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24.10.2014 | Autor/in: Markus Lembeck

Augen auf beim LL.M.-Kauf!

Augen auf beim LL.M.-Kauf! Beitrag aus azur 2/2014

Augen auf beim LL.M.-Kauf! Beitrag aus azur 2/2014

Geld für ein LL.M.-Studium im Ausland fällt niemandem in den Schoß. Aber wer rechtzeitig beginnt, kann mehrere Quellen anzapfen und kommt ­hoffentlich um einen Kredit herum. Tipps für die LL.M.-Planung. Von Markus Lembeck (aus azur 2/2014)

Teure Repetitorien zum Ende des Studiums, teure Crash-Kurse vor dem Zweiten Staats­examen? Das sind doch nur Peanuts. Wer sich als LL.M.-Interessent an der Spitze orientiert, der schaut nach Amerika. US-amerikanische Law Schools aus der Ivy League, zu der acht renommierte Universitäten aus dem Nordosten zählen, lassen den Finanzbedarf für einen Master of Laws leicht auf sechsstellige Euro-Beträge hochschnellen. Nicht nur die Studiengebühren sind horrend, auch Unterkunft, Verpflegung und Reisekosten gehen in die Zehntausende (lesen Sie dazu den Beitrag Für ein paar Dollar mehr). Das schreckt ab.

Rendite mit Verzögerung

Für viele Juristen mit Erstem oder Zweiten Staats­examen ist die Finanzierung auch dann ein harter Brocken, wenn sie in preiswertere LL.M.-Regionen ausweichen: Zum Beispiel liegen in Kanada (lesen Sie dazu den Beitrag Unter Grizzlies), Australien oder Neuseeland die Gesamtkosten deutlich niedriger als in den USA. In jedem Fall folgt die Rendite erst mit Verzögerung, mit dem Berufseinstieg. Entweder erhält man mit dem LL.M. in der Tasche sofort einen Gehaltsaufschlag, oder man macht sich zumindest für mehr Arbeitgeber interessant.

Leider dürfte in den meisten Fällen eine Förderung durch Auslands-Bafög nicht in Frage kommen: Bafög gibt es nur für das Erststudium – der LL.M.-Abschluss müsste hier irgendwie schlüssig integriert werden. Auch andere Finanzierungshilfen decken oft nur das grundständige Studium ab. Also Schulden machen für den LL.M.? Oder ganz aufs Ausland verzichten?

Die Lösung ist individuell und leider nicht ohne ­Anstrengung zu haben. Der erste Weg sollte jedenfalls nicht zur Bank führen. Ulrich Müller vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat sich intensiv mit Studienkrediten beschäftigt und findet: „Niemand sollte seine Zukunft leichtfertig mit einem Kredit belasten, sondern vorher alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen. Ein Studienkredit ist meiner Meinung nach das letzte Mittel, sozusagen die allerletzte Option.“ (Sechs Tipps für die LL.M.-Finanzierung)

Idealfall: zahlungskräftige Eltern

Ohnehin kommt ein Kredit nur dann in Frage, wenn auch der arme Student dem Kreditinstitut Sicher­heiten bieten kann. Das läuft in der Regel darauf hinaus, dass die Eltern bürgen müssen. Besser, zahlungskräftige ­Eltern schließen die Finanzlücke direkt. Wenn aber doch nur ein Kredit in Frage kommt, orientieren sich viele zum Marktführer KfW. Ihre Darlehen stehen allen Fachrichtungen offen. Allerdings gibt es auch hier eine Einschränkung für das Auslandsstudium: Studierende müssen an einer deutschen Hochschule eingeschrieben bleiben.

Eine andere Möglichkeit, um einen ordentlichen Teil des Finanzbedarfs für ein LL.M.-Jahr zu decken, ist die Förderung durch sogenannte Bildungsfonds. Das Besondere: Diese Fonds, von denen drei für Juristen geeignet sind und einer ganz explizit das LL.M.-Studienjahr im Blickpunkt hat, vergeben keine Kredite (Fonds für Master), sondern zahlen Gelder von Investoren aus.

Die Modalitäten sind entsprechend flexibler und verhandelbar. Die Fonds wählen Bewerber ähnlich streng aus wie Stipendiengeber und vertrauen darauf, dass die Geförderten nach dem Studium ordentlich verdienen. CHE-Experte Müller: „Fondsanbieter sind schon im Auswahlverfahren wählerisch und schauen sich das Studienfach, die Noten, die Motivation und die Gehaltserwartungen der Bewerber genau an.“ Zum Glück gelten zukünftige Juristen als einkommensstark.

