Oppenhoff & Partner
Top-Arbeitgeber: 4 Sterne
Mit vereinten Kräften
Neustart nach Kahlschlag. „Die Kanzlei hat harte Zeiten hinter sich. Die Standortschließung in Hamburg schmerzt – sowohl menschlich als auch aufgrund des ambitionierten Wachstumskurses“, schreibt ein Teilnehmer der azur-Umfrage und bringt damit die Stimmung bei Oppenhoff auf den Punkt. Ende 2024 zog die Kanzlei einen Schlussstrich unter ihr Engagement in der Hansestadt. Zwar machte Oppenhoff den dortigen Berufsträgern das Angebot, in die verbliebenen Büros in Köln oder Frankfurt zu wechseln, doch das Ergebnis war ernüchternd: Sämtliche Anwälte wechselten zu Wettbewerbern im Norden. Während die Standortschließung für die einen „nicht nachvollziehbar“ ist, sehen andere sie als „Chance, um Kräfte zu bündeln und wieder mit voller Mannstärke anzugreifen“. Mit Blick auf die Gesamtzufriedenheit und das Betriebsklima hat das vergangene Jahr jedenfalls Spuren hinterlassen: In der azur-Umfrage vergeben die Associates in beiden Kategorien unterdurchschnittliche Noten. Um die Reihen zu schließen und den Teamgeist zu befeuern, setzt die Kanzlei verstärkt darauf, unterschiedliche Berufsgruppen enger zu verzahnen.
Wirtschaftsjuristen willkommen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Wirtschaftsjuristinnen und -juristen, von denen Oppenhoff auch 2026 einige einstellen will. Diese oft als reine Zuarbeiter verkannte Gruppe erhält eine klare Aufwertung. Wirtschaftsjuristen werden wie Associates behandelt und etwa im Projektmanagement eingesetzt. Um auch dieser Berufsgruppe künftig konkrete Karriereperspektiven aufzeigen zu können, arbeitet die Kanzlei derzeit an einem standardisierten Karrieretrack. Bereits jetzt ist der Aufstieg zum Junior Partner möglich, was in etwa dem Senior Associate in anderen Kanzleien entspricht – ein Novum im Kanzleienmarkt.
Moderate Arbeitsbelastung. Zwar bemängeln vereinzelt Anwälte den „gestiegenen Leistungsdruck“ und fordern „flexiblere Arbeitszeiten“ in der Kanzlei. Mit laut azur-Umfrage rund 53 Wochenarbeitsstunden liegen die Associates bei Oppenhoff gut eine Stunde über dem aktuellen Marktdurchschnitt. Die Arbeitsbelastung scheint die meisten von ihnen aber nicht zu sehr zu stören. Während der Zufriedenheitswert für die Work-Life-Balance im Marktdurchschnitt liegt, vergeben die Associates für ihre Arbeitsbelastung und die Vereinbarkeit von Karriere und Familie sogar überdurchschnittliche Noten. Besonders häufig äußern die Umfrageteilnehmenden allerdings den Wunsch nach „Karrieremöglichkeiten außerhalb der Partnerschaft“ und vergeben hier eine ziemlich unterdurchschnittliche Note. Eine Counsel-Position oder ähnliches als alternatives Modell zum Partner bietet Oppenhoff bisher nicht an.
- 12 bis 18 Volljuristen
- 20 Referendare
- 21 WiMis
- 12 Praktikanten
Praktikum & Referendariat
Für Studierende gibt es die sechswöchige ‚Sommeruni‘: Sie arbeiten sechs Wochen in zwei Fachbereichen in Köln oder Frankfurt mit, lernen Transaktions- und Verhandlungsmanagement, nehmen an einem Moot Court teil, erhalten ein Bewerbertraining, können Legal-English-Kurse besuchen und entwickeln ein eigenes Legal-Tech-Produkt. Als „rundum spitze“ beschreibt ein ehemaliger Praktikant das Programm. Im Referendariat bietet die Kanzlei Repetitorien, Klausurenkurse, Legal-Tech-Inhalte, E-Learnings und viele Zusatzleistungen wie Examenskoffer oder die Lern-App Jurafuchs. Die frühe Einbindung des Nachwuchses in Legal- Tech-Themen ist für eine Mittelstandskanzlei bemerkenswert.
