Karrieresprung: Vorwegtänzerin

Ballett, Abi, Studium: Cäcilie Lüneborg war mit vielem früh dran. Nun wurde sie mit 36 Jahren Corporate-Partnerin bei SZA Schilling Zutt & Anschütz.

Foto: SZA Schilling Zutt & Anschütz

Dr. Cäcilie Lüneborg (36)
SZA Schilling Zutt & Anschütz
Aufgewachsen in:
Waldenbuch bei Böblingen
Erste berufliche Station:
Linklaters

Cäcilie Lüneborg war oft früh dran in ihrem Leben. Im sechsten Lebensjahr begann für sie nicht nur, wie für andere Kinder, die Schullaufbahn – sondern auch das Balletttraining. Bis heute ist sie dem treu geblieben. Die 11. Klasse des Immanuel-Kant-Gymnasiums hat sie übersprungen. Nach dem Abitur gönnte sie sich keine Auszeit, sondern startete ohne Zwischenstopp direkt ins Studium. Bei so viel Schwung überrascht es kaum, dass sie in der aktuellen Beförderungsrunde von SZA Schilling Zutt & Anschütz mit gerade mal 36 Jahren deutlich die Jüngste ist. Die zwei weiteren Neupartner Dr. Christoph Allmendinger und Dr. Philipp Rüppell haben beide bereits ihren 40. Geburtstag gefeiert.

Ihr berufliches Ziel war Lüneborg schon bald nach dem Einstieg bei SZA 2013 klar: „Ich habe früh gesagt, dass ich keine angestellte Anwältin bleiben will.“ Frauen sind in der gut 30-köpfigen Partnerschaft von SZA noch immer rar. Die Kanzlei hatte vor sechs Jahren das letzte Mal eine Frau in die Equity-Partnerriege befördert. „Mehrere SZA-Partner haben mich über viele Jahre immens gefördert“, berichtet Lüneborg.
Sie hat in Passau studiert und als wissenschaftliche Hilfskraft bei ihrem späteren Doktorvater Prof. Dr. Holger Altmeppen gearbeitet. Zusätzlich gab sie Tutorien im Strafrecht. Nach dem Referendariat – 2011 bis 2013 – war sie Akademische Rätin auf Zeit. Das Angebot für die Habilitation stellte sie zunächst zurück – für einen Praxistest bei Linklaters. Weil sich damals dort die gewünschte Ausrichtung auf das Gesellschaftsrecht nicht umsetzen ließ, wechselte sie nach einem halben Jahr zu SZA.

Aktienrecht, Corporate Governance und Litigation sowie Compliance sind nun ihre Schwerpunkte. In Zeiten wachsender Bedeutung von sozial und ethisch geprägtem unternehmerischen Handeln ist sie mit diesem Beratungsmix gut aufgestellt für die Partnerschaft. Zu ihren aktuellen Themen gehört das neue Liefer­kettengesetz: „Es ist das erste Gesetz, das Hinweise dazu gibt, wie sich der Gesetzgeber den Aufbau eines Compliance-Management-­Systems vorstellt, und schafft sehr viel Beratungsbedarf.“

Die regelmäßigen Ballettstunden sind für Lüneborg nach wie vor der Ausgleich zum Job. Mit einem Augenzwinkern sagt sie: „Wer aus der Reihe tanzen will, muss dafür eben beständig üben.“

Cäcilie Lüneborg macht sich beim Ballett fit für den Job. Sie tanzte schon als Sechsjährige und hat das Hobby auch als Erwachsene beibehalten. (Foto: Privat)

Zwei Fragen an Lüneborg:

Welchen Beruf haben sich Ihre Eltern für Sie vorgestellt?

Meiner Mutter war (ausdrücklich) wichtig, dass mir mein Beruf Freude macht, meinem Vater (insgeheim), dass ich früh auf eigenen Beinen stehe: Beides hat sich erfüllt.

Wo haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient und was haben Sie davon gekauft?

Mit sechs Jahren auf dem Flohmarkt – als Grundstock für die erste Weltreise.

Die Rubrik Karrieresprung erscheint monatlich im JUVE Rechtsmarkt.


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