Norton Rose setzt auf Legal-Innovation

Die internationale Wirtschaftskanzlei Norton Rose Fulbright baut den Einsatz von Legal Tech aus. Eine neu ernannte Innovationsmanagerin soll die deutsche Praxis auch stärker mit dem Legal-Process-Hub in Newcastle verbinden.

Immer mehr Kanzleien beginnen, Mandate innovativ zu managen. Darunter fällt nicht nur der Einsatz von Legal-Tech-Tools, sondern auch die Einbindung von Personal abseits der Volljuristinnen und -juristen.

Um diese Entwicklung in ihrer deutschen Beratung zu beschleunigen, baut Norton Rose Fulbright nun eine Innovationspraxis am Hamburger Standort auf. Dafür hat sie die Associate Lena Haffner (33), die bislang im Immobilienrecht beraten hat, zur Innovationsmanagerin ernannt. Sie ist nun zuständig, das kanzleiweite Projekt ‚NRF Transform‘ im deutschen Markt zu managen. Ziel des Projekts ist es, Legal-Tech-Technologien zu entwickeln und neue Wege der Rechtsdienstleistung zu untersuchen.

Lena Haffner ist Innovationsmanagerin bei Norton Rose in Hamburg

Im ersten Schritt wird die Anwältin, die sich dieser Aufgabe in Vollzeit widmet, die Partnerinnen und Partner in Deutschland beraten, ob und an welcher Stelle der Einsatz von bereits vorhandenen Technologien sinnvoll ist und wo noch Innovations- und Entwicklungspotenzial besteht.

In Großbritannien betreibt die Kanzlei schon seit einigen Jahren einen sogenannten Legal Process Hub, an dem inzwischen rund 280 Mitarbeitende beschäftigt sind, darunter auch viele Paralegals. Die deutschen Anwältinnen und Anwälte sollen über die Innovationspraxis stärker die Kapazitäten des Hubs nutzen.

Auch andere Kanzleien setzen auf dieses Modell. So betreibt Freshfields Bruckhaus Deringer im britischen Manchester einen Hub, an dem unter anderem Paralegals, IT- und Datenexperten und Support-Personal arbeiten. Ende vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die Kanzlei in Deutschland Einheiten für Massenverfahren plant, unter anderem in Münster, wo sie zum Februar eröffnete. Damit begegnen Kanzleien der Entwicklung, die vor allem die riesigen Verfahren rund um den Dieselkomplex verursacht haben. Solche Projekte erfordern neben der Auswertung von vielen Daten eine ganz neue Dimension von Mandatssteuerung.

In Hamburg plant Norton Rose perspektivisch einen weiteren personellen Ausbau des Innovationsteams.


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