DLA Piper

Top-Arbeitgeber: 4 Sterne


Globale Kanzlei mit Redebedarf

Gutes Onboarding. Im IT-Recht, im Immobilienrecht sowie in der Beratung zum Verkehrssektor gehört DLA Piper in Deutschland zu den Spitzenkanzleien. Und auch jenseits ihrer Paradedisziplinen bietet die Kanzlei Berufseinsteigern vielfältige Möglichkeiten von Arbeits- bis Wirtschaftsstrafrecht. Die deutschen Teams arbeiten eng mit ihren Kollegen in ausländischen Büros zusammen. Entsprechend gut fallen die Noten in der azur-Umfrage für Internationalität und Arbeitsniveau aus. Wer sich für einen Job bei DLA interessiert, sollte sicher Englisch sprechen. Mehr als die Hälfte der neu eingestellten Associates war zuvor schon Referendar oder wissenschaftlicher Mitarbeiter. Die Einarbeitung fällt deshalb nicht schmaler aus. „Die Anfangszeit bei DLA war für mich sehr lehrreich und angenehm. Die Kanzlei legt viel Wert auf Associate-Entwicklung und auf ein sympathisches und angenehmes Kanzleiklima“, lobt ein Teilnehmer.

Kommunikation: ausbaufähig. Beim Betriebsklima sind sich die Associates nicht einig. Während einige Teilnehmer die „hohe Kollegialität“ und den „freundlichen Umgang“ besonders hervorheben, berichten andere von „angespannter Atmosphäre“ und einem „teilweise unangemessenen Umgangston“. Unterm Strich liegt die Note in der azur-Umfrage leicht unter dem Marktdurchschnitt. In so großen Kanzleien ist es durchaus üblich, dass die Zufriedenheit der Associates von Standorten und Partnern abhängt. Allerdings führen viele Teilnehmer, auch die überwiegend zufriedenen, die Stimmung weniger auf ihr individuelles Umfeld zurück, sondern kritisieren vielmehr die deutsche und auch die internationale Führungsebene. Insbesondere bei Kommunikation und Führungsstil sehen einige klaren Verbesserungsbedarf. „Einerseits ist es positiv, dass man zu vielen Entscheidungsprozessen gefragt wird, andererseits wird man das Gefühl nicht los, dass die Entscheidungen schon vorher feststehen“, sagt einer. Ein anderer: „Führung und Kommunikation durch das deutsche Management haben zuletzt leider stark gelitten.“

Viel Angebot, verhaltene Begeisterung. Auch bei der Vereinbarkeit von Karriere und Familie ist das Bild gemischt, die Note liegt trotz vieler zufriedener Stimmen insgesamt unter dem Schnitt. Einige loben die vorhandenen Teilzeitmodelle sowie „die deutlich gestiegene Akzeptanz für familiäre Belange“. Anderen geht das nicht weit genug. Sie wünschen sich vor allem einen „finanziellen Ausgleich zum Elterngeld, wie ihn andere Kanzleien schon lange zahlen“. Tatsächlich hat DLA recht viel zu bieten bei der Unterstützung familiärer Themen. Erst im Vorjahr hat sie mit ,Be a parent’ das Angebot durch ein umfassendes Programm ergänzt, das die gleichberechtigte Aufteilung der Care-Arbeit fördern soll.

Neueinstellungen 2026
  • 50 bis 60 Volljuristen
  • 110 Referendare
  • 170 WiMis
  • 50 Praktikanten
60 % der neu Eingestellten sind ehemalige Referendare

Praktikum & Referendariat

Zweimal im Jahr bietet DLA ein sechswöchiges Gruppenprogramm mit Seminaren, Vorträgen, IT-Trainings und Events. Die Studierenden werden einem Partner zugeordnet und bekommen einen Mentor – dabei geht es vor allem um das Kennenlernen des Arbeitsalltags. „Echte Mandatsarbeit, sehr hoher Lerneffekt, freundlicher Umgang“, lobt ein Praktikant in der azur-Umfrage. Zu dem mehrstufigen Programm für Referendare gehören viele Angebote für die Examensvorbereitung, aber auch die Förderung von Netzwerken, der persönlichen Entwicklung und berufsrelevanter Kompetenzen.


Ausbildung & Karriere

Das umfangreiche Ausbildungsprogramm führt nationale und internationale Komponenten auf einer digitalen Lernplattform zusammen. Je nach Berufserfahrung, Spezialisierung und Nationalität bekommen Associates individuell ihre verpflichtenden und optionalen Kurse angezeigt. Wer an den Trainings teilnimmt, sammelt neuerdings Punkte, die bei Beförderungen mitzählen. Daneben gibt es individuelle Coachings und die Möglichkeit, externe Seminare zu buchen. Regelmäßig fügt DLA diesem breiten Angebot neue Facetten hinzu, zuletzt etwa ein spezifisches Training für Litigation-Anwälte. Das Gesamtpaket, das DLA ihren Anwälten in Sachen Ausbildung bietet, kann sich im Marktvergleich durchaus sehen lassen. So richtig zufrieden sind ihre Associates trotzdem nicht. Sie kritisieren vor allem die mangelnde Flexibilität bezüglich spezifischer Fortbildungen und die „fehlende Verbindlichkeit und Regelmäßigkeit“ der Angebote.


Arbeit, Leben & Familie

• Unterstützung bei der Kitasuche, Notbetreuung, Elterncoaching

• Workation: 10 Tage am Stück, max. 30 Tage im Jahr

• Plattform mit Workshops und individuellen Angeboten zur Unterstützung bei beruflichen und persönlichen Herausforderungen

Stand: Druckausgabe von azur100 2026 mit Erscheinungsdatum 20.03.2026 (Ausnahme: Gehalt, dieses wird regelmäßig aktualisiert). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik

Das azur Urteil
  • Referendarausbildung 3 Sterne

  • Associate-Ausbildung 4 Sterne

  • Legal-Tech- und KI-Einsatz 4 Sterne

  • Associate-Zufriedenheit 3 Sterne

  • Gehalt 4 Sterne

  • Aufstiegschancen 2 Sterne

  • Karriere und Familie 2 Sterne

  • Betriebsklima 2 Sterne

  • Internationalität 5 Sterne

Lob der eigenen Associates

  • „Die Kollegialität im Team und die Internationaliät der täglichen Arbeit sind herausragend.”

  • „Moderne und lockere Atmosphäre”

  • „Die Kanzlei legt viel Wert auf Associate-Entwicklung und auf ein angenehmes Kanzleiklima.”

Kritik der eigenen Associates

  • „Zahlreiche Policies, die nur auf dem Papier existieren”

  • „Sehr undurchsichtige, schlechte Kommunikation von oben”

  • „Die Stimmung dreht sich. Die freundliche Atmosphäre wird überschattet vom zunehmend zahlengetriebenen Management.”

Standorte in Deutschland: Düsseldorf/Köln*, Frankfurt, Hamburg und München

Anwälte in Deutschland: 68 Vollpartner, 57 Counsel, 191 Associates und 11 of Counsel

*DLA hat im Frühjahr 2024 ihren Schwerpunkt im Rheinland nach Düsseldorf verlagert.

Frauenanteil Anwälte: 38,0 %; 13,2 % innerhalb der Vollpartnerschaft

Internationale Präsenz: DLA ist an mehr als 80 Standorten in über 40 Ländern vertreten. Daneben arbeitet sie mit Kooperationspartnern etwa in Brasilien und Saudi-Arabien zusammen.