Gleiss Lutz führt Salary-Partnerschaft ein
Gleiss Lutz hat auf der Sozietätsversammlung am vergangenen Freitag in Frankfurt beschlossen, eine Salary-Partnerschaft einzuführen. Die neue Stufe soll es der Kanzlei ermöglichen, mehr Partnerinnen und Partner zu machen. Die Entscheidung soll ohne größere Kontroversen gefallen sein.
Die Kanzlei bestätigte die Einführung der Salary-Partnerschaft gegenüber JUVE. Anders als bei Hengeler Mueller, die vor zwei Jahren ebenfalls einen Salary-Partnerstatus eingeführt hatte, ist die neue Karrierestufe bei Gleiss keine obligatorische Durchgangsstufe auf dem Weg in die Equity-Partnerschaft, sondern eine „fakultative Ergänzung des Karrieretracks“, sagte Dr. Johann Wagner, neben Dr. Ralf Morshäuser Co-Managing-Partner der Kanzlei. „Der Normalfall bleibt die direkte Aufnahme in die Equity-Partnerschaft nach sieben Jahren.“
Den neuen Partnerstatus beschreibt die Kanzlei entsprechend als mögliche Zwischenstufe zwischen dem Assoziierten Partner (ab dem 4. Berufsjahr), der dem Senior Associate in anderen Kanzleien verwandt ist, und dem Equity-Partner. Salary-Partnerinnen und Partner will Gleiss nach außen nicht von den Equity-Partnern unterscheiden. Geplant ist, dass Salary-Partner zwei bis vier Jahre lang auf dieser Karrierestufe bleiben, um etwa ihren Business Case weiterzuentwickeln. Erstmals nach zwei Jahren und gegebenenfalls erneut nach vier Jahren entscheidet die Partnerschaft über die Aufnahme eines Salary-Partners in die Equity-Riege der Kanzlei.
Mit der Einführung der Salary-Partnerschaft sei „das Ziel verbunden, mehr Juristinnen und Juristen in die Partnerschaft zu entwickeln“, so Wagner. Als Lockstep-Kanzlei steht Gleiss Lutz vor dem Problem, bei der Ernennung neuer Partnerinnen und Partner restriktiver vorgehen zu müssen, als das für eine ausgewogene Altersstruktur wünschenswert wäre. Wer in die Equity-Partnerschaft aufgenommen wird, braucht dafür die Zustimmung von mindestens 85 Prozent der Bestands-Vollpartner. Zum laufenden Geschäftsjahr ernannte Gleiss Lutz nur zwei neue Equity-Partner.
Die neue Stufe flexibilisiere den Partnertrack und erlaube es, neue, von den klassischen abweichende Geschäftsbereiche besser aufzubauen, heißt es nun. Nach JUVE-Informationen votierte die Gleiss-Partnerschaft am vergangenen Freitag auf der Sozietätsversammlung in Frankfurt für die Einführung des Salary-Partnerstatus.