehmer. Gleich mehrere Associates wünschen sich „noch gezieltere Förderung“, „transparentere Entscheidungsprozesse“ und eine „klarere Kommunikation über Erwartungshaltung und Beförderungskriterien“. Eine eindeutige Haltung wünschen sich vereinzelte Stimmen in der azur-Umfrage auch mit Blick auf die Trump-Administration. Im Zentrum der Kritik steht dabei, „dass die Kanzlei sich nicht offen und konsequent für ihre eigene Diversity-Richtlinie ausspricht“. Stattdessen würden „DEI-Initiativen im vorauseilenden Gehorsam eingestellt“. Zwar hat die Kanzlei zuletzt viel Zeit in Einzelgespräche und Mitarbeiterversammlungen mit ihren Associates investiert, trotzdem bewerten diese die Personalführung durch Vorgesetzte und die Kommunikation seitens ihrer Arbeitgeberin insgesamt als unterdurchschnittlich.

Neueinstellungen 2026
  • 55 bis 60 Volljuristen
  • 150 Referendare
  • 220 WiMis
  • 80 Praktikanten
43 % der neu Eingestellten sind ehemalige Referendare

Praktikum & Referendariat

Praktikanten und Referendare erwartet neben dem Training on the Job ein Mix aus Mentoring, Soft-Skills-Schulungen, Praxiseinblicken und Networking-Events. Referendare erhalten außerdem Unterstützung bei der Examensvorbereitung durch Kaiserseminare- beziehungsweise Hemmer-Repetitorien und die digitale Lernplattform Jurafuchs. Eine Besonderheit ist die neue Kooperation mit Statkraft, bei der Referendare die Anwaltsstation in der Kanzlei und die Wahlstation im Unternehmen absolvieren. Praktikanten werden künftig in einem strukturierteren Programm betreut, das im Sommer 2026 erstmals beginnt.


Ausbildung & Karriere

Die Kanzlei bietet ihren Associates ein umfangreiches, international angelegtes Weiterbildungsprogramm, das sie kontinuierlich erweitert – zuletzt etwa um KI-Workshops. Kernstück ist eine eigene Akademie. Sie bietet eine Mischung aus verschiedenen Konferenzen, die um Onlineangebote zu Fachthemen ergänzt werden können. Das Gesamturteil für die Weiterbildung fällt weiterhin leicht unterdurchschnittlich aus. Einerseits beklagen die Associates mangelnde Freiräume, um die Angebote auch nutzen zu können, andererseits wünschen sie sich ein noch maßgeschneiderteres Angebot. Die Karriereleiter sieht bei Hogan Lovells vier Stufen vor: Associate, Senior Associate, Non-Equity-Partner und letztlich Vollpartner, wobei die Kanzlei den genauen Partnerstatus nicht offenlegt. Um bereits Senior Associates auf ihrem Karriereweg besser zu unterstützen, hat sie ein neues Mentoringprogramm ausgerollt. Dabei wählen die Associates ihre Mentoren selbst, basierend auf ihren individuellen Zielen und Bedürfnissen.


Arbeit, Leben & Familie

• Kooperation mit externem Familienservice; Bereitstellung von Kitaplätzen

• Umfangreiche Well-being-Angebote wie Fitness- und Gesundheitskurse sowie regelmäßige Gesundheitschecks; Jobrad-Leasing

• Workshops für mentale Gesundheit, mentale Ersthelfer und kanzleieigene Mental-Health-App

Stand: Druckausgabe von azur100 2026 mit Erscheinungsdatum 20.03.2026 (Ausnahme: Gehalt, dieses wird regelmäßig aktualisiert). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik

Das azur Urteil
  • Referendarausbildung 3 Sterne

  • Associate-Ausbildung 4 Sterne

  • Legal-Tech- und KI-Einsatz 4 Sterne

  • Associate-Zufriedenheit 4 Sterne

  • Gehalt 4 Sterne

  • Aufstiegschancen 2 Sterne

  • Karriere und Familie 2 Sterne

  • Betriebsklima 2 Sterne

  • Internationalität 4 Sterne

Lob der eigenen Associates

  • „Gute Stimmung, freundliche und aufgeschlossene Menschen, hohe Motivation und guter Teamspirit”

  • „Moderne und zukunftsorientierte Großkanzlei, die sich stetig versucht weiterzuentwickeln.”

  • „Sehr offen für Ideen, Innovation und auch kritisches Feedback; viel Unterstützung für Teilzeitmodelle und sehr flexibel – alles in allem mein Traumjob.”

Kritik der eigenen Associates

  • „Die Stimmung leidet derzeit sehr unter dem Umsatzdruck aus den USA.”

  • „Wenig Angebote für die Ausbildung von Junior Associates.”

  • „Es werden lieber Externe in höheren Positionen geholt, als die eigenen Leute befördert.”

Standorte in Deutschland: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München

Anwälte in Deutschland: 78 Partner, 103 Counsel, 319 Associates und 7 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 39,0 %; Vollpartnerinnenquote unbekannt

Internationale Präsenz: Die voll integrierte Kanzlei beschäftigt weltweit mehr als 2.800 Anwälte. Diese arbeiten an über 40 Standorten, unter anderem in New York, Tokio, Sydney, Brüssel und London.