Hochsitz im DAX

Von Linklaters über Bilfinger zu Heidelberg Materials: Fabian Schmitz ist beruflich nicht nur viel herumgekommen, privat kommt er auch viel raus. Denn wenn er nicht gerade den Aufsichtsrat berät, geht er gern jagen.

Foto: privat

Fabian Schmitz (39)
Heidelberg Materials

Aufgewachsen in:
Idar-Oberstein

Erste berufliche Station:
Linklaters

Linklaters, Bilfinger, schließlich der Sprung in den Dax-Konzern: Seit November ist Fabian Schmitz Head of Corporate Law & Board Matters bei Heidelberg Materials. Die Position wurde neu geschaffen und bündelt alle kapitalmarkt- und gesellschaftsrechtlichen Themen. Gemeinsam mit General Counsel Roland Sterr unterstützt Schmitz auch den Aufsichtsrat des Baustoffkonzerns.

Schon in der Schulzeit beschloss er, Jurist zu werden. Das Studium absolvierte er zwischen 2005 und 2010 in Freiburg und Göttingen. Das erste Praktikum als Jurastudent führte ihn in die Kanzlei des Insolvenzverwalters Dr. Jobst Wellensiek. „Er war eine beeindruckende Persönlichkeit, fachlich wie menschlich“, sagt Schmitz. Auch das Flair der Stadt Heidelberg gefiel ihm gut. Mit dem ersten Staatsexamen ging es 2012 auf Anwaltsstation zu Linklaters in die Corporate-Praxis – und in einen M&A-Markt, der sich von der Finanzkrise wieder erholte. Die nachfolgende Inhouse-Station in Mercks Konzernrechtsabteilung weckte bei Schmitz das Interesse an der gestaltenden, konzerninternen Beratung.

Nach dem Zweiten Staatsexamen sattelte Schmitz noch einen LL.M.-Studiengang in Schottland drauf, um sich weiter im Corporate und Financial Law zu spezialisieren. 2014 kehrte er als Associate zu Linklaters zurück, direkt ins Team von Dr. Ralph Drebes. „Der Transaktionsmarkt boomte, und ich war zur rechten Zeit im rechten Team.“ Höhepunkt: der Verkauf von Tank & Rast mit 350 Tankstellen und 390 Raststätten an deutschen Autobahnen und einem Transaktionsvolumen von rund 3,5 Milliarden Euro.

Raus aus dem Büro und rein in die Natur: Mit der Jagd ist Fabian Schmitz seit Kindertagen vertraut. Foto: privat

2017 bot sich dann die Chance, als Syndikusanwalt in Bilfingers Corporate Office einzusteigen. Das hieß, gleichzeitig im sogenannten ‚Compliance Monitor Liasion Office‘ des MDax-Konzerns mitzuarbeiten, denn der Mannheimer Industriedienstleister war nach Siemens und Daimler das dritte große deutsche Unternehmen, das vom US-Justizministerium einen Aufpasser an die Seite gestellt bekommen hatte. Später verhandelte das Legal-Team Vergleiche mit den D&O-Versicherungen diverser Ex-Vorstände.

2022 dann wechselte Schmitz zum Dax-Konzern Heidelberg Materials – genauer gesagt: HeidelbergCement, wie das Unternehmen bis 2023 hieß. Wie Bilfinger hatte es einen umfangreichen Transformationsprozess angestoßen. Das Ziel: Bis 2030 soll rund die Hälfte des hergestellten Materials aus nachhaltiger Produktion stammen. Schmitz, der als Senior Legal Counsel zum Team stieß, sagt: „Diese positive Aufbruchstimmung ist in allen Abteilungen zu spüren und es ist klasse, Teil dessen zu sein.“ Nach der internen Beförderung kann er nun mit eingespieltem Team die Hauptversammlung im Mai vorbereiten und große Umstrukturierungsprojekte steuern. Ob er auch Hobbys hat? „Meine Familie steht an erster Stelle. Wenn ich dann noch Zeit finde, verbringe ich sie gerne in der Natur und gehe auf die Jagd.“ Schmitz liebt die Ruhe auf dem Hochsitz, um aufzutanken.


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