Latham & Watkins

Top-Arbeitgeber: 4 Sterne


Transaktionsschmiede mit steiler Lernkurve

Deal-Maschine. Die deutsche Transaktionspraxis von Latham & Watkins gehört zu den tonangebenden im Markt. Neben Private- Equity-Investoren setzen auch deutsche Konzerne wie Siemens oder Bosch in großen Deals mit USBezug auf die Kanzlei. Weil die Anwältinnen und Anwälte bei derart hochkarätigen Mandaten schon früh in der ersten Reihe mitarbeiten, ist ihre Lernkurve entsprechend hoch. Bei den Associates kommt das gut an. Sie loben in der azur- Umfrage die „gute Mischung aus enger Führung und eigener Verantwortung“ und die „intensive Einbindung in Mandate“ und vergeben sowohl für die Internationalität als auch für Anspruch und Niveau ihrer Arbeitsinhalte Top-Noten. Auch mit ihrem Gehalt sind die Latham-Associates deutlich zufriedener als ihre Kolleginnen und Kollegen in anderen Kanzleien. Während nahezu alle Teilnehmenden der azur-Umfrage ihre Arbeitgeberin angehenden Anwälten empfehlen würden, sieht sich allerdings nur gut die Hälfte in fünf Jahren selbst noch dort.

Hustle Lifestyle. Ein Grund dürfte die hohe Arbeitsbelastung sein. Denn wer bei Latham einsteigt, darf keinen Nine-to-five-Job erwarten. Laut azur-Umfrage verbringen die Associates knapp 57 Stunden pro Woche am Schreibtisch und arbeiten damit fast 5 Stunden länger als der Marktdurchschnitt. So sorgt das Thema Arbeitsbelastung für Unmut: „Wer noch etwas vom Leben haben möchte und nicht nur auf Karriere fixiert ist, sollte sich einen anderen Arbeitgeber suchen“, schreibt ein Associate. Ein anderer wünscht sich, dass „die Arbeit auf mehr Schultern verteilt wird“. Wenig überraschend erntet die Kanzlei in puncto Arbeitsbelastung und Work- Life-Balance unterdurchschnittliche Noten. Doch es gibt auch Stimmen in der Umfrage, die gerade den ambitionierten Spirit schätzen: „Wir haben ein Team, das gemeinsam auf ein Ziel hinarbeitet, und das macht uns einzigartig“, schreibt eine Associate. Und weiter: „Ich bin in einer Großkanzlei, weil ich viel arbeiten möchte und nicht, um meine Work-Life-Balance zu verbessern.“ Dieses Mindset scheinen viele Associates zu teilen und finden insbesondere für die Kanzleikultur viele lobende Worte. Ein Associate berichtet von „toller Teamdynamik und einem Miteinander, das die teilweise harten Arbeitstage sehr viel besser macht“. Ein anderer schreibt: „Natürlich ist nicht alles perfekt, aber die Kanzlei bietet ein super Gesamtpaket aus tollen Kollegen, attraktiver Vergütung sowie fordernden und abwechslungsreichen Mandaten.“ Der Stimmung scheint das hohe Pensum bisher jedenfalls nichts anhaben zu können: Für das Betriebsklima vergeben die Associates in der azur-Umfrage ebenso überdurchschnittliche Noten wie für Personalführung und Kommunikation seitens ihrer Arbeitgeberin.

Neueinstellungen 2026
  • 20 bis 25 Volljuristen
  • 40 Referendare
  • 40 WiMis
  • keine Praktikanten
68 % der neu Eingestellten sind ehemalige Referendare

Praktikum & Referendariat

Latham verzichtet auf klassische Praktika und bietet stattdessen ein einjähriges Curriculum für Studierende, das vorwiegend online abläuft. Für Referendare hat die Kanzlei ein Programm entwickelt, das neben Training on the Job und individuellem Mentoring auf ein umfangreiches Angebot zur Examensvorbereitung sowie Workshops zu Recherchetechniken und KI-Tools setzt. Besonders umfangreich ist dabei die Prüfungsvorbereitung mittels Kaiserseminaren und -klausuren sowie einem monatlichen Repetitorium. Hinzu kommen Simulationen der mündlichen Prüfung und die Erörterung aktueller Rechtsprechung. Referendare können ihre Wahlstation in einem der internationalen Büros absolvieren.


