Karriere in der ESG-Beratung

ESG ist aus dem anwaltlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Kanzleien entwickeln Beratungskonzepte für ihre Mandanten. Das Geschäftsfeld wächst massiv. Und so bietet ESG auch für den juristischen Nachwuchs zahlreiche Möglichkeiten, die Karriere zu gestalten.

Environmental, Social, Governance. Kurz: ESG. Das Schlagwort geistert bereits seit einigen Jahren durch den Rechtsberatungsmarkt. Doch erst in den vergangenen Monaten hat das Thema so richtig an Fahrt aufgenommen. Ziel ist es, Unternehmen zu bewegen, klimafreundlicher und sozialer zu wirtschaften. Einige Unternehmen gehen bereits mit gutem Beispiel voran und sehen in ESG nicht nur ein Haftungsrisiko, sondern eine Chance, beispielsweise für neue, nachhaltigere Geschäftsmodelle. Andere müssen erst noch von Sinn und Zweck der ESG-Bewegung überzeugt werden.

Doch egal welche Motivation dahintersteckt, eines ist immer gleich: Für die umfassenden Transformationsprozesse, denen sich Unternehmen und Fondsgesellschaften in den kommenden Jahren stellen müssen, braucht es rechtlichen Rat.

ESG als Querschnittsberatung

Einige Kanzleien haben besonders früh auf den ESG-Trend reagiert, das reicht von DLA Piper bis White & Case. Es wurden eigene Praxisgruppen, Task Forces oder sonstige Expertengremien aufgesetzt, die sich – teilweise auch global vernetzt – mit dem Thema befassen und schon jetzt spannende Mandate bearbeiten.

Der Charme von ESG liegt darin, dass es kein abgegrenztes Rechtsgebiet ist, sondern eine Querschnittsmaterie. Es betrifft fast alle Bereiche von Arbeits- über Gesellschaftsrecht und Compliance bis hin zum Vertriebsrecht. Die Möglichkeiten gerade für junge Anwältinnen und Anwälte sind vielfältig und lassen sich durchaus mit Interessen für klassische Rechtsberatungsfelder wie Öffentliches Recht, Gesellschafts- oder Kartellrecht kombinieren. Auch deswegen sind die Mandate sehr divers, sie reichen von Klagen wegen vermeintlicher Verfehlung von Klimazielen über die Abwehr von Greenwashing-Vorwürfen, der Prüfung von Lieferketten bis hin zur Strukturierung von Finanzprodukten.

ESG ist im Kanzleimarkt weit verbreitet

Wer sich für ESG-Beratung interessiert muss dafür nicht zwingend bei einer internationalen Großkanzlei à la Freshfields Bruckhaus Deringer oder Hogan Lovells anheuern. Zwar führen die internationalen Sozietäten Baker McKenzie, Clifford Chance und Freshfields Bruckhaus Deringer das aktuelle ESG-Ranking im JUVE-Handbuch an. Doch auch deutsche Großkanzleien wie Noerr oder Gleiss Lutz haben dort ihren Platz. Und selbst in Boutiquen, die sich in der Regel nur einem Rechtsgebiet verschrieben haben, bietet ESG jede Menge Anknüpfungspunkte und spannende Mandate.

Während sich öffentlich-rechtliche Einheiten wie Posser Spieth Wolfers & Partners oder Franßen & Nusser vor allem mit den Nachhaltigkeitsthemen wie Produkt-Compliance oder Klimaklagen befassen, tauchen die Compliance-Experten von Pohlmann & Company tief in die unternehmerischen Strukturen ein.

Welche Kanzleien beim Thema ESG derzeit die Nase vorn haben, lest Ihr im aktuellen JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien.


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