Ausbildung & Karriere
Die Associates sind mit ihren Weiterbildungsmöglichkeiten überdurchschnittlich zufrieden. Das ist kein Wunder, denn Oppenhoff tut viel für die Ausbildung ihres Nachwuchses. Dieser lobt in der azur-Umfrage das „vielseitige Programm“ und das „kontinuierliche Fördern und Fordern“. Das strukturierte Ausbildungsprogramm umfasst Workshops zu fachlichen Rechts- und Branchenthemen, BWL- und Englischkurse, Soft-Skills- Seminare sowie Trainings zu Legal Prompting und Schulungen für die kanzleieigene KI. Daneben stellt Oppenhoff ein Budget für externe Fortbildungen in Höhe von 2.500 Euro pro Jahr sowie ein Literaturbudget in Höhe von 500 Euro pro Jahr zur Verfügung. Auf dem Weg in die Partnerschaft fördert sie Senior Associates mit Akquisetrainings, Business-Development- und Pricing-Workshops sowie Coachings. Nach drei Jahren als Associate und weiteren drei Jahren als Senior Associate erfolgt in der Regel der Aufstieg in die Salary-Partnerschaft. Eine Aufnahme in die Equity-Partnerschaft steht in der Regel nach insgesamt neun Jahren an – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen.
Arbeit, Leben & Familie
• Neben Teilzeit- auch Jobsharing-Modelle
• Kooperation mit Fröbel-Kindergärten
• Umfangreiches Gesundheits- und Sportprogramm, inklusive jährlicher Sportwoche mit Angeboten wie Beachvolleyball, Bouldern oder Salsa
Stand: Druckausgabe von azur100 2026 mit Erscheinungsdatum 20.03.2026 (Ausnahme: Gehalt, dieses wird regelmäßig aktualisiert). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik
Standorte in Deutschland: Frankfurt und Köln
Anwälte in Deutschland: 26 Vollpartner, 17 Non-Equity-Partner, 47 Associates und 10 of Counsel
Frauenanteil Anwälte: 36,0 %; 19,2 % innerhalb der Vollpartnerschaft
Internationale Präsenz: Die Kanzlei bearbeitet einige internationale Mandate, hat jedoch selbst keine ausländischen Standorte. Dafür pflegt sie gute Kontakte zu befreundeten Kanzleien im Ausland.
Wer bei Oppenhoff anheuern möchte, der sollte überdurchschnittliche Examensergebnisse und sehr gute Englischkenntnisse im Gepäck haben, auch ein LL.M.-Abschluss oder Doktortitel sind gern gesehen. Punkten können Bewerberinnen und Bewerber zudem mit KI-Kompetenzen und Interesse für digitale Themen und Legal Tech. Um sicherzustellen, dass es auch auf menschlicher Ebene passt, führt Oppenhoff zwei Bewerbungsrunden durch. Beim Erst- und Zweitgespräch mit einer Partnerin oder einem Partner und einem jüngeren Teammitglied geht es um das Kennenlernen, fachliche Themen sowie die Erwartungen beider Seiten. Im Anschluss folgt ein Mittagessen mit zwei oder drei Associates. Teilnehmende der azur-Bewerberumfrage beschreiben das Verfahren als „unkompliziert“.
Associates:
1. Jahr: 120.000 Euro plus Bonus bis 5.000 Euro
Alle aktuellen Gehälter von Associates und Syndizi in verschiedenen Berufsjahren, im Referendariat und für die wissenschaftliche Mitarbeit findest du in unseren Gehältertabellen.
- Arbeitsrecht
- Außenwirtschaftsrecht
- Compliance-Untersuchungen
- Gesellschaftsrecht
- Konfliktlösung
- Nachfolge-, Vermögens-, Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsberatung
- Öffentlicher Sektor
- Regulierung
- Technologie und Medien
- Transaktionen (M&A, Private Equity und Venture Capital)
Bemerkung: Hier sind nur die Rechtsgebiete aufgelistet, die auch im aktuellen JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien auf www.juve.de bewertet werden.