Bewerber schätzen Großkanzleien – wenn der Umgangston stimmt

Was wünschen sich die Juristinnen und Juristen von morgen? Die azur-Bewerberumfrage liefert wichtige Einblicke. Kein Zweifel: Junge Talente haben klare Vorstellungen von ihrem Berufseinstieg.

Sie träumen von Großkanzleien, schätzen ein gutes Betriebsklima und legen Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Doch wie genau sehen ihre Wünsche aus und welche Faktoren sind ihnen besonders wichtig? Die azur-Bewerberumfrage bietet wertvolle Einblicke in die Präferenzen und Erwartungen der angehenden Juristinnen und Juristen. 

Nach erfolgreichem Jurastudium und Referendariat stehen den jungen Absolventinnen und Absolventen viele Türen offen. Ob Staatsdienst, Kanzleien oder Rechtsabteilungen in Unternehmen – die Auswahl ist groß. Dennoch hat mehr als die Hälfte der Teilnehmenden der aktuellen azur-Bewerberumfrage eine deutliche Präferenz: Großkanzleien mit mehr als 100 Anwältinnen und Anwälten. Nur weniger als etwa ein Viertel kann sich eine mittelgroße Kanzlei mit 20 bis 100 Berufsträgern als ersten Arbeitgeber vorstellen. In ein Unternehmen beziehungsweise Konzern oder die öffentliche Verwaltung wollen die wenigsten. Einen Job bei Gericht oder der Staatsanwaltschaft streben zumindest knapp über zehn Prozent an.

Hohe Erwartungen an das Betriebsklima

Bei der Wahl des Arbeitgebers spielen allerdings noch viele weitere Faktoren eine Rolle. In der Bewerberumfrage gaben die angehenden Juristinnen und Juristen an, worauf sie beim Berufseinstieg am meisten achten. Über ein Drittel legt großen Wert auf das Betriebsklima, also einen guten Umgang miteinander im unmittelbaren Arbeitsumfeld. Etwas mehr als ein Fünftel achtet besonders auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Rund 15 Prozent der Befragten bevorzugen Aufstiegschancen und ein gutes Gehalt, während nur knapp fünf Prozent das Fortbildungsangebot und das Renommee des Arbeitgebers als wichtig erachten.

Home-Office bleibt gefragt

Auch nach der Corona-Pandemie bleibt Home-Office bei den Bewerberinnen und Bewerbern beliebt. Gründe dafür sind die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, mehr Flexibilität und der Wegfall von Pendelzeiten. Über 20 Prozent der Befragten gaben an, dass eine Stelle ohne Home-Office für sie nicht in Frage kommt. Fast 35 Prozent stimmten dem eher zu, während etwa ein Drittel eher nicht zustimmte. Nur rund zehn Prozent lehnten Home-Office komplett ab.

Relativ bescheiden sind die Gehaltsvorstellungen der Umfrageteilnehmer. Mit durchschnittlich 95.000 Euro liegen sie deutlich unter den realistischen Möglichkeiten, da viele Großkanzleien sich bei 150.000 Euro eingependelt haben und Top-Kanzleien sogar bis zu 180.000 Euro im ersten Berufsjahr zahlen. Dass insbesondere die Kanzleien dementsprechend hohe Arbeitszeiten verlangen, ist dem juristischen Nachwuchs allerdings durchaus bewusst. Im Durchschnitt sind sie bereit, über 51 Stunden pro Woche am Schreibtisch zu opfern. Das deckt sich laut der aktuellen Associate-Umfrage ziemlich genau mit der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 52 Stunden.


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