Das LL.M.-Studium in UK wird teurer

Erst der Brexit, dann die Corona-Pandemie: Es waren keine leichten Zeiten für LL.M.-Studierende mit Reiseziel UK. Seit dem Brexit sind die Kosten für ein Studium in Großbritannien noch gestiegen. Ein Auslandsaufenthalt im Mutterland des ‚Common Law‘ lohnt sich aber nach wie vor.

Einen Master of Laws in Cambridge oder Oxford zu absolvieren ist für viele Jurastudierende ein großer Wunsch. Doch nicht alle können sich ein Auslandsjahr auf der Insel leisten. Dass das juristische Aufbaustudium bei den Briten besonders viel kostet, liegt nicht nur an den hohen Lebenshaltungskosten. Die Studiengebühren im Vereinigten Königreich sind nach den Tuition Fees in den USA am zweithöchsten bemessen. Mit dem Brexit stiegen die Kosten zusätzlich.

Erleichterungen für EU-Studierende fallen weg

Nach dem Austritt aus der Europäischen Union zahlen alle ausländischen Studierenden in England, Wales, Schottland und Nordirland seit 2021 wieder den vollen Gebührensatz. Dieser kann je nach Hochschule umgerechnet fast 50.000 Euro betragen. Auf die britische Studienfinanzierung können Studierende aus der EU nicht mehr zugreifen. Auch die Visa-Pflichten sind jetzt komplizierter. So benötigen alle, die länger als sechs Monate dort studieren wollen, ein spezielles Visum dafür.

Weniger Kosten abseits der Eliteunis

Wer einen LL.M. in Großbritannien kostengünstiger absolvieren möchte, findet abseits der Eliteuniversitäten Möglichkeiten. Während Studierende an der University of Oxford mit rund 38.000 GBP (ca. 45.000 Euro) rechnen müssen, kostet ein LL.M. in Bristol oder Glasgow um die 21.000 GBP (ca. 25.000 Euro). Wie sehr die Studiengebühren nach dem Brexit gestiegen sind, zeigt ein Vergleich. Im Jahr 2019 zahlten Studierende noch fast die Hälfte: Ein LL.M. in Bristol kostete 8.600 GBP, in Glasgow 10.800 GBP. In Oxford zahlten Studierende auch damals immerhin schon knapp 22.000 GBP.

Mögliche Finanzierung des LL.M.-Studiums:

  • Stipendien vom DAAD
  • privater Kredit
  • Bildungsfonds
  • Kanzlei-Stipendien

Alle Tipps zur Finanzierung eines LL.M. findest du hier.

Der Aufwand bei der Organisation und die Kosten für die Semestergebühren in Großbritannien zahlen sich für die Teilnehmenden dennoch aus. Sie lernen im Austausch mit internationalen Studierenden unterschiedliche Rechtssysteme zu vergleichen und erhalten Einblicke in internationale Zusammenhänge. In Großbritannien lernen sie das Rechtssystem des ‚Common Law‘ kennen. Das gilt im Großteil des angloamerikanischen Sprachraums. Es unterscheidet sich von dem System des kontinentaleuropäischen ‚Civil Law‘ durch die stärkere Bedeutung vergangener Richtersprüche.

Gründe für ein LL.M.-Studium in UK:

  • verbesserte Englischkenntnisse
  • ein internationales Netzwerk unter Nachwuchsjuristen aufbauen
  • Einblicke in ein anderes Rechtssystem
  • ein höheres Einstiegsgehalt bei manchen Wirtschaftskanzleien

In der Übersicht der LL.M.-Programme finden sich Angaben zu den aktuellen Kosten, den Programmen und weitere Informationen der Universitäten.

Ein Tipp für den Terminkalender: Die Bewerbungsfenster für das Studienjahr 2023/24 öffnen sich bei den begehrten Universitäten schon am 1. September 2022.


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