Gibson Dunn & Crutcher

Top-Arbeitgeber: 5 Sterne


Kleines Team auf hohen Touren

Grenzüberschreitende Top-Leistung. Seit vier Jahren gehört die US-Kanzlei zum erlauchten Kreis derer, deren Honorarumsatz pro Anwalt in Deutschland die magische Millionen-Euro- Grenze geknackt hat. In diesem Jahr steigerte sie den Umsatz pro Partner erneut. Die internationale Zusammenarbeit ist bestens eingespielt, in der Private-Equity-Praxis sorgen global tätige Investoren wie Lone Star, KKR und Triton, die zur Stammkundschaft gehören, für einen konstanten Dealflow und die üblicherweise hohen Stundensätze. Nur vereinzelt fragen sich Associates, ob die internationale Ausrichtung vielleicht allzu stark ausgeprägt ist. In diesem Kontext sorgen sie sich vor allem um den beruflichen Aufstieg, genauer den eigenen Business Case. Ein Umfrageteilnehmer schreibt, die Arbeit auf US-Mandaten „erhöht die Abhängigkeit von den US-Kollegen und erschwert es, ein eigenes Profil und einen eigenen Mandantenstamm aufzubauen“. Andererseits gibt es kaum eine Kanzlei, in der die Associates mit dem Anspruch und Niveau ihrer Arbeit so zufrieden sind wie bei Gibson Dunn.

Keine Kritik am Teamgeist. Das hochvolumige Transaktionsgeschäft bringt schwankende Arbeitsbelastung mit sich. Zuletzt lagen die Stundenangaben für Gibson Dunn in der azur-Umfrage allerdings leicht unter dem Marktdurchschnitt, sicherlich ein Faktor für die hohe Zufriedenheit: Das Betriebsklima ist nach Meinung der Associates sehr gut. Die Kritik in der Umfrage ist wohldosiert und macht sich vor allem an einer als schwach empfundenen Elternzeitpolitik fest. Das Thema ‚Parental Leave‘ sehen die Umfrageteilnehmer in anderen Großkanzleien als besser geregelt an. Etwas ernüchtert heißt es einmal, dass sich eine mitarbeiterfreundliche Lösung für die Kanzlei wohl nicht rechne: „Das ist sehr schade.“ Denn andererseits macht Gibson Dunn immer wieder kleine Schritte, um beispielsweise den Frauenanteil in der (zweistufigen) Partnerschaft zu erhöhen.

KI-Ausbildung auf internationaler Ebene. An anderer Stelle investiert Gibson Dunn außerdem sehr zuverlässig, nämlich in die Ausbildung. Davon profitieren bereits Praktikanten und wissenschaftliche Mitarbeiter, aber besonders die Referendare und Berufseinsteiger. Onboarding, intensives Mentoring, Repetitorkurse, ein maßgeschneidertes Masterprogramm und neuerdings der Zugang zum internationalen AI Institute – bei vielen Gelegenheiten setzt die Kanzlei praktisches und theoretisches Wissen auf die Tagesordnung. Beim KI-Thema kombiniert die Kanzlei klugerweise die Schulung für das eigene Team mit der Mandantenorientierung. So werden die Anforderungen der Klienten dort immer mitgedacht.

Neueinstellungen 2026
  • 5 bis 10 Volljuristen
  • 18 Referendare
  • 25 WiMis
  • 25 Praktikanten
80 % der neu Eingestellten sind ehemalige Referendare

Praktikum & Referendariat

Für die enge Einbindung während des Praktikums sorgen Mentoren und ein ausführliches Onboarding. Referendare erhalten ebenfalls diese Einbindung, intensives Feedback zu ihren Arbeitsergebnissen und Zugang zu allen internen Fortbildungen. Sie können ein Budget von bis zu 1.600 Euro für ein frei wählbares Repetitorium nutzen, aber auch an Repetitorkursen teilnehmen, die in der Kanzlei stattfinden. Teilnehmer der azur-Bewerberumfrage beschreiben ihre Erfahrungen mit Gibson Dunn als „sehr positiv“.


Ausbildung & Karriere

Nicht nur die Mandate, auch viele Ausbildungsinhalte und Entwicklungsangebote von Gibson Dunn sind international orientiert, besonders im Transaktionsbereich oder in Litigation, und verbinden Ausbildung mit Kontaktpflege. Ein neu gegründetes AI Institute bündelt die kanzleiweiten Informationsangebote zur KI und ermöglicht auch Mandantenkontakt. In Deutschland hat die Kanzlei eigenständig mit der TU München als Kooperationspartner die ‚Gibson Dunn Masters‘ ins Leben gerufen. Hier werden sowohl fachliche Inhalte aus Wirtschaft und Recht als auch Soft Skills vermittelt. In der azur-Umfrage loben Teilnehmende vor allem, dass jährlich ein freies Ausbildungsbudget zur Verfügung steht. Partnerernennungen in Deutschland sind Einzelfälle, und die beförderten Anwältinnen und Anwälte (zuletzt zwei) haben in der Regel deutlich mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Nach außen macht Gibson Dunn keinen Unterschied zwischen Vollpartnern und Non-Equity-Partnern. Mit dem Counsel-Titel ist neben dem Partnertrack auch eine dauerhafte Anstellung möglich.


Arbeit, Leben & Familie

• Flexible Arbeitszeitregelungen und flexible Homeoffice-Nutzung

• Gesprächsangebote und Schulungen zur Förderung der mentalen Gesundheit

Stand: Druckausgabe von azur100 2026 mit Erscheinungsdatum 20.03.2026 (Ausnahme: Gehalt, dieses wird regelmäßig aktualisiert). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik

Das azur Urteil
  • Referendarausbildung 3 Sterne

  • Associate-Ausbildung 4 Sterne

  • Legal-Tech- und KI-Einsatz 2 Sterne

  • Associate-Zufriedenheit 5 Sterne

  • Gehalt 5 Sterne

  • Aufstiegschancen 1 Sterne

  • Karriere und Familie 1 Sterne

  • Betriebsklima 5 Sterne

  • Internationalität 5 Sterne

Lob der eigenen Associates

  • „Sehr gute Teamchemie, insgesamt eine tolle Kanzlei.”

  • „Pro bono wird gefördert und voll auf die Billable Hours angerechnet.”

  • „Spannende internationale Mandate und trotzdem ein familiärer Umgang miteinander.”

Kritik der eigenen Associates

  • „Die Regelungen zur Elternzeit sind unterdurchschnittlich.”

  • „Auslastung schwankt sehr stark, könnte konstanter sein.”

  • „Wir werden zu einer Satelliten-Kanzlei, die sich von der US-Führung zu sehr abhängig macht.”

Standorte in Deutschland: Frankfurt und München

Anwälte in Deutschland: 13 Vollpartner, 9 Counsel und 34 Associates

Frauenanteil Anwälte: 33,9 %; keine innerhalb der Vollpartnerschaft

Internationale Präsenz: Die deutschen Partner verfügen traditionell über starke Verbindungen zu den US-Büros und nach London. An insgesamt 22 Standorten sind knapp 2.000 Anwälte tätig.