Private-Equity-Anwalt mit vielen Blickwinkeln

Nach 15 Jahren bei Mayer Brown steigt Jan Streer in die Partnerschaft auf. Im Team nimmt er überraschend eine exponiertere Rolle ein, als gedacht. Für den Private-Equity-Experten eine positive Herausforderung.

Dr. Jan Streer (46)
Mayer Brown, Düsseldorf
Aufgewachsen in:
Leverkusen, geboren in Köln
Erste berufliche Station:
Linklaters

Neun Jahre Associate, sechs Jahre Counsel – in einer internationalen Kanzlei wie Mayer Brown kann der Partnertrack etwas länger dauern. Glücklicherweise konnte sich Jan Streer ausdauernd auf die neue Verantwortung vorbereiten. Denn kaum hatte er die Stelle angetreten, musste er auch gleich an die Front: Bald nach Streers Verpartnerung verlässt nämlich das Aushängeschild der Praxis, Dr. Julian Lemor, die Kanzlei, und nun ist es Streer, der im Scheinwerferlicht der Private-Equity-Beratung steht. Von einem Profi in punkto Rampenlicht lernte Streer auch schon 2010 und 2011 in Berlin. Dorthin war er extra gezogen, um Friedrich Merz, heute CDU-Vorsitzender und damals Mayer-Brown-Partner, als Veräußerungsbevollmächtigten der WestLB zu
unterstützen.

Streer sagt von sich: „Im Ergebnis war ich immer zielstrebig“, auch wenn sein Werdegang auf den ersten Blick nicht so aussieht. Da steht nicht: Gymnasium, eine Klasse übersprungen, Jurastudium in Lichtgeschwindigkeit, Fast-Track-Associate. Im Gegenteil: Schon in der Schulzeit verbringt er zwischendurch ein Jahr in den USA, an der Saint Thomas Aquinas High School in Kansas. Nach Abitur und Zivildienst zieht es ihn an die Universität nach Trier, weil das – ein für Streer entscheidender Punkt – eine der wenigen Hochschulen mit fachspezifischer Fremdsprachenausbildung in Jura ist. Parallel zu seinem Jurastudium hört er auch noch BWL. Dies macht er nicht nur nebenbei. An der Fernuniversität Hagen absolviert er dazu das Vordiplom. Auch bei Mayer Brown feilt er nicht nur im stillen Kämmerlein an seinem fachlichen Knowhow. Er lernt zwischendurch als Legal Counsel die Arbeit von Rechtsabteilungen hinter den Kulissen kennen, indem er etwa für mehrere Monate bei der Wepa Industrieholding und bei Ferrostaal Station macht. Für ihn ist es ein ganz entscheidender Aspekt eines juristischen Beraters, die Arbeit aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten. „Zuerst habe ich mich gefragt: Mache ich BWL oder Jura? Die ökonomische Sichtweise finde ich enorm wichtig, denn wir beraten schließlich Unternehmen, die kaufmännische Entscheidungen treffen“, meint er und bedauert mit seiner breiten Aufstellung den eher verschulten Werdegang vieler Berufsanfänger heutzutage. Konsequenterweise nimmt er sich in der Kanzlei der Fortbildung an und ist zuständig für die Mayer Brown Academy. Dafür bastelt er dann zum Beispiel eine zwölfteilige Fortbildungsserie zu M&A für die Corporate-Praxis.

Zwei Fragen an Streer

Welches nichtjuristische Nicht-Sachbuch bedeutet Ihnen etwas?
„Barbarians at the Gate“ – ein spannender Einblick in eine Welt, die seinerzeit für mich als Praktikant noch weit weg schien, aber mein Interesse an M&A umso mehr entfachte.

Was würden Sie tun, wenn Sie unendlich viel Geld hätten?
Die Regelungen unserer ‚Work From Home Policy‘ ausreizen und von möglichst vielen Orten auf dieser Welt aus arbeiten.

Die Rubrik Karrieresprung erscheint monatlich im JUVE Rechtsmarkt.


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