azur100 Methodik und Arbeitgeberauswahl

Unser Anliegen: unabhängige Informationen für Bewerber

 In azur100 stellt die azur-Redaktion jedes Jahr aufs Neue 100 Arbeitgeber für Juristen vor. Hierzu zählen in erster Linie Wirtschaftskanzleien, Unternehmen, Behörden oder Beratungsgesellschaften, die wirtschaftsrechtlich oder wirtschaftsnah tätig sind. Der JUVE-Verlag will auf diesem Weg Referendaren, Berufseinsteigern und Praktikanten wertvolle Informationen, Einblicke und Bewertungen zu Arbeitgebern an die Hand geben, die die Redaktion in diesem Jahr für die 100 attraktivsten in Deutschland hält – aus Sicht von Juristen. Dabei können sich die Leser auf die Unabhängigkeit der Journalisten verlassen, die azur100 machen. azur100 versteht sich ausschließlich als Informationsmedium für zukünftige Wirtschaftsjuristen, nicht als Sprachrohr der Arbeitgeber.

Einhundert Top-Arbeitgeber – so haben wir ausgewählt
Die Auswahl von 100 attraktiven Arbeitgebern für Juristen trifft allein die azur-Redaktion. Sie entscheidet nach Kriterien, die für Berufseinsteiger bei der Beurteilung eines Wunscharbeitgebers wichtig sind: Zufriedenheit der Mitarbeiter, Aus- und Weiterbildungsangebot, Entwicklungs- und Aufstiegschancen, Familienfreundlichkeit, Arbeitsbelastung und Anzahl der Neueinstellungen. Keine Kanzlei, keine Rechtsabteilung wird automatisch aufgenommen. Dass die Redakteure in diesem Jahr gerade diese 100 Arbeitgeber vorstellen, bedeutet nicht, dass alle anderen schlechter sind. Sie mögen je nach Qualifikation und Interesse die bessere Wahl sein. azur100 präsentiert die Top-Arbeitgeber in drei Abschnitten. Jeder Arbeitgeber wird nur in einer Kategorie besprochen.

  • 50 Top-Arbeitgeber deutschlandweit: In der azur-Liste 2019 sind 253 attraktive Arbeitgeber ermittelt. Aber nur die 50 bestplatzierten Arbeitgeber werden ausführlich beschrieben und bewertet. Alle übrigen Arbeitgeber in der azur-Liste zählen nicht automatisch zu den Top-100.
  • 30 attraktive Arbeitgeber Regionen: Den deutschen Rechtsberatungsmarkt hat die azur-Redaktion in sechs Regionen unterteilt: Norden, Osten, Nordrhein-Westfalen, Frankfurt/Hessen, Südwesten und Bayern. In jeder Region stellt azur100 fünf weitere attraktive Arbeitgeber unterhalb der Top-50 aus der azur-Liste vor (mehr hier).
  • 20 attraktive Arbeitgeber Rechtsgebiete: Schließlich hat die azur-Redaktion zehn Spezialgebiete identifiziert, in denen die Arbeitgeber 2019 besonders zahlreich Stellen schaffen bzw. die Berufseinsteigern langfristig eine gute Perspektive bieten. azur100 stellt in jedem Spezialgebiete zwei attraktive Arbeitgeber vor (mehr hier).

Mehr zum azur-Urteil

Mehr zum Blick hinter die Kulissen und die Renommee-Rankings

Mehr zu den Informationsquellen zu azur100

 

Die azur-Liste 2019
Welche Arbeitgeber mit welcher Platzierung in der azur-Liste 2019 erscheinen, ergibt sich aus dem azur-Karrierefaktor. Dieser wird aus vier Einzelfaktoren berechnet:

