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28.08.2018 | Autor/in: Norbert Parzinger

Legal Tech: Studentische Rechtsberater kommen auf den Geschmack

Auch Studierende an deutschen Universitäten entdecken die Einbindung von IT-Werkzeugen in die juristische Arbeit. Die Consumer Law Clinic an der Berliner Humboldt-Universität setzt im Rahmen eines Pilotversuchs die Legal-Tech-Software Bryter ein. An der Münchner LMU haben Studierende unterdessen die Vernetzungsinititative MLTech gestartet.

Die Berliner Law Clinic bietet schon seit mehreren Jahren kostenlose Beratung in Verbraucherrechtsfragen an. Die Beratung durch Studierende findet unter Aufsicht von Dozenten und Rechtsanwälten statt und ist auf Fälle bis 1.000 Euro Streitwert begrenzt. Da die Law Clinic nach eigenen Angaben laufend an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, bindet sie nun versuchsweise die Software Bryter ein, um die Arbeit zu beschleunigen und mehr Fälle gleichzeitig bearbeiten zu können. Die Testphase beginnt im Oktober 2018, in vollem Umfang soll das Angebot im Sommer 2019 an den Start gehen.

Bryter dient zur Umsetzung von Entscheidungslogiken in programmierte Abläufe. Damit lassen sich unter anderem Fragenkataloge für Mandanten erstellen, um einen Teil der Beratung zu standardisieren. Hinter dem Unternehmen stehen mit Michael Grupp und Dr. Micha-Manuel Bues zwei Anwälte, die nach kurzer Tätigkeit in Großkanzleien seit mehreren Jahren im Legal-Tech-Sektor aktiv sind, Grupp als Gründer des Softwareanbieters Lexalgo, der zuletzt in Bryter aufging, Bues als Geschäftsführer des Datendienstleisters Leverton.

Der Verein MLTech setzt mit einem monatlichen Stammtisch und Diskussionen und Workshops in loser Reihenfolge auf interdisziplinären Austausch und Vernetzung, insbesondere zwischen Juristen und Informatikern. Die Mitgliedschaft steht nicht nur Studierenden, sondern auch Universitätsmitarbeitern und anderen Interessierten offen. (Norbert Parzinger)

Mehr zum Thema:
https://www.rewi.hu-berlin.de/de/lf/oe/hclc/index.html
https://www.bryter.io/
https://www.ml-tech.org/