Die Stürmerin im Arbeitsrecht

Paula Wernecke wechselt die Perspektive: Bislang Counsel in der Arbeitsrechts­praxis von CMS, steigt sie nun zur Chief-HR-Officer der Kanzlei auf.

Foto: Joachim Weber/JOCAO

Paula Wernecke (39)
CMS Hasche Sigle
Aufgewachsen in: Erlangen
Erste berufliche Station: Adidas

Wenn Paula Wernecke von Adidas spricht, sprüht sie vor Begeisterung. „Ich war überzeugt von allem, wofür die drei Streifen stehen. Die Rechtsabteilung war für mich ein Eldorado.“ Drei Leidenschaften konnte sie dort unter einen Hut bringen: Hockey, Internationalität, Jura. Wernecke kommt aus Erlangen, hat dort studiert – und hatte nach dem Examen mit Adidas und Puma im benachbarten Herzogenaurach gleich zwei Unternehmen vor der Haustür, die ihr Sport, Jura und die weite Welt bieten konnten.

Frank Dassler, der einst für Schlagzeilen sorgte, weil er als Enkel des Puma-Gründers Rudolf Dassler zu Adidas wechselte, war dort ihr „Ziehvater“, sagt sie. „Er hat mich gesehen und mich machen lassen.“ Das heißt: Er hat sie die Arbeitsrechtsabteilung innerhalb der Rechtsabteilung aufbauen lassen, am Ende gehörten dazu acht Volljuristen.

Und auch die gewünschte Internationalität konnte sie beim Sportartikelhersteller ausleben. „Wir sind in der Familie schon immer viel gereist.“ Vor allem nach Kanada, wohin der Opa väterlicherseits ausgewandert war. Zweimal im Jahr ging es für die Familie auf den nordamerikanischen Kontinent – mit der angenehmen Begleiterscheinung, dass ihr Englisch schon früh sehr gut war. Aber auch Asien bereiste sie mit der Familie mehrfach – und auch das erwies sich im Nachhinein als gute Vorbereitung auf die Adidas-Zeit. Für acht Monate wechselte sie ins Adidas-Büro von Tokio, flog von dort aus regelmäßig nach China, lernte die Zulieferer dort kennen.

Nach fünf Jahren beim Hockey-Bundesligisten HG Nürnberg ist Paula Wernecke zum Turnerbund ­Erlangen zurückgekehrt – dem Verein, bei dem sie als Neunjährige begann (Foto: privat).

Das war der Zeitpunkt, als CMS immer lauter bei ihr anklopfte. Die Kanzlei hatte sie als Secondee kennengelernt. Wernecke stand in engem Kontakt mit der CMS-Arbeitsrechtspartnerin Dr. Gerlind Wisskirchen. Obwohl Wernecke bei Adidas so verwurzelt war, entschied sie sich nach acht Jahren inhouse für den Seitenwechsel. Seit 2019 ist sie Counsel in der Arbeitsrechtspraxis von CMS und seit September Chief Human Resources Officer.

Hockey spielt sie mittlerweile nicht mehr in der Bundesliga, aber dafür ist sie zu ihren Wurzeln zurückgekehrt und heute in dem Hockey-Verein aktiv, in dem sie vor 30 Jahren ihre sportliche Karriere begann. Besonders hat sie sich zuletzt als Stürmerin über den Aufstieg ihrer Mannschaft in die Regionalliga gefreut. Sport bleibt für sie der Raum, um neue Energie zu sammeln – und das geht bei CMS genauso wie bei Adidas.

Zwei Fragen an Wernecke

Wenn Sie eine berühmte Persönlichkeit treffen dürften: Wer wäre es und warum?
Mit Ruth Bader Ginsburg würde ich eine Zeitreise machen – wir würden uns im Paris der 1930er-Jahre treffen, natürlich im Café de Flore. Dort gesellt sich Hannah Ahrendt dazu, die sich hier auch mit Simone de Beauvoir trifft. Wir diskutieren darüber, wie man mit neuen Ansätzen alte bzw. wiederkehrende Probleme lösen kann, in der Gesellschaft im Ganzen sowie in der Arbeitswelt im Speziellen.

Wann wachen Sie auf, wenn Sie sich keinen Wecker ­stellen?
6:38 Uhr – immer!


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