Fondsangebote prüfen

Genau rechnen: Ulrich Müller vom CHE empfiehlt eine sehr sorgfältige Kalkulation bei der Studienfinanzierung.

Genau rechnen: Ulrich Müller vom CHE empfiehlt eine sehr sorgfältige Kalkulation bei der Studienfinanzierung.

Der Deal funktioniert so: Der später berufstätige LL.M.-Absolvent zahlt zehn Jahre lang einen Anteil von ­vielleicht 7,5 bis 8,5 Prozent seines hoffentlich hohen Bruttogehalts an den Bildungsfonds zurück. Diese ­einkommensabhängige Rückzahlung und die individuelle Vereinbarung des Prozentsatzes macht es unmöglich, die Bildungsfonds mit Anbietern von Studienkrediten zu vergleichen. Fest steht, dass sowohl für den Fall eines zu geringen Verdienstes von unterhalb 30.000 Euro pro Jahr als auch für Spitzenverdiener Rückzahlungsgrenzen gelten.

Ein neues, speziell auf LL.M.-Interessenten zugeschnittenes Angebot von Brain Capital hat seit Anfang 2014 fünf Verträge hervorgebracht. „Die Anregung für den LL.M.-Bildungsfonds kam von der Deutsch-Amerikanischen Juristenvereinigung“, so Geschäftsführer Johannes Frankenfeld. „Auf unserer Seite konnten wir speziell die Erfahrungen aus einem bestehenden Förderprogramm an der Bucerius Law School nutzen.“

Finanzierung mit Flexibilität

Der Bildungsfonds prüft den Empfänger seines Investments auf Herz und Nieren. Heraus kommt jeweils ein individuelles Angebot, erklärt Frankenfeld: „Wir sind bei der Ausgestaltung der Finanzierung sehr flexibel. Vorrangig wollen wir die Studiengebühren ab­decken, denn das ist die höchste Hürde. Aber im Einzelfall sind auch weitergehende Förderungen möglich, zum Beispiel für hohe Lebenshaltungskosten.“

Außerdem verbinden Fonds die finanzielle Förderung mit einem Beratungs- oder Coachingangebot. Aber das ist oft nur Beiwerk. „Beratungs- oder Coaching-Angebote, die bei einigen Anbietern die finanzielle Förderung begleiten, sollte man bei der Entscheidung für oder gegen ein Angebot völlig außer Acht lassen“, meint CHE-Experte Müller. „Im Kern geht es um die finanziellen Konditionen, die sollte man gründlich durchrechnen.“

Rückzahlung bei Abbruch

Und einen Pferdefuß haben auch die positiv klingenden Fondsangebote, so Müller. „Der Abbruch des geförderten Studiums hat bei Bildungsfonds fatale Folgen: Die Finanzierung wird dann in einen normalen Kredit umgewandelt, dessen Rückzahlung schon nach kurzer Zeit beginnen muss.“ Mit anderen Worten, der Geförderte ist dann doppelt gestraft: Er kehrt nicht nur ohne Titel aus dem Ausland zurück, er muss auch noch eine erhebliche Schuldenlast tragen. Beim kurzen LL.M.-Jahr von September bis Juli zum Glück ein eher geringes Risiko.

Wer ein Stipendium ergattert, braucht später nicht zu rechnen. Doch das geschenkte Geld muss man sich erst einmal erarbeiten. Auch hier gilt: Früh anfangen, um die Bedingungen für eine Förderung zu klären. Die Rotarier zum Beispiel fördern Studierende nicht nur in internationalen Austauschprogrammen, sie vergeben Gelder ohne formelle Ausschreibung über ihre lokalen Clubs. Welche Anforderungen Bewerber erfüllen müssen, lässt sich nur vor Ort klären.

Preisnachlässe verhandeln

Rechtzeitig klären sollten Interessenten außerdem, ob sie an der Law School ihrer Wahl für ein Stipendium oder einen Preisnachlass infrage kommen. Der sogenannte Tuition Waiver kann die Studiengebühren an manchen britischen oder US-Hochschulen spürbar reduzieren. Manche Law Schools gewähren ihren auf dem Papier besten Bewerbern automatisch einen prozentualen Rabatt.

