KI an der Uni: Würzburg geht voran

In Würzburg müssen Jura-Studierende jetzt eine Pflichtvorlesung zur Künstlichen Intelligenz besuchen. Damit ist die bayerische Hochschule eine der Voreiterinnen beim Umgang mit KI.

Für einen produktiven Umgang mit KI müssen Nachwuchsjuristen ein Verständnis für die Künstliche Intelligenz entwickeln und über Möglichkeiten und Grenzen aufgeklärt werden. Je früher, desto besser. Deshalb setzen mittlerweile einige Universitäten auf spezielle Lehrveranstaltungen in diesem Bereich.

Die Uni Würzburg führt zum Wintersemester 2026/27 die Vorlesung „Legal AI: Künstliche Intelligenz in der Rechtsanwendung“ als verpflichtendes Modul ein. Hierbei sollen Studierende in ihrem Umgang mit Künstlicher Intelligenz sensibilisiert werden. Sie lernen, wie man KI verantwortungsvoll beispielsweise für das Schreiben und Verbessern von Hausarbeiten oder die juristische Recherche nutzen kann. Dazu gehört auch, sich der Grenzen und Fehler durch die KI bewusst zu werden und sich außerdem mit rechtlichen und ethischen Grundlagen von Legal Tech auseinanderzusetzen. Eine begleitende Arbeitsgemeinschaft dient der praktischen Erprobung des Gelernten. Das Bestehen der Abschlussklausur wird zur Voraussetzung für die Teilnahme an den Fortgeschrittenenübungen.

Ein weiterer Schritt für Würzburg

Weitergehend kann man sich mit der Thematik in dem studienbegleitenden Kompetenznachweis „Legal Tech, Künstliche Intelligenz und Legal Data Science“ und dem englischsprachigen Masterprogramm „Digitalization and Law“ beschäftigen.

Würzburg ist mit diesen Angeboten ein Vorbild für andere Universitäten. Oftmals ist Künstliche Intelligenz noch kein Thema, obwohl sie sowohl in der juristischen Ausbildung als auch in den meisten juristischen Berufen eine Rolle einnimmt. Die Würzburger Studierenden können so erlernen, Vorteile aus dem verantwortungsvollen KI-Einsatz für das Studium und den Arbeitsalltag zu ziehen. Besonders die Arbeitsgemeinschaften bringen einen praktischen Anteil ein, welcher im Verlauf des Jurastudiums immer noch oft zu kurz kommt.

KI als Vorlesungsthema

Die Würzburger sind damit aber nicht allein. Auch andere Universitäten führen Vorlesungen im Bereich Künstliche Intelligenz ein.

Die Universität des Saarlandes startete bereits im Wintersemester 2025/26 mit der Vorlesung „KI im Jurastudium“, welche Grundverständnisse und do’s and dont’s bei der Nutzung von KI im Studium vermittelt. Auch die Uni Heidelberg will in der Vorlesung „Generative KI für Jurist*innen, Grundlagen und Coding“ das technische Verständnis für generative KI fördern. So soll der Einsatz der KI bei juristischen Tätigkeiten optimiert werden. Die rechtswissenschaftliche Fakultät der Uni Marburg setzt auf neue Schlüsselqualifikationen in Form der workshopähnlichen Veranstaltung „Künstliche Intelligenz in juristischer Ausbildung und juristischer Tätigkeit“. Interessierte lernen hier, wie juristisches Arbeiten mithilfe von KI verbessert werden kann und technische sowie rechtliche Grenzen zu erkennen.

KI-Tutor und KI-Prüfungssimulation

Ob verpflichtende Vorlesung oder freiwillige Zusatzqualifikation: KI wird auch im universitären Alltag präsenter. An der LMU München kommt beispielsweise in ausgewählten Vorlesungen seit dem Sommersemester 2025 ein KI-Tutor namens „OneTutor“ zum Einsatz, der einen thematischen Wissensquiz erstellt und so die Studierenden regelmäßig abfragen kann. Die Universität Bayreuth setzt seit dem Wintersemester 2024/25 auf den KI-Simulator „ExamSim“, welcher realistische und individuelle Prüfungssituationen zur Vorbereitung auf mündliche Prüfungen schafft. So werden Studierende in der Übung für die eher ungewohnte Situation einer mündlichen Prüfung im Jurastudium unterstützt. Das kann dabei helfen, die Angst vor der Herausforderung zu nehmen und die Studierenden zu stärken.

Eine umfassendere Auflistung von universitären Aktivitäten zum Thema Künstliche Intelligenz erscheint am 27. Oktober in azur und auf azur-online.de.


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