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25.05.2004

Heidelberger Pioniere: Erste studentische Zeitschrift für Rechtswissenschaft

Heidelberger Jura-Studenten haben eine studentische Zeitschrift für Rechtswissenschaften gegründet, deren erste Ausgabe jetzt erschienen ist. Im vierteljährlichen Rhythmus wird die „StudRZ“ Beiträge veröffentlichen, die zum größten Teil auf Seminararbeiten von Studenten zurückgehen.Das erste Heft mit sieben Beiträgen kommt auf stattliche 168 Seiten und wurde von den Gründern um Chefredakteur Nicolas Nohlen im Eigenverlag herausgebracht und selbstständig vertrieben, anfängliche Auflage: 1.000 Exemplare. Ab der dritten Ausgabe, die für den Oktober 2004 geplant ist, soll der Titel in Kooperation mit einem etablierten juristischen Verlag erscheinen.
Dass Studierende einer Universität eine Zeitschrift herausgeben, ist nicht außergewöhnlich; auch juristische Fachzeitschriften gibt es in großer Fülle. Neu an der Heidelberger Initiative ist die Kombination aus beidem: In der StudZR bieten Studenten ihren Kommilitonen eine Plattform zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Beiträge. Damit die Qualität stimmt, kommen nur Seminararbeiten in Frage, die mit 17 Punkten oder besser bewertet wurden. Bei der Vorbereitung für die Publikation wird der Autor durch den Seminarleiter intensiv betreut, und schließlich kontrolliert der wissenschaftliche Beirat das Niveau der Beiträge.
Mit der Idee einer studentischen Jura-Zeitschrift hat sich Chefredakteur Nicolas Nohlen schon seit März 2003 beschäftigt. Ein wichtiges Ziel in der Konzeptionsphase war die Unterstützung durch die Professoren und wissenschaftlichen Assistenten der Universität – schließlich sollte ein wertvolles, im Idealfall zitierfähiges wissenschaftliches Produkt entstehen. Auch das Problem der Kontinuität einer Zeitschrift über mehrere Studenten-Generationen hinweg kann natürlich besser bewältigt werden, wenn der Lehrkörper die Idee mitträgt.
Nohlen, 22 Jahre alt und im 6. Fachsemester, hofft für die Zukunft, dass sich ein gewisser Automatismus einstellt, mit dem jüngere Semester die redaktionelle und organisatorische Arbeit ihrer Vorgänger fortsetzen. Als Vorbild könnten amerikanische Law Schools dienen, an denen vergleichbare Publikationen erscheinen und jährlich von als fähig ermittelten Studierenden betreut werden. Die Gründer-Redaktion der StudZR wird sich auf jeden Fall noch eine Weile um ihre Zeitschrift kümmern.
www.studzr.de