Ashurst

Top-Arbeitgeber: Platz 38

Londoner Traditionshaus mit Herz für Familien

Großkanzlei mit Top-Atmosphäre. Egal ob im modernen Opernturm in Frankfurt oder im feudalen Ludwigspalais in München: In Sachen Arbeitsatmosphäre stellen die Teilnehmer der azur-Associate-Umfrage Ashurst ein sehr gutes Zeugnis aus. Ellenbogenmentalität wie in anderen internationalen Großkanzleien? Fehlanzeige! Ganz im Gegenteil: Als „freundschaftlich“ und „zugewandt“ beschreiben Associates das Miteinander in der Kanzlei. Auch die Gesamtzufriedenheit ist hoch. Nachjustieren heißt es allerdings bei Aufstiegschancen sowie der Personalführung, denn da sieht ein Teil der Associates durchaus noch „Luft nach oben“.

Marktüblicher Arbeitsaufwand. Regelmäßig sind Ashurst-Anwälte bei der Finanzierung großer Infrastrukturprojekte gesetzt. Immobilien, Insolvenzen, Bankrecht und Transaktionen sind weitere zentrale Tätigkeitsfelder der Londoner Kanzlei. Die Arbeitsbelastung variiert in den ­jeweiligen Praxisgruppen, gerade Transaktionsanwälte sitzen auch mal länger im Büro. Trotz solcher Spitzen sind die Associates mit der Arbeitsbelastung durchaus zufrieden. Ein Anwalt hebt etwa „die vernünftigen Arbeitszeiten und genügend Freizeitausgleich“ hevor, ein anderer freut sich über„so gut wie keine Wochenendarbeit“. Etwa 53 Stunden in der Woche verbringen Ashurst-Anwälte laut azur-Umfrage im Büro, das entspricht dem Marktdurchschnitt.

Neue Wege beschreiten. Wenn es darum geht, Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen, setzt Ashurst neue Maßstäbe. Weltweit hat die Kanzlei ein neues Elternzeitmodell eingeführt, das es Eltern ermöglicht, bis zu 26 Wochen bezahlten Urlaub zu nehmen. Dazu haben die Eltern ab der Geburt zwei Jahre Zeit. Ist die Elternzeit vorbei, gibt es zudem die Option, die Billable Hours in den ersten drei Monaten nach der Rückkehr zu reduzieren. Berücksichtigt werden in dem Modell auch nicht planmäßig verlaufende Schwangerschaften sowie Kinderwunschbehandlungen. Laut ­Associates ist es für die Kanzlei „ein besonderes Anliegen, die Vereinbarkeit von Karriere und Familie voranzutreiben“. In der azur-Umfrage ­loben die Teilnehmer auch das „Angebot für Kinderbetreuung und Unterstützung bei Pflegefällen in der Familie“ sowie „Teilzeitmodelle und flexibles Arbeiten“. Auch nach der Pandemie können Ashurst-Mitarbeiter bis zu drei Tage im Homeoffice arbeiten. Die Option, in Teilzeit zu arbeiten, besteht auch als Partner – theoretisch. Vorbilder in der Partnerriege gibt es dafür allerdings keine. Ebenfalls auffällig beim Blick auf die Partner: die geringe Anzahl von Frauen. Nur vier der insgesamt 27 Partner sind weiblich. Hier hat Ashurst eindeutig noch Nachholbedarf.

Neueinstellungen 2022
  • 12 bis 15 Volljuristen
  • 12 Referendare
  • 10 Praktikanten
20% der neu Eingestellten sind ehemalige Referendare

Praktikum & Referendariat

„Training on the Job“ heißt es bei Ashurst. Zusätzlich gibt es weitere Angebote, wie einen Legal-English-Kurs, der auch den Praktikanten offensteht. Für Referendare lässt die Kanzlei auch Klausuren- oder Intensivkurse bei einem Repititorium springen. Wenn es um den Umfang der Ausbildung geht, kann sich Ashurst im Marktvergleich durchaus sehen lassen. Besonders innovativ ist das Programm jedoch nicht. Dafür stellt Ashurst allerdings ein anderes Bonbon in Aussicht: Wer sich bewährt, kann die Wahlstation in einem der Auslandsbüros der Kanzlei machen. Vielleicht London oder Sydney?


Ausbildung & Karriere

In puncto Ausbildung ist Ashurst zweigleisig unterwegs und teilt ihr Programm in einen internationalen und einen nationalen Teil auf. Im internationalen Part warten verschiedene Seminare auf die jungen Anwälte, die außerhalb der Pandemie in London stattfinden. Die Inhalte orientieren sich am Erfahrungslevel der Anwälte. Der nationale Ausbildungsplan hängt von den einzelnen Praxisgruppen ab und reicht von Bilanzanalyse über Akquisetraining bis hin zu Legal-Tech- Schulungen. Hier wünschen sich die Teilnehmer der azur-Associate-Umfrage jedoch generell „mehr Angebote“, insbesondere „vor Ort“ und „unabhängig von UK“. Die Chancen, einmal Partner zu werden, bewerten sie leicht unterdurchschnittlich. Gerade mal einen neuen Partner hat Ashurst im vergangenen Jahr ernannt. Auf dem Weg dahin loben die Teilnehmer der azur-Associate-Umfrage allerdings „transparente Karrierepfade“ sowie „Gespräche mit dem Partner zu meinem Karriereweg“ ebenso wie die bei Ashurst gelebte Feedbackkultur.


Arbeit, Leben & Familie

  • Teilzeitarbeitsmodell auf allen Karrierestufen
  • Elternzeitregelung mit bis zu 26 Wochen bezahltem Urlaub und fünf Tage bezahlten Urlaub bei Kinderwunschbehandlung
  • Internationales Diversity & Inclusion Program mit nationalen Teams, die sich um die Umsetzung kümmern
  • Möglichkeit zur Stundenreduzierung für drei Monate nach Rückkehr aus der Elternzeit

 

Stand: Druckausgabe von azur100 2022 mit Erscheinungsdatum 18.03.2022 (Ausnahme: Gehälter, diese werden regelmäßig aktualisiert). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.

Das azur Urteil
  • Praktikum 3 Sterne

  • Referendarausbildung 3 Sterne

  • Associate-Ausbildung 2 Sterne

  • Associate-Zufriedenheit 3 Sterne

  • Gehalt 4 Sterne

  • Aufstiegschancen 2 Sterne

  • Karriere und Familie 3 Sterne

  • Work-Life-Balance 3 Sterne

  • Internationalität 4 Sterne

Lob der eigenen Associates

  • „Alle Vorteile einer kleinen Kanzlei, gepaart mit den Benefits einer internationalen Großkanzlei”

  • „Toller Teamspirit und spannende Mandate”

  • „Gelebte Gleichbehandlung”

Kritik der eigenen Associates

  • „Schlechte Aufstiegsmöglichkeiten, mangelnde ­Personalführung durch Partner”

  • „Hohe Arbeitsbelastung und intransparente Vergütungsstruktur”

  • „Transparenter offenlegen, was genau erforderlich ist, um Partner zu werden”

Standorte in Deutschland: Frankfurt und München

Anwälte in Deutschland: 27 Vollpartner, 18 Counsel und 49 Associates

Frauenanteil Anwälte: 38,3 %; 14,8 % innerhalb der Vollpartnerschaft

Internationale Präsenz: Ashurst ist weltweit aktiv, mit insgesamt 28 Standorten. Außerhalb Europas ist die Kanzlei besonders in Asien und Australien sehr präsent.