  • Neueinstellungen – ergibt sich aus der Anzahl der im Kalenderjahr 2019 maximal geplanten Einstellungen von Berufseinsteigern. Allerdings liegen geplante und tatsächliche Neueinstellungen bei einigen Arbeitgebern erfahrungsgemäß weiter auseinander als bei anderen Wettbewerbern – auch über Jahre hinweg.  Um möglichst realistische Zahlen in die Platzierung einfließen zu lassen, hat die azur-Redaktion die von den Arbeitgebern genannten Planzahlen für 2019 anhand der Erfahrungswerte der letzten drei Jahre angepasst.
    Dafür wurde für 2016, 2017 und 2018 die Zahl der tatsächlichen Neueinstellungen durch den Mittelwert aus minimal und maximal geplanten Neueinstellungen geteilt. Lagen der azur-Redaktion keine Angaben vor, wurde für den entsprechenden Quotienten 1,00 eingesetzt. Anschließend wurde der Durchschnitt aus den drei einzelnen Jahresquotienten gebildet und mit der Zahl der maximal geplanten Neueinstellungen für 2019 multipliziert.
  • Zufriedenheit – errechnet sich aus mehreren Noten, mit denen junge Juristen bestimmte Aspekte ihres aktuellen Jobs in der azur Associate-Umfrage 2018 bewerten. Diese Teilnoten werden entsprechend der Rolle gewichtet, die der jeweilige Aspekt laut dem Ergebnis der azur-Bewerberumfrage bei der Arbeitgeberwahl für Berufseinsteiger spielt. Im Einzelnen sind dies: Vereinbarkeit Beruf/Freizeit/Familie (30%), Betriebsklima (30%), Aufstiegschancen (20%), Gehalt (10%) und Weiterbildungsangebot (10%). Bei zu geringer Teilnehmerresonanz wird jeweils die Note 2,50 eingesetzt, die genau in der wertungsneutralen Mitte der verwendeten Notenskala liegt (4,00 = sehr zufrieden bis 1,00 = ganz und gar nicht zufrieden).
  • Gehalt – zeigt die Höhe des maximal möglichen Grundgehalts für Berufseinsteiger an. Damit Arbeitgeber, die keine Gehälter nennen, bei der Berechnung des azur-Karrierefaktors nicht zu stark im Nachteil sind, wurden in diesen Fällen folgende Einstiegsgehälter zugrunde gelegt: Kanzleien 60.000 Euro, Behörden 45.000 Euro, Unternehmen und Beratungsgesellschaft 50.000 Euro.
  • Image – bildet die Kombination aus zwei Umfrageergebnissen ab: die Häufigkeit, mit der junge Juristen vor dem Berufseinstieg einen Arbeitgeber in der azur.-Bewerberumfrage 2018 als Wunscharbeitgeber nennen, und die Note, mit der junge berufstätige Juristen in der azur Associate-Umfrage 2018 andere Arbeitgeber bewerten als ihren eigenen. Bei zu geringer Teilnehmerresonanz in der azur Associate-Umfrage wird auch hier die Note 2,50 eingesetzt. Beide Umfrageergebnisse werden jeweils gleich gewichtet.

Die in der azur-Liste angegebene Zahl zu jedem Einzelfaktor ist kein absoluter Wert, sondern eine Punktzahl von 100 möglichen Punkten. Dazu wird der tatsächliche Wert ins Verhältnis zum Höchstwert gesetzt, der in einer Kategorie erreicht wird. Ein Beispiel: Milbank, Skadden Arps Slate Meagher & Flom und Sullivan & Cromwell zahlen Berufseinsteigern 2019 in Deutschland mit 140.000 Euro das höchste Fixgehalt und erhalten beim Gehaltsfaktor die vollen 100 Punkte. Freshfields Bruckhaus Deringer zahlt dagegen 120.000 Euro und erreicht somit 86 von 100 Punkten.

Aus den einzelnen Punktwerten berechnet die azur-Redaktion den azur-Karrierefaktor durch die Addition der vier Einzelfaktoren, geteilt durch vier. Erreichen zwei oder mehrere Arbeitgeber den gleichen azur-Karrierefaktor, entscheiden über die Platzierung in dieser Reihenfolge die Faktoren Neueinstellungen und Zufriedenheit. Grundlage für die Berechnung des azur-Karrierefaktors sind alle Informationen, die der azur-Redaktion bis zum 25. Oktober 2018 vorlagen. Informationen, die uns später erreichten, wurden nicht mehr für die Berechnung der azur-Liste berücksichtigt, unter Umständen aber in den Einzeldarstellungen der Arbeitgeber.

