Osborne Clarke

Top-Arbeitgeber: 5 Sterne


Tech-Kanzlei mit Gehaltsbaustelle

Wohlfühlfaktor unter Druck. „Hier arbeiten wirklich nette Menschen, die nebenbei hervorragende Juristinnen und Juristen sind“, bringt es ein Teilnehmer der azur-Associate- Umfrage auf den Punkt. In der Tat glänzt Osborne Clarke (OC) Jahr um Jahr mit überdurchschnittlichen Noten für Gesamtzufriedenheit und Betriebsklima. Der wachsende Unmut über das im Marktvergleich niedrige Gehalt schlägt inzwischen jedoch auf die interne Stimmung durch. „Auch wenn die Kolleginnen weiterhin die besten der Welt sind, ist die Stimmung gerade etwas angeschlagen“, resümiert ein Associate. Und weiter: „Wenn die Gehälter weiterhin nicht erhöht werden, die Arbeitsbelastung aber steigt, sind bald nur noch wenige bereit, sich extra einzusetzen.“ Das spiegelt sich auch in der azur-Umfrage wider: Während der Zufriedenheitswert in puncto Arbeitsbelastung noch leicht über dem Durchschnitt liegt, zeigen sich die OC-Anwälte mit ihrem Gehalt deutlich unzufriedener.

KI-Kompetenz als Alleinstellungsmerkmal. In Sachen Legal Tech und künstliche Intelligenz nimmt OC eine Vorreiterrolle ein. „1a KI- und Tech-Team mit wirklich fundiertem Wissen – bisher nirgends sonst im Markt gesehen“, heißt es dazu auch in der Associate-Umfrage. Um bei dem Thema alle mitzunehmen, durchläuft jeder neue Mitarbeitende bereits im Rahmen des Onboardings ein verpflichtendes Prompt-Training für das kanzleieigene KI-System. Während schon Referendare die Möglichkeit haben, ihre Wahlstation bei der Legal-Tech-Tochter OC Services (OCS) zu absolvieren, können nun auch Associates ein bis zu dreimonatiges KI-Secondment bei OCS antreten. Während dieser Zeit arbeiten Anwältinnen und Anwälte gemeinsam mit Legal Engineers, Projektund Produktmanagern an der Entwicklung und Implementierung neuer KI-Tools. Wer das Thema auch danach weiterverfolgen will, kann als sogenannter KI-Botschafter Teil einer kanzleiweiten Plattform werden, die wöchentlich rund 4 Stunden intensive Weiterbildung zu KI-Themen vorsieht. Dabei gestalten die Botschafter die KI-Strategie der Gesamtkanzlei aktiv mit, indem sie eigene interne Formate veranstalten und sich auch außerhalb der Kanzlei in KI-Fragen engagieren.

Neues Partnerschaftsmodell schafft Anreize. Anfang 2025 hat OC eine Salary-Partnerschaft eingeführt mit dem Ziel, dem Nachwuchs die Scheu vor dem Schritt in die Partnerschaft zu nehmen. Ein Vorstoß, der bereits nach kurzer Zeit Früchte zu tragen scheint: Während im Vorjahr lediglich rund ein Viertel der Umfrageteilnehmenden angab, eine Aufnahme in die Vollpartnerriege anzustreben, kletterte der Anteil in der aktuellen azur-Associate-Umfrage bereits auf 50 Prozent. Auch mit Blick auf Partnerchancen und alternative Karrieremöglichkeiten vergeben die jungen Anwältinnen und Anwälte in der azur-Umfrage Bestnoten.

