Legal Tech im Examen

Legal Tech findet immer weiter Einzug in den universitären Alltag. Eigenständige Studiengänge beschäftigen sich mit Programmierung, Datenanalyse und der Automatisierung juristischer Prozesse. Für viele Jura-Studierende noch interessanter ist die Frage, ob sich digitale Kompetenzen unmittelbar in die Examensnote einbringen lassen. Möglich wird das dort, wo Legal Tech Teil eines Schwerpunktbereichs geworden ist.

  • Den Anfang machte 2019 die private  EBS Univer­sität , die als erste deutsche Hochschule Legal Tech als prüfungsrelevanten Schwerpunkt einführte. Inzwischen gibt es vergleichbare Angebote an der Universität Köln mit dem Schwerpunktbereich ‚Recht der Digitalisierung, Digitalisierung des Rechts‘ sowie an der Universität Osnabrück  mit dem Schwerpunkt ‚Digital Law‘. Einen weiteren examensrelevanten Schwerpunkt hat die Univer­sität Münster mit dem Bereich ‚Digitalisierung, KI und Recht‘ geschaffen, der technologiebezogene Rechtsfragen in den Mittelpunkt stellt.
  • Eine besondere Rolle spielt erneut die Universität Passau . Ihr Schwerpunktbereich ‚Legal Tech‘ umfasst nicht nur rechtliche Fragestellungen, sondern auch Programmierung mit Skriptsprachen sowie Lehrveranstaltungen wie ‚Algorithmen und Recht‘.
  • Einen anderen examensrelevanten Schwerpunkt hat die Universität Erlangen-Nürnberg  zum Wintersemester 2024/25 eingeführt: Der Schwerpunkt ‚IT-Recht‘ behandelt IT- und Internetrecht, Datenrecht, Softwareschutz und KI-Fragen und ist eng mit dem dort angebotenen LL.M. ‚Recht und Informatik‘ verzahnt. Auch die Universität Hannover  bietet einen Schwerpunktbereich mit starkem IT- und Datenrechtsprofil an, der zahlreiche Legal-­Tech-relevante Themen abdeckt.

Für angehende Volljuristen dürften solche Schwerpunktbereiche oft die attraktivste Möglichkeit sein, Digitalisierung und klassische Juristenausbildung miteinander zu verbinden. Schließlich fließen die dort erbrachten Leistungen unmittelbar in den universitären Teil der ersten Staatsprüfung ein.

Spezialisierung nach dem Studium

Wer seine Kenntnisse zum Legal-Tech- und KI-Einsatz erst nach dem ersten Abschluss vertiefen möchte, findet inzwischen eine wachsende Zahl spezialisierter Masterprogramme.

  • Die  Universität Regensburg  bietet einen berufsbegleitenden LL.M. Legal Tech an, der von den Grundlagen des Digital Law bis zur juristischen Softwareentwicklung reicht.
  • Die Hochschule Wismar  führt ihren LL.M. Legal Tech ebenfalls berufsbegleitend und überwiegend im Fernstudium durch.
  • Die Universität Köln  hat mit dem LL.M. Recht der Digitalisierung ein kompaktes Einjahresprogramm geschaffen, in dem Legal Tech zum Pflichtprogramm gehört.
  • Weitere Studiengänge bieten die Universität Würzburg  (LL.M. Digitalization and Law), die Universität Erlangen-Nürnberg  (LL.M. Recht und Informatik) sowie die Universität Osnabrück mit ihrem englischsprachigen Master of European Technology Law.
  • Einen besonderen Master-Abschluss vergibt die  Universität des Saarlandes , einst Pionierin der Rechtsinformatik, mit dem LL.M. Informationstechnologie & Recht, der IT-Recht, Datenschutz und KI-Fragen verbindet.

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