Fünf-Sterne-Praktikum für Juristen
Nur drei Kanzleien kommen in der Bewertung der azur-Redaktion auf die volle Punktzahl beim Thema Praktikum. Die Angebote im Markt sind sehr unterschiedlich, mehrwöchige Summerschools oder umfangreiche Lernangebote bieten inzwischen viele Arbeitgeber.
Mit Clifford Chance und Linklaters sind zwei internationale Spitzenkanzleien besonders gut bewertet, die beide in den Top 10 der azur-Liste einen Stammplatz haben. Sie optimieren ihr ohnehin gutes Angebot von Jahr zu Jahr mit kleinen Verbesserungen. Clifford Chance – die auch für ein besonders gutes Referendariat bekannt ist – hat zuletzt eine Jura-Lern-App zu ihrer Angebotspalette hinzugefügt. Linklaters hingegen bietet jetzt auch Praktikumsplätze im Wachstumsgebiet ‚Legal Operations‘ an.
Dritte im Bunde ist Oppenhoff & Partner, deren Sommerpraktikum nach Einschätzung der azur-Redaktion „zu den besten am Markt“ zählt. Bei Oppenhoff arbeiten Studierende sechs Wochen in zwei Fachbereichen in Köln oder Frankfurt mit, belegen Workshops zu Fachthemen und Soft Skills wie Körpersprache und Rhetorik oder nehmen an Moot Courts teil. „Man lernt sehr viel über die Funktionsweise einer Großkanzlei und erhält tiefe Einblicke in die Fachbereiche“, lautet eine Rückmeldung in der azur-Bewerberumfrage.

Ganze sieben Kanzleien sind in puncto Praktikum mit vier von fünf Sternen im Verfolgerfeld. Darunter befinden sich nicht nur internationale Großkanzleien, die stets viel in Ausbildungsprogramme investieren, sondern auch Fieldfisher oder FPS Fritze Wicke Seelig, die jeweils interessante Angebote vorhalten: Fieldfisher etwa ein durchdachtes Sommerprogramm für Studierende auch mit niedriger Semesterzahl, FPS ein Gruppen-Event mit Case Studies und Mandatsarbeit.
Referendare im Vorteil
Nicht alle juristische Arbeitgeber stellen das Praktikum so sehr in den Fokus wie das Referendariat. Bei Letzterem sind die Angebote und der Aufwand, der betrieben wird, oftmals größer. Nicht allen Kanzleien leuchtet es ein, dass die Praktikanten von heute die Referendare von morgen und die Associates von übermorgen sein könnten. Wichtigste Hürde: Mitten im Studium sind die juristischen Kenntnisse der Praktikanten meistens noch nicht so wertvoll. Sie sind nicht so vielfältig einsetzbar wie ein Referendar, der ja immerhin schon die erste Staatsprüfung bestanden hat. So verzichten einige Kanzleien sogar ganz darauf, Praktikantinnen und Praktikanten einzubinden. Latham & Watkins etwa setzt auf ein modulares Programm für Studierende, um sie an die Arbeit in einer internationalen Großkanzlei heranzuführen.
Du suchst einen Praktikumsplatz in einer Kanzlei oder einem Unternehmen? Dann sieht dir alle azur100 Top-Arbeitgeber an, die mindestens drei Sterne von der azur-Redaktion erhalten haben.