Neueinstellungen 2026
  • 35 bis 45 Volljuristen
  • 90 Referendare
  • 120 WiMis
  • 25 Praktikanten
26 % der neu Eingestellten sind ehemalige Referendare

Praktikum & Referendariat

Praktikanten und Referendare werden von Traineebeauftragten betreut und laufen in den Teams mit. Veranstaltungsformate wie der Trainee- Stammtisch fördern die Vernetzung untereinander. Ehemalige Praktikanten loben in der azur-Bewerberumfrage insbesondere die unmittelbare Einbindung und gute Betreuung. Neben dem Referendariat in einer der üblichen Praxisgruppen besteht seit Kurzem auch die Möglichkeit, das Referendariat bei den KI-Spezialisten der Kanzlei zu absolvieren. Zudem finanziert die Kanzlei ihren Referendaren Kaiser-Klausuren und bezuschusst Gesetzestexte und Kommentare für die Examensprüfung.


Ausbildung & Karriere

Kern der Weiterbildung ist ein kanzleieigenes Programm, das verschiedene Weiterbildungsformate bündelt, darunter Webinare zu Themen wie Zeiterfassung oder jährlich angepasste Soft-Skills-Trainings. Wer seine Englischkenntnisse verbessern möchte, kann dies etwa im Rahmen eines interaktiven Debattierformats tun. Für die Tech- und KI-Ausbildung ihrer Anwältinnen und Anwälte hat OC ein modulares Ausbildungsformat geschaffen, das sie über alle Karrierestufen hinweg begleitet und neben praxisorientierten Workshops und zielgruppenspezifischen Trainings auch Vorträge über die Tätigkeit in Innovationsprojekten auf Mandantenseite umfasst. Jährliche Feedbackgespräche sowie ausgebildete Coaches unterstützen die Anwältinnen und Anwälte auf dem Karriereweg, der zunächst vom Associate über den Senior Associate zum Counsel führt. Anschließend gibt es die Möglichkeit, entweder direkt in die Vollpartnerriege aufzusteigen oder den Weg über die Salary-Partnerschaft zu gehen. Alternativ ist der Counsel-Status eine langfristige Karriereoption.


Arbeit, Leben & Familie

• Zusätzlicher Urlaubstag für Eltern in den ersten 10 Lebensjahren ihrer Kinder an deren Geburtstag

• Kooperation mit Familienservice und Facharzt-Vermittler

• Alle 5 Jahre bezahltes 4-wöchiges Sabbatical möglich

• Bis zu 90 Tage Arbeiten in europäischen Auslandsbüros möglich

Stand: Druckausgabe von azur100 2026 mit Erscheinungsdatum 20.03.2026 (Ausnahme: Gehalt, dieses wird regelmäßig aktualisiert). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik

Das azur Urteil
  • Referendarausbildung 3 Sterne

  • Associate-Ausbildung 3 Sterne

  • Legal-Tech- und KI-Einsatz 5 Sterne

  • Associate-Zufriedenheit 4 Sterne

  • Gehalt 2 Sterne

  • Aufstiegschancen 4 Sterne

  • Karriere und Familie 4 Sterne

  • Betriebsklima 4 Sterne

  • Internationalität 3 Sterne

Lob der eigenen Associates

  • „Toller Spirit – fachlich sehr hohes Niveau und internationale Arbeit in einem Umfeld, in dem man sich wohlfühlen kann”

  • „Man hat Raum, sich weiterzuentwickeln, und wird fachlich wie persönlich gefördert.”

  • „Flache Hierarchien werden wirklich gelebt.”

Kritik der eigenen Associates

  • „Arbeiten im Shared Space funktioniert nicht immer optimal.”

  • „Kommunikation von Partner-/Management-Ebene in Richtung Associates und Counsel ist stark ausbaufähig.”

  • „Im aktuellen Marktumfeld ist das Gehalt für die erwartete Leistung nicht mehr angemessen.”

Standorte in Deutschland: Berlin, Hamburg, Köln und München

Anwälte in Deutschland: 74 Vollpartner, 1 Non-Equity-Partner, 36 Counsel, 173 Associates und 3 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 40,8 %; 18,9 % innerhalb der Vollpartnerschaft

Internationale Präsenz: Die Kanzlei beschäftigt weltweit mehr als 1.600 Anwälte, rund 900 davon in London. Sie hat 26 Standorte, unter anderem in New York, Mumbai und Schanghai.