Ausbildung & Karriere

Latham investiert viel in die Ausbildung ihres Nachwuchses. Associates in den ersten drei Berufsjahren durchlaufen ein strukturiertes Curriculum. „Aus- und Weiterbildung waren bereits auf Top-Niveau. Die Kanzlei entwickelt jedoch ständig neue Angebote und prüft, wie sie die Ansprüche der jungen Kollegen erfüllen kann“, lobt eine Associate. Insgesamt bewerten die Anwälte ihre Ausbildung mit einer überdurchschnittlichen Note. Besonders schätzen sie internationale Komponenten wie die ‚First Year Academy‘ an der US-Ostküste oder Praxisgruppentreffen auf globaler Ebene. Während Associates und Counsel auf ihrem Karriereweg von engmaschigem Feedback und einem Mentoringkonzept profitieren, unterstützt Latham Jungpartnerinnen und -partner mit einem 18-monatigen Programm, das den Fokus auf Management und Führungsentwicklung legt und an vier renommierten europäischen Universitäten stattfindet. Obwohl Latham regelmäßig Nachwuchstalente befördert, bewerten die Associates ihre Chancen auf die Vollpartnerschaft stark unterdurchschnittlich. Auch bleibt die Geschlechterverteilung an der Spitze mit nur einer Frau unter 21 Vollpartnern stark ausbaufähig.


Arbeit, Leben & Familie

• Kinderbetreuungszuschuss und Kooperation mit Familienservice

• Familiengründungsprogramm mit Unterstützung für Adoption und Fruchtbarkeitsbehandlungen

• 14 Wochen Familienzeit bei voller Bezahlung, zusätzlich zur gesetzlichen Regelung

Stand: Druckausgabe von azur100 2026 mit Erscheinungsdatum 20.03.2026 (Ausnahme: Gehalt, dieses wird regelmäßig aktualisiert). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik

Das azur Urteil
  • Referendarausbildung 4 Sterne

  • Associate-Ausbildung 4 Sterne

  • Legal-Tech- und KI-Einsatz 3 Sterne

  • Associate-Zufriedenheit 4 Sterne

  • Gehalt 5 Sterne

  • Aufstiegschancen 1 Sterne

  • Karriere und Familie 2 Sterne

  • Betriebsklima 3 Sterne

  • Internationalität 5 Sterne

Lob der eigenen Associates

  • „Latham ist eine Kanzlei, die enorm viele Möglichkeiten für Weiterbildung und Entwicklung bietet.”

  • „Sehr netter Umgangston und tolle Stimmung”

  • „An Internationalität und Mandatsnähe nicht zu überbieten”

Kritik der eigenen Associates

  • „Sehr hohe Arbeitsbelastung”

  • „Nach außen bewerben wir Transparenz und Mitbestimmung. Tatsächlich aber werden Entscheidungen von einem kleinen Kreis designierter Entscheider getroffen.”

  • „Die Associates profitieren in den vergangenen Jahren immer weniger von dem enormen wirtschaftlichen Erfolg der Kanzlei.”

Standorte in Deutschland: Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München

Anwälte in Deutschland: 19 Vollpartner, 29 Non-Equity-Partner, 17 Counsel und 124 Associates

Frauenanteil Anwälte: 31,9 %; 5,3 % innerhalb der Vollpartnerschaft

Internationale Präsenz: Die US-Kanzlei beschäftigt über 3.500 Anwältinnen und Anwälte in 14 Ländern. Die meisten Büros hat sie in den USA, weitere in Europa, Asien sowie dem Nahen Osten.