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19.03.2014 | Autor/in: Markus Lembeck
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Österreich: Große Spannbreite bei Einstiegsgehältern für Juristen

Die großen österreichischen Wirtschaftskanzleien sind in Sachen Juristengehälter viel weniger transparent als ihre deutschen Wettbewerber. Berufseinsteiger werden im Nachbarland individuell sehr unterschiedlich bezahlt. Je nach Kanzlei, Rechtsgebiet und Qualifikationsprofil liegt das Einstiegsgehalt zwischen 2.000 und 4.000 Euro im Monat, allerdings bei 14 Gehaltszahlungen pro Jahr.

Wien: Juristen müssen ihre Gehälter gut verhandeln.

Wien: Juristen müssen ihre Gehälter gut verhandeln.

Die JUVE-Redaktion hat für das in Österreich erscheinende JUVE Magazin erstmals umfassend die Vergütung für angehende Anwälte recherchiert. Freshfields Bruckhaus Deringer zahlt mit rund 50.000 Euro aufwärts die höchsten Gehälter für Konzipienten. Konzipienten sind Juristen, die sich nach dem Studienabschluss noch in der Phase der Rechtsanwaltsanwärterschaft befinden. Diese Phase dauert fünf Jahre und beinhaltet die sogenannte Anwaltsprüfung. Wegen der Dauer, ihres geringeren Alters, aber auch aufgrund ihrer engen Einbindung in den anwaltlichen Berufsalltag sind Konzipienten nicht mit deutschen Referendaren vergleichbar.

Große Sprünge sind üblich

Das Gros der befragten österreichischen Kanzleien zahlt ihren Konzipienten beim Eintritt zwischen 28.000 und 42.000 Euro jährlich. Üblich sind deutliche Gehaltssprünge während der Konzipientenlaufbahn. Nur rund zehn Kanzleien entlohnen ihren Nachwuchs überdurchschnittlich, das heißt, schon zum Einstieg mit über 40.000 Euro und möglicherweise bis zu 70.000 Euro kurz vor der offiziellen Eintragung bei der Rechtsanwaltskammer. „Wer weniger als 3.000 Euro monatlich fordert, weiß nicht, was in einer großen Wirtschaftskanzlei auf ihn zukommt“, sagt ein Rechtsanwalt einer Wiener Top-Kanzlei.

Doch nicht nur die Auswahl der Kanzlei bestimmt die Entlohnung. Auch je nach Fachgebiet gibt es kräftige Unterschiede: „Ein Konzipient kurz vor der Eintragungsfähigkeit mit der Spezialisierung Zivilrecht kommt selten auf ein Gehalt von 5.000 Euro pro Monat, sein Kollege im Bereich Finanzierung oder M&A aber sehr wohl“, sagt Susanne Hochwarter, Gründerin des Recruiters Lawyers & More. Außerdem gibt es ein regionales Gefälle. Der Wiener Kanzleimarkt zahlt bis zu 30 Prozent mehr. Nur einzelne Platzhirsche in Linz oder Graz zahlen auf Hauptstadtniveau. (Eva Konzett, Jörn Poppelbaum, Markus Lembeck)

Im Detail: Gehälter in 30 österreichischen Kanzleien (aus: JUVE Magazin 3-4/2014)

Alles über Einstiegsgehälter in Deutschland auf azur-online