Luther

Top-Arbeitgeber: Platz 16

Deutsche Großkanzlei, bei der Ausbildung im Mittelpunkt steht

Ein Herz für Ausbildung und Legal Tech. Luther zählt zu den größten deutschen Kanzleien, die über alle Rechtsgebiete hinweg vor allem den lokalen Mittelstand berät. Sie ist eine der wenigen Großkanzleien, die sich zehn Standorte allein in Deutschland leistet. Die zum Teil noch konservative Partnerschaft befindet sich in einem Verjüngungsprozess. Umso überraschender ist es, wie wichtig das Thema Digitalisierung in der anwaltlichen Tätigkeit und in der Ausbildung ist. Gerade hat die Kanzlei ein interdisziplinäres Weiterbildungsangebot gemeinsam mit einer Management-School gestartet, bei dem Associates und Partner relevante Aspekte aus Technologie, Wirtschaft und Recht miteinander verbinden. Auch Associates heben in der azur-Umfrage hervor: „Im Bereich Legal Tech hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan, das hilft ungemein bei der Arbeit und Beratung.“

Gute Stimmung, humane Arbeitszeiten. Luther-Associates bewerten ihr Weiterbildungsangebot als eines der besten im Markt. Die Kanzlei bietet im Marktvergleich ein umfassendes Programm. In der azur-Umfrage betonen Associates, dass die Kanzlei „perfekt für Berufseinsteiger“ sei und loben die „unmittelbare Ausbildung am Fall von Anbeginn“. Die hauseigene Akademie bietet für alle Erfahrungsstufen Programme. Besonders ist das Angebot für wissenschaftliche Mitarbeiter und Referendare, die bereits ein Jahr im Voraus ihrer Station bei Luther Zugriff auf das umfangreiche Examensvorbereitungsan­gebot haben – darunter die Klausurenflatrate. Ehemalige bewerten auch die Praxisausbildung positiv. Sie nehmen die Arbeitsatmosphäre bei Luther als „sehr locker und selten angespannt“ wahr. Auch die bereits angestellten Associates bescheinigen ein sehr gutes Betriebsklima und „kollegiales Miteinander“. Mit 52 Wochenstunden arbeiten sie laut azur-Umfrage sogar im Durchschnitt minmal weniger als Associates in anderen Kanzleien. Ein Luther-Associate hebt hervor, dass „personalverantwortliche Partner darauf achten, dass Mehrarbeit nicht zum Dauer­zustand wird und Urlaubszeiten von ­Anfragen frei bleiben“. Der einzige Kritikpunkt bleibt vereinzelt das Gehalt, obwohl es mit 100.000 Euro und leistungsbezogenen Boni höher ausfällt als bei Wettbewerbern wie Heuking oder Beiten Burkhardt.

Aufstiegschancen vorhanden. Mit der Pandemie kam die Einsicht, dass Homeoffice grundsätzlich möglich ist, das Büro soll künftig aber der bevorzugte Arbeitsort bleiben. Die Kanzlei bietet Anwälten ein umfangreiches Familien­service-Angebot, Teilzeitmodelle sind generell und flexibel möglich, vor allem schließen sie ­eine Karriere nicht aus. Zuletzt wurden drei
Salary-Partnerinnen und eine Vollpartnerin aus der Teilzeit heraus auf diese Stufen befördert. Eine neue kanzleiinterne Fraueninitiative ermöglicht nun mehr Austausch und soll Vorbilder präsenter machen. Mit einem kümmerlichen Frauenanteil von acht Prozent in der Vollpartnerschaft sind diese Schritte allerdings auch dringend notwendig.