Einzelne Berichte in Internetforen erwähnen Rabatte von bis zu 30.000 US-Dollar, allerdings sehr tief gestaffelt nach Bedürftigkeit. Die Bedingungen für Preisnachlässe sind je nach Hochschule unterschiedlich. Wichtig ist, den Antrag auf ‚Financial Aid‘ schon bei der Studienplatzbewerbung einzureichen. In den USA haben die Law Schools seit Jahren Probleme mit der inländischen Nachfrage. Der Rückgang der Einschreibungen von einheimischen Studenten ist gravierend – deshalb sind sie auch geneigt, ­ausländische Bewerber für geringere Gebühren auf­zunehmen.

Konkurrenz mit anderen Fächern

Nachfragen lohnt sich also, denn die deutschen Stipendien decken in der Regel nur einen Teil der Kosten. Die Studienstiftung des deutschen Volkes hat insgesamt vier Fördermöglichkeiten für Juristen. Das klingt zunächst üppig, doch abgesehen von dem Bucerius-Jura-Programm – dies hängt nicht mit einem Studium an der Law School zusammen – stehen die Juristen in allen Auswahlrunden in Konkurrenz mit Absolventen aller Fachrichtungen. Bei pro Jahr rund 20 Stipendien im ERP-Programm oder acht Stipendien im Haniel-­Programm ist die Konkurrenz groß.

Ganz wichtig: Die Bewerbung für ein Stipendium muss nicht nur vollständig, sie muss auch inhaltlich schlüssig sein. Als Motivation für das LL.M.-Jahr dürfte „Ich will später richtig viel Geld verdienen“ nicht aus­reichen. Der DAAD beispielsweise schickt mit seinem LL.M.-Auslandsstipendium lediglich einen von drei Bewerbern auf die Reise. 2014 wurden von 110 Anträgen nur 36 positiv beschieden.

Die Gutachter des DAAD erwarten spätestens in der persönlichen Vorstellungsrunde für eine Auslandsförderung ein erkennbares Interesse an Land und Leuten. Die Studienstiftung möchte schon in den Bewerbungsunterlagen explizit erklärt bekommen, wie der Auslandsaufenthalt in den bisherigen Lebensweg passt. Außerdem verlangen die meisten Stipendiengeber überdurchschnittliche Studienleistungen, sprich: ein Prädikatsexamen.

Darin unterscheiden sie sich nicht von Wirtschaftskanzleien als den Abnehmern par excellence für LL.M.-Absolventen. Etliche große Sozietäten unterstützen Master-Interessenten finanziell. Jüngstes Beispiel ist das „Destination LL.M.“-Programm von Latham & Watkins, das acht Stipendien in Höhe von jeweils 2.500 Euro­ vorsieht, allerdings als nachträgliches Upgrade für ein bereits begonnenes LL.M.-Studienjahr. Clifford Chance fördert jährlich fünf Juristen mit jeweils 5.000 Euro. Das Reisestipendium soll die Komplettierung der juristischen Ausbildung und gute Sprachkenntnisse schon vor dem Berufseinstieg gewährleisten.

Kein Selbstzweck

Für die großen, internationalen Kanzleien ist dieses Engagement kein Selbstzweck, egal ob es sich um ein Stipendium oder andere Geldleistungen wie Darlehen im Einzelfall handelt. Es geht letztendlich darum, exzellente Absolventen für die Kanzlei als Arbeitgeber zu interessieren und – soweit es geht – auch zu binden.

Dass die Master-Hilfe nicht nur ein Thema für die internationalen Großkanzleien ist, beweisen GSK Stockmann + Kollegen sowie Oppenhoff & Partner. Letztere war 1996 vermutlich die erste Sozietät, die sich werbewirksam auf diesem Feld engagierte. Das Walter-­Oppenhoff-Stipendium geht jährlich an bis zu drei Teilnehmer. Dem Vernehmen zahlt die Kanzlei bis zu 7.500 Euro pro Person aus.

Kanzleien justieren Förderung neu

GSK hat vor fünf Jahren den früheren Bundesfinanz­minister Dr. Theo Waigel, der dort of Counsel ist, als Patron für ihr LL.M.-Stipendium gewonnen und fördert jährlich zwei Nachwuchsjuristen mit je 5.000 Euro. Die Preisträger des Jahres 2014 gehen an renommierte Hochschulen: Insa Buchmann wird den LL.M.-Studien­- gang an der University of Cambridge absolvieren, ­Dominik Schönberger an der Columbia Law School (Mit spitzem Bleistift).

