PricewaterhouseCoopers Legal

Top-Arbeitgeber: Platz 19

Die etwas andere Jura-Karriere im großen Beratungsunternehmen

Erwartungsmanagement ist das A und O. Wer als Jurist am liebsten tief in Schriftsätze versinken möchte, ohne den Blick nach links und rechts zu richten, der ist bei PwC Legal falsch. Isolierte Rechtsberatung ist an den 18 deutschen Standorten ein Fremdwort. Die jungen Juristen, die sich für den Karriereweg im Rechtsarm der deutschen Big Four entschieden haben, sind laut azur-Umfrage auch zufrieden mit ihrer Arbeitgeberin. Ein Umfrageteilnehmer fasst zusammen: „Super Kombination aus Unternehmen und Großkanzlei.“ Doch Volljuristen, die bei PwC Legal einsteigen, müssen auch Kompromisse machen – gerade im Vergleich zu Großkanzleien. Das Gehalt sei „leider im Marktvergleich keine angemessene Bezahlung“, schreibt ein Teilnehmer der azur-Umfrage. Bewerber bei PwC Legal erwartet eine Karriere in einem großen interdisziplinären Beratungsunternehmen, die nur punktuell den typischen Kanzleistrukturen ähnelt. Dafür profitieren sie auch von vielen anderen Vorteilen, die Großkanzleien ihren Mitarbeitern häufig nicht bieten können. Einer ist die Arbeitszeit: Mit laut azur-Umfrage 49 Wochenstunden sitzen die PwC Legal-Anwälte rund vier Stunden weniger im Büro als ihre Kollegen in anderen Kanzleien im Marktdurchschnitt. Durch „sehr humane Billable-Vorgaben“ ist der Druck nicht mit dem zu vergleichen, was von Großkanzlei-Associates in der Regel erwartet wird.

Mobiles Arbeiten ist selbstverständlich. Nicht erst seit der Pandemie ist flexibles Arbeiten inklusive einer eigenen Ausstattung im Home­office möglich. In der azur-Umfrage loben die PwC-Anwälte „flexibles Arbeiten, von wo man möchte“. Nur durchschnittlich zufrieden sind sie hingegen mit ihren Weiterbildungsmöglichkeiten. Sie wünschen sich etwa „mehr Schulungen ausschließlich für Juristen“. Gleichzeitig schätzen sie die gemeinsamen Ausbildungs­elemente mit den Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern und loben Seminare, die „über den juristischen Tellerrand hinausgehen, etwa zu Themen wie Bilanzen und Unternehmens­bewertungen“.

Bekenntnis zu diversen Führungsetagen. Die PwC Legal-Juristen sind laut azur-Umfrage mit der Kommunikation und dem Betriebsklima überdurchschnittlich zufrieden. Sie loben das „unheimlich tolle, junge Team“ und fühlen sich „als Mitarbeiter wertgeschätzt“. Unternehmensweit finden regelmäßig zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Aspekten von Diversity statt. Der Rechtsarm bemüht sich, flexible Karrierewege zu verwirklichen. So wirkt sich Teilzeit laut PwC Legal explizit nicht auf die Karriereentwicklung aus. Dass die Work-Life-Balance und die Vereinbarkeit von Karriere und Familie stimmen, belegen auch positive Rückmeldungen in der azur-Umfrage. Doch trotz der „hohen Akzeptanz vieler verschiedener Modelle“ sieht einer die Teilzeitmodelle „bei der schlechten Bezahlung als kaum rentabel“.

Neueinstellungen 2022
  • 65 bis 70 Volljuristen
  • 100 Referendare
  • 55 Praktikanten

Praktikum & Referendariat

Anders als das typische Kanzleipraktikum dauert dies bei PwC Legal nicht nur wenige Wochen, sondern 3 bis 6 Monate und ist interdisziplinär aufgesetzt. Ein umfangreiches Alumniprogramm bietet ehemaligen Praktikanten und Referendaren eine Plattform mit fachlichen Workshops, Soft-Skills-Trainings oder Karrieregesprächen. Zweimal jährlich können alle Referendare an einem exklusiv von PwC Legal organ­isierten Repetitorium zum 1. Examen teilnehmen. Ein ehema­liger Referendar lobt in der azur-Bewerberumfrage die „direkte Einbindung in das Team“.


Ausbildung & Karriere

Ab Tag eins steht jedem Neuankömmling ein ‚People Manager‘ zur Seite, der zur Weiterbildung und persönlichen Entwicklung berät. Eine hauseigene Akademie bietet Trainings zu Soft Skills, fachlichen Themen oder Führungsverhalten. Die Ausbildung der Juristen findet immer im Kontext von den anderen hauseigenen Disziplinen (Steuern, Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung) statt. Zudem absolvieren sie oft einen Fachanwaltslehrgang. Vor dem Aufstieg in die Partnerschaft wird ein junger Jurist als Key-Talent nominiert und erhält damit Zugriff auf besondere Entwicklungsprogramme für den bevorstehenden Weg. Bei PwC Legal gibt es kein Up-or-out-Prinzip, die Beschäftigung als dauerhaft angestellter Anwalt ist möglich. Die entsprechenden Karrierestufen, der Senior-Manager und der Director, sind mit den Salary-Partnern oder Counsel in anderen Kanzleien zu vergleichen. In der azur-Associate-Umfrage sind PwC Legal-Associ­ates zufriedener mit ihren Partnerchancen als Anwälte in anderen Kanzleien. Sie loben „herausfordernde Aufgaben, viele Lernfelder und Möglichkeiten, etwas auszuprobieren“ und die „transparente Kommunikation bzgl. beruflicher Laufbahn und Beförderungsmöglichkeiten“.


Arbeit, Leben & Familie

  • Homeoffice inklusive,Ausstattung flexibel möglich
  • Familienservice, Betriebskita in Frankfurt, Kooperationen für Fitnessangebote, eigener Podcast etwa zu Stressprävention, Resilienz, Schlafanalyse
  • Besonders während der Pandemie Unterstützung bei herausfordernden Familiensituationen, etwa durch Kinderbetreuungsprogramme oder Extraurlaub

 

Stand: Druckausgabe von azur100 2022 mit Erscheinungsdatum 18.03.2022 (Ausnahme: Gehälter, diese werden regelmäßig aktualisiert). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.

Das azur Urteil
  • Praktikum 2 Sterne

  • Referendarausbildung 2 Sterne

  • Associate-Ausbildung 2 Sterne

  • Associate-Zufriedenheit 3 Sterne

  • Gehalt

    Keine Wertung
  • Aufstiegschancen 2 Sterne

  • Karriere und Familie 4 Sterne

  • Work-Life-Balance 3 Sterne

  • Internationalität 4 Sterne

Lob der eigenen Associates

  • „Super Kombination aus Unternehmen und Großkanzlei”

  • „Sehr sozialer Arbeitgeber mit Rücksicht auf private ­Belange”

  • „Unheimlich tolles und junges Team, es herrscht Aufbruch­stimmung.”

Kritik der eigenen Associates

  • „Potenzial wird durch ein schlechtes Vergütungssystem und Grabenkämpfe zwischen den Partnern verspielt.”

  • „Weiterbildungsmöglichkeiten sind unübersichtlich und unstrukturiert.”

  • „Anforderungen an die nächsten Karrierestufen sind nicht immer klar definiert und kommuniziert.”