Raue
Top-Arbeitgeber: 5 Sterne
Berliner Kanzlei setzt auf KI
Tradition und Technologie. Die Hauptstadtkanzlei Raue positioniert sich bewusst als Alternative zu den etablierten Großkanzleien. Mit rund 80 Berufsträgern ist die Sozietät längst keine kleine Boutique mehr, wobei sie ihren Spezialisierungen insbesondere im Medienrecht stets treu geblieben ist. Öffentlichkeitswirksam ist nicht zuletzt der KI-Urheberrechtsstreit für Gema gegen Chat-GPT, der zum guten Ruf als innovative Kanzlei beiträgt. Das hat sich auch bei den Wettbewerbern herumgesprochen: „Gute Mischung aus spannenden Mandaten und familiärem Umfeld in relativ großer Kanzlei“, kommentiert ein externer Anwalt in der diesjährigen azur- Associate-Umfrage. Der Raue-Nachwuchs selbst vergibt sehr gute Noten für das Betriebsklima.
KI-Offensive. Raues Engagement bei künstlicher Intelligenz ist beeindruckend. Die Kanzlei entwickelt eigene KI-Plattformen mithilfe eines kanzleiinternen Legal-Tech-Teams, in dem neben IT-Experten und Partnern ebenso Associates und Wirtschaftsjuristen arbeiten. Kürzlich führte die Sozietät regelmäßige Austauschformate ein, um gemeinsam an der Weiterentwicklung der eigenen KI-Lösungen zu arbeiten. Passend dazu muss jeder Mitarbeitende verpflichtend einen ‚KI-Führerschein‘ ablegen. Raue nutzt zudem verschiedene Legal-Tech-Anwendungen von E-Discovery-Tools bis hin zu automatisierten Compliance-Tests. Diese Technologieaffinität kommt gut an. Ein Umfrageteilnehmer lobt besonders die „Bereitstellung modernster KI-Lösungen und KI-Trainings“.
Reden ist Gold. Ebenso punktet die Kanzlei mit ihrer Work-Life-Balance. Anwältinnen und Anwälte können bis zu zwei Tage pro Woche mobil arbeiten. Dennoch wünscht sich ein Raue-Associate „mehr Akzeptanz von Homeoffice“. Raue hat 2025 erneut an ihrer Feedbackkultur gearbeitet. Dafür hat sie erstmals eine sogenannte Feedback- Woche eingeführt, um den fachübergreifenden Austausch zu fördern. Auch die jährlichen Gespräche zwischen Associates und zwei Partnern hat die Kanzlei neu strukturiert und an zwei unterschiedliche Senioritätsstufen angepasst. Zusätzlich steht jedem Associate ein selbstgewählter Partner aus einem anderen Bereich als Mentor zur Verfügung. Deutlich kritischer als die Feedbackkultur bewerten die Associates ihre Vergütung. Mit 110.000 Euro in den ersten beiden Berufsjahren liegt Raue unter dem Niveau vieler Wettbewerber und erhält in der azur-Umfrage eher unterdurchschnittliche Noten. Erst ab dem vierten Berufsjahr, wenn die Beförderung zum Senior Associate ansteht, steigt das Grundgehalt auf 130.000 Euro. Immerhin können Associates bereits ab dem zweiten Jahr leistungsbezogene Boni erhalten.
- 10 bis 15 Volljuristen
- 25 Referendare
- 12 WiMis
- 10 Praktikanten
Praktikum & Referendariat
Praktikantinnen und Praktikanten erhalten keine Aufwandsentschädigung, werden aber zu internen Events und Fortbildungen eingeladen. Sie werden eng durch zugewiesene Ausbilder betreut. Auch Referendarinnen und Referendare nehmen an internen Fortbildungen teil und erhalten Unterstützung bei der Examensvorbereitung zum Beispiel durch Kaiserseminare. Zudem erhält jeder Referendar einen Mentor aus seinem Arbeitsbereich. Um die Kommunikation zwischen Referendaren, Praktikanten und wissenschaftlichen Mitarbeitenden zu fördern, hat Raue ihre ehemalige Bibliothek zum Austauschort umgewidmet.
Ausbildung & Karriere
Das interne Fortbildungsprogramm gliedert sich in drei Kernbereiche: Fachthemen, persönliche Kompetenzen und Karriereförderung. Ergänzend zu diesen Inhalten gibt es eine Kooperation mit der Bucerius Executive Education. Alle Associates durchlaufen bei Raue verpflichtende KI-Schulungen, unter anderem auch für das Handling kanzleiinterner Plattformen. In regelmäßigen Austauschformaten entwickeln kanzleieigene IT-Experten gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern, Associates und Legal-Tech-Mitarbeitenden die KI-Lösungen der Kanzlei weiter. Mit der Weiterbildung sind die Raue-Associates leicht unterdurchschnittlich zufrieden. Deutlich euphorischer sind sie bei ihren Karrierechancen. Hervorragende Noten vergeben sie für ihre Chancen auf den Vollpartnerstatus und auch jenseits der hächsten Karrierestufen ist die Zufriedenheit sehr hoch. Das verwundert nicht. Denn Raue ernennt regelmäßig Voll- sowie sogenannte Associate-Partner. Zum Jahresbeginn ernannte Raue einen Vollpartner und eine Associate-Partnerin.
Arbeit, Leben & Familie
• Kooperation mit Urban Sports Club
• Flexible Teilzeitmodelle auf allen Ebenen
Stand: Druckausgabe von azur100 2026 mit Erscheinungsdatum 20.03.2026 (Ausnahme: Gehalt, dieses wird regelmäßig aktualisiert). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik
Standort in Deutschland: Berlin
Anwälte in Deutschland: 29 Vollpartner, 7 Non-Equity-Partner, 8 Counsel, 32 Associates und 3 of Counsel
Frauenanteil Anwälte: 39,2 %; 24,1 % innerhalb der Vollpartnerschaft
Internationale Präsenz: Keine Auslandsbüros; die Kooperation mit ausländischen Kanzleien ist eingespielt.
Die Kanzlei erwartet, wie die meisten Wettbewerber, überdurchschnittliche juristische Qualifikationen in beiden Examina. Doktortitel oder LL.M. sind gerne gesehen, ebenso wie wissenschaftliche Erfahrungen durch die Mitarbeit an Publikationen. Englischkenntnisse, die bevorzugt im Ausland erworben wurden, sind Voraussetzung. Besonders willkommen sind Bewerberinnen und Bewerber mit Interesse an Legal Tech und KI-Lösungen. Das Verfahren beginnt mit einem Gespräch bei der Recruiting-Partnerin, gefolgt von ein bis zwei Gesprächen mit Partnern des angestrebten Fachbereichs. In weiteren Runden folgen Gespräche mit Teammitgliedern in kleinen Gruppen, um sowohl die fachliche als auch persönliche Eignung zu prüfen.
Associates:
1. Jahr: 110.000 Euro
Alle aktuellen Gehälter von Associates und Syndizi in verschiedenen Berufsjahren, im Referendariat und für die wissenschaftliche Mitarbeit findest du in unseren Gehältertabellen.
- Arbeitsrecht
- Gesellschaftsrecht
- Öffentlicher Sektor
- Regulierung
- Technologie und Medien
- Transaktionen (M&A, Private Equity und Venture Capital)
Bemerkung: Hier sind nur die Rechtsgebiete aufgelistet, die auch im aktuellen JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien auf www.juve.de bewertet werden.