Die kanzleiseitige Förderung steht gleichwohl vor Veränderungen. Freshfields Bruckhaus Deringer zum Beispiel hat ihr Programm, mit dem sie 20 Reisestipendien in einer Höhe von jährlich 5.000 Euro vergeben hat, 2014 erst einmal ausgesetzt und überlegt sich ein neues Konzept, um LL.M.-Förderung und Recruitingziele zu verbinden.

Gleiss Lutz plant ebenfalls neu: Die bisherige Praxis, das Alfred-Gleiss-Stipendium in Kopplung mit einer DAAD-Förderung zu vergeben, wird hinter den Kulissen überdacht, obwohl seit 1998 etliche Stipendiaten der Kanzlei treu geblieben sind. Kartellrechts-Partner Dr. Ulrich Denzel zum Beispiel nahm 2001 das Stipendium in Anspruch, heute ist er selbst an der Auswahl von geeigneten Bewerbern für diese Förderung beteiligt.

Dass sowohl Freshfields als auch Gleiss zur gleichen Zeit neu überlegen, ist Zufall. Allerdings gibt es vielleicht einen Faktor, der eine Neujustierung fördert. Den Top-Arbeitgebern und ihren Berufseinsteigern bietet sich nämlich allmählich ein neues, größeres Zeitfenster. Das G8-Abitur hat ebenso ein Jahr Vorsprung gebracht wie die Abschaffung der Wehrpflicht. Tendenziell also steigen fertige Juristen mit einem niedrigeren Alter ein. Manche Kanzleien nutzen das, um ihre Junganwälte nach kurzer Eingewöhnungszeit in der Kanzlei gleich wieder auf die Reise zu schicken – für einen englischsprachigen LL.M.

Berufliche Auszeit für den LL.M.

LL.M. für Anwälte: Gleiss Lutz ermöglicht laut Recruitment-Partner Alexander Schwarz das Studium auch nach dem Berufseinstieg.

LL.M. für Anwälte: Gleiss Lutz ermöglicht laut Recruitment-Partner Alexander Schwarz das Studium auch nach dem Berufseinstieg.

Gleiss profitiert hier von den Erfahrungen, die sie mit der Promotionsförderung gemacht hat. „Wir verein­baren mit geeigneten Associates zum Beispiel eine Aufteilung des Jahresgehalts auf zwei Jahre“, erklärt Dr. Alexander Schwarz. „Sie arbeiten ein Jahr für 50 Prozent des Gehalts, gehen dann für einen LL.M.-Studiengang ins Ausland, erhalten in dieser Zeit die andere Hälfte und kehren danach zu uns zurück. Oder umgekehrt.“

Gegen die LL.M.-Phase zu Berufseinstieg spricht, dass ein solcher Weg die gerade begonnene Lernphase als Anwalt unterbricht. Denn berufsbegleitend wie ein ­Fachanwaltskurs oder ein deutscher LL.M. ist der Auslands-LL.M. natürlich nicht zu haben. Vielleicht bleibt die Variante zum Berufsstart die Ausnahme.

Geht’s auch ohne LL.M.?

Müssen ambitionierte Absolventen eigentlich jede finanzielle Hürde überspringen? Geht es wirklich nicht ohne LL.M.? Es geht. „Ein LL.M.-Studium ist nicht die einzige Möglichkeit, Auslandserfahrung zu sammeln“, sagt Gleiss-Partner Schwarz. „Das geht auch mit einer Station im Referendariat oder in der Kanzlei im Rahmen von Secondments. Und wer aus seiner Ausbildung gute Englischkenntnisse mitbringt, benötigt nicht zwingend einen LL.M., um Sprachkenntnisse nachzuweisen.“

Und Hengeler Mueller macht den Gehaltsvorteil, den sie LL.M.-Absolventen beim Berufseinstieg gewährt, für alle anderen Berufseinsteiger wett, indem sie letzteren ein neunmonatiges Secondment im Ausland anbietet. Danach zahlt Hengeler auch diesen Anwälten 5.000 Euro mehr.

Sechs Tipps zur LL.M.-Finanzierung

1 – Langfristig planen und Informationen sammeln

Ein Jahr ist schnell vorüber. Um im Spätsommer 2015 ein LL.M.-Studium antreten zu können, sollte man ab sofort mögliche Anbieter vergleichen. Die Bewerbung dort will gut vorbereitet sein (Frist zum Teil Anfang Dezember!), und die Bewerbung bei Geldgebern kann einen ebenso großen Aufwand bedeuten. Die heiße Phase beginnt ein Jahr vor dem Studienstart im Ausland.