Das azur-Urteil – unsere Bewertung der Arbeitgeber
Die azur-Redaktion verteilt Sterne – und zwar zu den Themen, die Bewerber besonders interessieren. Es gibt maximal vier Sterne, wenn die Redaktion das Angebot des jeweiligen Arbeitgebers als herausragend bewertet; drei Sterne gibt es für ein sehr gutes, zwei für ein gutes, einen Stern für ein empfehlenswertes Angebot. Wenn wir keinen Stern vergeben, hält das Redaktionsteam das Angebot für normal im Vergleich mit anderen Arbeitgebern. Die Arbeitgeber werden stets in ihrem Umfeld verglichen, in ihrer Region oder in ihrem Tätigkeitsbereich, aber auch Kanzlei mit Kanzlei, Unternehmen mit Unternehmen oder Beratungsgesellschaft mit Beratungsgesellschaft. Liegen der Redaktion nicht genügend Informationen vor, bleibt eine Kategorie “ohne Wertung”. Im Einzelnen:

  • Praktikum: Die Bewertung berücksichtigt Umfang und Inhalte der gebotenen Ausbildung für Praktikanten, nicht jedoch das rein soziale Rahmenprogramm.
  • Referendar- und Associateausbildung (bzw. Ausbildung für Juristen): Die Bewertung bezieht die Ergebnisse der azur-Bewerber- bzw. Associate-Umfrage 2018 ebenso ein wie Angaben der Arbeitgeber.
  • Associatezufriedenheit: Die Bewertung basiert auf dem Urteil der eigenen Mitarbeiter in der azur Associate-Umfrage 2018.
  • Gehalt: azur100 bewertet die Attraktivität des aktuellen Gehalts für Berufseinsteiger im jeweiligen Wettbewerbsumfeld. Wesentliche Grundlage dabei ist die Höhe des Festgehalts.
  • Aufstiegschancen: Die Bewertung basiert auf den Angaben der Juristen zum eigenen Arbeitgeber in der azur-Associate-Umfrage 2018, den Angaben der Arbeitgeber selbst sowie den Erkenntnissen der azur-Redaktion darüber, wie Mitarbeiter auf ihrem Karriereweg gefördert werden.
  • Karriere und Familie: Die Bewertung berücksichtigt, wie die Arbeitgeber ihre Juristen bei der Vereinbarkeit von Karriere und Familie fördern – unabhängig ob Frau oder Mann. Sie basiert auf den Angaben der Juristen zum eigenen Arbeitgeber in der azur-Associate-Umfrage 2018 und auf Rechercheergebnissen.
  • Work-Life-Balance: Die Bewertung basiert auf den Angaben der Juristen zum eigenen Arbeitgeber in der azur-Associate-Umfrage 2018 und auf Rechercheergebnissen.
  • Internationalität: Die Bewertung basiert auf Recherchen der azur-Redaktion. Sie bezieht die internationale Aufstellung des Arbeitgebers und den Grad der Internationalität der Arbeit ein. Besonders wichtig ist, wie international junge Berufsträger ausgebildet werden und arbeiten können.

Um einen möglichst umfassenden Eindruck von den Arbeitgebern zu erhalten, sollten die Leser zusätzlich zum azur-Urteil auch den Bewertungstext heranziehen. Dieser greift zu jedem Arbeitgeber die wichtigsten Entwicklungen des vergangenen Jahres auf, die Bewerber kennen sollten, fasst wichtige Eindrücke zusammen und erläutert, welche Informationen zu den wichtigsten Bewertungen geführt haben.

 

Blick hinter die Kulissen (nur Top-50-Arbeitgeber)

Diese Rubrik fasst repräsentative Stimmen aus den eigenen Reihe sowie Meinungen von außen zum jeweiligen Arbeitgeber zu aktuellen Entwicklungen und Zuständen zusammen. Unter Lob und Schelte von den eigenen Associates/Mitarbeitern werden die wichtigsten und häufigsten Äußerungen zum eigenen Arbeitgeber aus der azur Associate-Umfrage 2018 veröffentlicht. In der Rubrik Was andere über … sagen fasst azur100 wichtige Eindrücke von Außenstehenden zusammen. Dies können Äußerungen von Bewerbern oder von Associates über andere Arbeitgeber sein, aber auch Kommentare von Partnern über Wettbewerber, von Syndikusanwälten über Kanzleien und umgekehrt. Sie spiegeln nicht selten aktuelle Entwicklungen beim jeweiligen Arbeitgeber wider.

Der zweite Teil der Rubrik “Blick hinter die Kulissen” widmet sich den Highlights Praktikum und Referendariat, Ausbildung und Karriere sowie Diversity. azur100 nennt hier Angebote der Arbeitgeber, die von den Teilnehmern den eigenen Mitarbeitern oder von Personalmanagern anderer Arbeitgeber besonders gelobt wurden und die die zur-Redakteure als besonders gelungen empfinden.