 

Neueinstellungen 2022
  • 35 bis 45 Volljuristen
  • 65 Referendare
  • 55 Praktikanten
32% der neu Eingestellten sind ehemalige Referendare

Praktikum & Referendariat

Die Kanzlei stellt regelmäßig Einzelpraktikanten ein. Diese erhalten in direkter Einbindung Einblicke in die Arbeit als Großkanzleianwalt. Ehemalige sind in der azur-Bewerberumfrage sehr zufrieden: Für Referendare bietet Luther ein herausragendes Angebot, insbesondere für die Vorbereitung auf das Examen. Dazu zählen eine Klausurenflatrate, Kurse zu aktueller Rechtsprechung oder die Vorbereitung auf das 2. Examen mit Examensplus. Viele äußern sich sehr positiv über das Angebot: „Man lernt so viel und erhält Einblicke in verschiedene Themen. Zudem gibt es viel Unterstützung für die Examensvorbereitung.“


Ausbildung & Karriere

Die hauseigene Akademie bietet Soft-Skills-Trainings und Seminare zu fachlichen und aktuellen Themen des Anwaltsberufs. Zuletzt kamen etwa Module zum virtuellen Verhandeln oder der Präsentation in sozialen Netzwerken hinzu. Wer nicht den hauseigenen Fachanwalt für Gesellschaftsrecht absolviert, bekommt 15 Tage Sonderurlaub für einen externen Fachanwalt. Vollpartner in spe müssen Initiative zeigen und können sich selbst für das Entwicklungsprogramm vorschlagen. Ein Wechsel in den Counsel-Status als Zwischenstation oder dauerhaft ist möglich und wird regelmäßig für Geschäft ohne Umsatzdruck genutzt. Jährlich ernennt Luther Partner, zuletzt waren es 7 Voll- und 6 Salary-Partner. Die Associates bewerten ihre Partnerchancen in der azur-Umfrage leicht über dem Marktdurchschnitt. Sie loben die „eigenständige Führung von Mandanten“. Einzelne wünschen sich „klarere und offenere Kommunikation bzgl. der nächsten Karriereschritte“.


Arbeit, Leben & Familie

  • Familienservice, u.a. Kindernotfallbetreuung und Kostenübernahme, Onlinevorträge zu Eltern-Kind-Kommunikation, Betreuung bei Weiterbildungen
  • ‚Zeitspenden‘-Pool der Partner ermöglicht Anwälten Urlaubs­tage für Kinder- und Familienbetreuung, insbesondere während der Pandemie

 

Stand: Druckausgabe von azur100 2022 mit Erscheinungsdatum 18.03.2022 (Ausnahme: Gehälter, diese werden regelmäßig aktualisiert). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.

Das azur Urteil
  • Praktikum 1 Sterne

  • Referendarausbildung 5 Sterne

  • Associate-Ausbildung 4 Sterne

  • Associate-Zufriedenheit 3 Sterne

  • Gehalt 2 Sterne

  • Aufstiegschancen 2 Sterne

  • Karriere und Familie 2 Sterne

  • Work-Life-Balance 2 Sterne

  • Internationalität 1 Sterne

Lob der eigenen Associates

  • „Top Ausbildung und viel Freiraum zur eigenen Entwicklung”

  • „Teilzeitmodelle sind sehr gut integrierbar und werden nicht nur auf dem Papier ermöglicht.”

  • „Die Mischung aus Gehalt, interessanter Arbeit und Work-Life-­Balance passt.”

Kritik der eigenen Associates

  • „Ziele für die Beförderung sind teilweise kaum erreichbar.”

  • „Verkrustete Strukturen”

  • „Das Vorankommen und die entgegengebrachte Wertschätzung ­hängen sehr vom personalverantwortlichen Partner ab, teils sehr konservativ.”

Standorte in Deutschland: Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, ­Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München und Stuttgart
Anwälte in Deutschland: 86 Vollpartner, 45 Non-Equity-Partner, 32 Counsel, 188 Associates und 19 of Counsel
Frauenanteil Anwälte: 35,4 %; 8,1 % innerhalb der Vollpartnerschaft

Internationale Präsenz: Die Kanzlei hat eigene Büros in Brüssel, ­London, Luxemburg, Singapur, Yangon und Schanghai, wo auch Anwälte mit chinesischer Zulassung arbeiten. Im Jahr 2021 gründete sie mit der französischen Kanzlei Fidal das Kanzleinetzwerk Unyer.