Tipp: Schon während des Hauptstudiums überlegen, ob nach dem Examen ein LL.M.-Studium passt.

 
2 – Fremdes Geld deckt nicht alle Kosten ab

Besser als gar keine Förderung, klar. Aber wenn die Summe aus Studiengebühren und Unterhalt 50.000 Euro oder mehr beträgt, dann ist selbst eine 10.000-Euro-Förderung nur ein Baustein. Und viele staatliche Stipendien liegen deutlich niedriger.

Tipp: Bei der ersten Förderzusage nicht aufhören und nach weiteren Geldquellen suchen.

 
3 – Finanzierungslücken realistisch berechnen

Gerade wenn Studiengebühren anfallen, liegen die monatlichen Ausgaben über den Einnahmen. Trotzdem lohnt sich – vor der Aufnahme eines Kredits – eine sorgfältige Kalkulation von Gebühren, Lebenshaltungskosten und Beiträgen sowie auf der anderen Seite der laufenden Einnahmen. Vielleicht lässt sich eine Lücke durch Einsparungen schließen? Vielleicht gibt es weitere Stipendien?

Tipp: Ein- und Ausgaben für den Studienzeitraum genau kalkulieren.

 
4 – Lebenshaltungskosten können Studiengebühren toppen

Diese Aussage gilt nicht für das LL.M.-Studium an einer führenden amerikanischen Hochschule wie Harvard, Yale oder Berkeley – hier sind die Gebühren allein exorbitant. Aber im zweiten begehrten LL.M.-Land Großbritannien bilden die Gebühren in der Regel den kleineren Teil des erforderlichen Budgets.

Tipp: Bei der Informationssuche nicht nur auf die Gebühren der Universität schauen.

 
5 – Ein LL.M. ist den meisten Arbeitgebern etwas wert

Weniger die juristischen Inhalte als vielmehr das Eintauchen in Sprache und Kultur eines Landes bringen Pluspunkte. Internationale und mittelgroße Kanzleien sind gleichermaßen auf Anwälte angewiesen, die mit ausländischen Mandanten ohne Barrieren kommunizieren können. Dafür zahlen Kanzleien nicht nur Gehaltsaufschläge, sie könnten auch einen Zuschuss zahlen, eventuell mit einer vertraglichen Bindung des Kandidaten.

Tipp: Vor einer LL.M.-Studienplatzbewerbung den Wunscharbeitgeber ansprechen.

 
6 – Nachträglich lassen sich Steuern sparen

Beispielrechnungen zeigen, dass je nach Gehaltshöhe und Zeitpunkt des Berufseinstiegs bis zu 40 Prozent der Aufwendungen aus dem LL.M.-Studium als Abschlag von der Einkommensteuer an den LL.M.-Absolventen zurückfließen. Auch wer nach der ersten Staatsprüfung noch keine nennenswerten Einkünfte hat, kann die Kosten als Steuervorauszahlung geltend machen.

Tipp: Unbedingt Belege sammeln – von den Kosten für die Studienplatzbewerbung angefangen bis hin zu ­Reise- und Lebenshaltungskosten.

Fonds für Master

LL.M. Bildungsfonds

Brain Capital GmbH, Vallendar (konzipiert mit dem DAJV)
www.llm-bildungsfonds.de

Studienfinanzierung Master/MBA/LL.M.

Career Concept Services GmbH, München
www.bildungsfonds.de/de/studiengaenge/master-mba-llm.html

Studienförderung

Deutsche Bildung AG, Frankfurt/M.
www.deutsche-bildung.de

 

Mit spitzem ­Bleistift

Die Kosten für ein LL.M.-Jahr: Beispielrechnung für die Columbia Law School, New York, basierend auf den Angaben der Hochschule (Angaben in US-Dollar). Die Annahmen für die ­persönlichen Kosten sind eher optimistisch, Extra­touren nicht vorgesehen.

Kosten des Studiums

Unterricht 58.292
Diverse Hochschulgebühren 2.100
Krankenversicherung (falls kein Nachweis vorliegt) 2.500
Bücher und Material1.600

Summe Studium    64.492 / ca. 50.000 Euro

Persönliche Kosten (9 Monate)

Unterkunft 12.200
Verpflegung 5.200
andere Ausgaben 3.900
Reisekosten 3.000

Summe Persönliche Kosten 24.300 / ca. 19.000 Euro

Gesamtkosten 88.792 / ca. 69.000 Euro