Ashurst

Top-Arbeitgeber: 3 Sterne


Internationale Transaktionen ohne Großkanzlei-Anonymität

International vernetzt, menschlich geführt: Wer Transaktionsarbeit auf hohem Niveau sucht, aber keine Lust auf klassische Großkanzlei hat, findet bei Ashurst eine interessante Mischung. Die Kanzlei mit Wurzeln in London ist mit zwei Standorten in Deutschland präsent: im Frankfurter Bankenviertel und in München. Im November ist Ashurst mit der US-Kanzlei Perkins Coie fusioniert, eine der wenigen amerikanischen Einheiten, die sich gegen die Executive Orders der Trump-Regierung zur Wehr gesetzt hat. Dadurch eröffnen sich auch für den Nachwuchs neue – transatlantische – Möglichkeiten. Doch schon zuvor war die Plattform sehr international, insbesondere in Europa, Asien und Australien. Kein Wunder, dass die Ashurst-Anwälte in der aktuellen azur-Umfrage überdurchschnittliche Noten für die Internationalität ihrer Arbeit vergeben.

Teamspirit im Arbeitsalltag. Wer einsteigt, steht nicht lange am Spielfeldrand. „Man wird direkt in die Mandatsarbeit einbezogen und arbeitet sofort aktiv mit“, berichtet eine Associate in der azur- Umfrage. Typisch sind große Transaktionen mit Banken, Finanzinvestoren und Industrieunternehmen. Dass „man gerne ins Büro kommt“, wie ein anderer Umfrageteilnehmer betont, hängt auch mit frisch renovierten Räumen und einer spürbar offenen Kultur zusammen. Die Arbeitsbelastung liegt im marktüblichen Großkanzlei-Bereich, aber am unteren Ende der Skala: Im Schnitt arbeiten die Associates laut azur-Umfrage rund 51 Stunden pro Woche – etwa eine Stunde weniger als der Marktschnitt. Der Tag beginnt gegen 9 Uhr und endet um 20:30 Uhr. Das ist kein Nine-to-five- Job, aber die azur-Umfrage bescheinigt Ashurst eine überdurchschnittlich gute Work-Life- Balance und hohe Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Karriere und Privatleben. Positiv fällt auch das Angebot einer Kindernotbetreuung auf, das Anwälte mit Familie „als echte Hilfestellung“ beschreiben.

Beim Geld hat Ashurst nachjustiert. Nachdem die Kanzlei zum aktuellen Geschäftsjahr die Vergütung angehoben hat, sind auch die Noten in der azur-Umfrage für das Gehalt überdurchschnittlich. „Alternative Karrierewege abseits der Partnerschaft einrichten oder den Weg in die Partnerschaft transparenter machen“, wünscht sich allerdings ein Umfrageteilnehmer. Während die Ashurst-Anwälte ihre Chancen auf eine Vollpartnerschaft unterdurchschnittlich bewerten, schätzen die meisten die alternativen Optionen besser ein als in anderen Kanzleien. Grundsätzlich bietet Ashurst sowohl den Partnertrack als auch die Counsel-Position als Karriereschritte an. Zuletzt ernannte die Kanzlei zwei Equity-Partner. Unterm Strich spricht das Urteil der Associates in der Umfrage eine deutliche Sprache: hohe Gesamtzufriedenheit, moderne Arbeitsumgebung, internationales Umfeld und ein Umgangston, der gerade Berufseinsteiger nicht herabsetzt, sondern motiviert.

Neueinstellungen 2026
  • 11 bis 14 Volljuristen
  • 15 Referendare
  • 15 WiMis
  • 15 Praktikanten
27 % der neu Eingestellten sind ehemalige Referendare

Praktikum & Referendariat

Praktikum und Referendariat bei Ashurst bedeutet Kennenlernen der Kanzleiwelt: Im Frühjahr/Sommer läuft das 4- bis 6-Wochen-Programm, in dem Praktikanten on the Job in Fachteams durch Schriftsätze, Workshops und Events eingebunden sind und einen persönlichen Mentor haben. Referendare arbeiten wie Junior-Associates, genießen strukturierte Fortbildungen, Networking, bekommen ein Repetitorium-Gutschein und können außerdem ihre Wahlstation im Ausland absolvieren. So viel Praxisnähe bieten nicht alle.


Ausbildung & Karriere

Ashurst setzt mit einem mehrstufigen Ausbildungssystem in London an: Einstiegsprogramm für Berufsanfänger, Weiterbildung ab dem dritten Jahr, Vorbereitung für Senior Associates und Partnerschaftstraining für Anwärter. Die internationale Akademie organisiert Webinare und Präsenzseminare. Legal Tech gehört zum Alltag – Harvey AI, HighQ und diverse neue Tools sind Standard. Bei der Frauenförderung setzt Ashurst auf bewährte Mittel: Mentoring, Networking, Elternzeitregelungen. Das internationale Programm wird in den deutschen Büros durch ein eigenes Angebot ergänzt. Eine eigene Learning-Mitarbeiterin kümmert sich um Soft Skills wie Verhandlungstechnik, Führung und Zeitmanagement. Auch Mini-Secondments in ausländischen Büros sind möglich. Insgesamt loben die Associates das Weiterbildungsprogramm und fühlen sich bei ihrem Aufstieg unterstützt.


Arbeit, Leben & Familie

• Stundenreduzierung für 3 Monate nach Rückkehr aus Elternzeit

• 6 Monate Elternzeit bei vollem Gehalt

• 5 Tage bezahlten Urlaub pro Jahr erhält jeder, der eine Kinderwunschbehandlung benötigt

Stand: Druckausgabe von azur100 2026 mit Erscheinungsdatum 20.03.2026 (Ausnahme: Gehalt, dieses wird regelmäßig aktualisiert). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik

Das azur Urteil
  • Referendarausbildung 3 Sterne

  • Associate-Ausbildung 3 Sterne

  • Legal-Tech- und KI-Einsatz 1 Sterne

  • Associate-Zufriedenheit 5 Sterne

  • Gehalt 4 Sterne

  • Aufstiegschancen 1 Sterne

  • Karriere und Familie 2 Sterne

  • Betriebsklima 4 Sterne

  • Internationalität 4 Sterne

Lob der eigenen Associates

  • „Bei Ashurst fühlt man sich aufgrund der vielen netten, offenen und herzlichen Kollegen sehr schnell aufgenommen und wohl.”

  • „Man wird direkt in die Mandatsarbeit einbezogen.”

  • „Homeoffice-Möglichkeit und generelle Flexibilität”

Kritik der eigenen Associates

  • „Der Karrieretrack ist instransparent und unfair.”

  • „Weniger Missmut bei der Inanspruchnahme der angebotenen außergesetzlichen Elternzeit wäre schön”

  • „Einbindung in kleinere Networking-Events bereits auf niedrigen Senioritätsstufen wünschenswert”

Standorte in Deutschland: Frankfurt und München

Anwälte in Deutschland: 29 Vollpartner, 21 Counsel und 48 Associates

Frauenanteil Anwälte: 43,9 %; 20,7 % innerhalb der Vollpartnerschaft

Internationale Präsenz: Ashurst arbeitet als finanziell vollständig integrierte Kanzlei mit einem großem Standortnetzwerk in Westeuropa und Asien/Pazifik. Sie ist besonders stark vertreten in Australien und Nahost. Nach der Fusion mit Perkins Coie bietet die Kanzlei nun auch eine starke US-Präsenz.