Renommee-Rankings Standorte und Praxisgruppen (nur Top-50-Arbeitgeber)
Wer der fachlich beste Arbeitgeber in Deutschland ist, kann niemand sagen. Aber aufgrund der kontinuierlichen Recherche der Redaktion kann azur100 Aussagen zum Marktrenommee der Arbeitgeber machen. Dies tut die azur-Redaktion unter anderem in den Rubriken Renommee der Standorte bzw. Renommee der Praxisgruppen. Bei den Kanzleien entspricht das Renommee der Standorte und Praxisgruppen ihrem Marktrenommee, wie es das JUVE Handbuch bewertet. Entsprechend der Einordnung als “führende”, “häufig empfohlene”, “empfohlene” oder “geschätzte Kanzlei” werden vier bis ein Sterne vergeben. Es werden allerdings nur diejenigen Standorte oder Praxisgruppen gelistet, die auch im JUVE Handbuch gelistet sind. Evtl. hat die Redaktion Unterkapitel größerer Beratungsbereiche, wie z. B. zu Regulierten Industrien, zu einem Gesamturteil zusammengefasst. In den Beschreibungen von Unternehmen, Beratungsgesellschaften oder Behörden entfällt hingegen die grafische Bewertung mithilfe von Sternen. Hier bewertet die Redaktion das Renommee der Standorte, Abteilungen oder Fachbereiche in einem kurzen Analysetext.

Kennzahlen zum Arbeitgeber, Personal und Gehältern
azur100 will die Arbeitgeber nicht nur bewerten, sondern den Lesern auch wichtige Basisinformationen an die Hand geben. Die Angaben stammen überwiegend von den Arbeitgebern selbst und beziehen sich auf den Zeitraum 1.1. bis 31.12.2018. Bei Unternehmen beziehen sich die Personalkennzahlen unter Umständen nur auf die Rechtsabteilungen. An dieser Stelle liefert azur100 seinen Lesern vor allem exklusive Informationen, die nicht auf den Websites der Arbeitgeber oder in Karrierebroschüren zu finden sind.
Umsatz 2017/18: Die Angaben zu den Kanzleiumsätzen sind Ergebnis der azur-Recherche, die Angaben zu den Umsätzen aller anderen Arbeitgeber stammen aus Geschäftsberichten oder anderen veröffentlichten Quellen.
Der Frauenanteil bezieht sich auf die Anzahl an Volljuristinnen. Wirtschaftsjuristinnen ohne Staatsexamina sind separat genannt, sofern sie beschäftigt werden.
Realisierte Neueinstellungen Volljuristen Vorjahr vergleicht die maximalen Planungsvorgaben der Arbeitgeber mit den tatsächlich getätigten Neueinstellungen, also den quantitativen Erfolg der Arbeitgeber bei der Personalgewinnung.
Die Angaben zu den Gehältern für Wissenschaftliche Mitarbeiter, Referendare, Associates, Syndikusanwälte sowie Wirtschaftsjuristen ohne Staatsexamina recherchiert die azur-Redaktion fortlaufend. In der Regel handelt es sich um Arbeitgeberangaben. Anhand der Auskünfte in der azur-Associateumfrage überprüfen wir in jedem Jahr die offiziellen Zahlen auf Plausibilität. In einigen Fällen hat die azur-Redaktion zwar keine offiziellen Arbeitgeberangaben, verfügt jedoch über verlässliche Informationen. Dann veröffentlicht sie Gehaltsangaben mit dem Hinweis “azur-Recherche”.

 

Vielfältige Informationen aus ganz unterschiedlichen Quellen

Die azur-Redaktion hat umfangreiche Informationen zu den Arbeitgebern in azur100 zusammengetragen, etwa aus den beiden azur-Umfragen bei Bewerbern und Associates.

  • An der azur-Bewerberumfrage 2018, die die Redaktion in Kooperation mit JURAcon Personalmessen, JurStart, Hamburger Bewerbertag Recht und ELSA-Deutschland durchgeführt hat, nahmen 1.550 Studenten, Referendare und Assessoren teil. Sie stimmten aus einer vorgegebenen Liste für einen Arbeitgeber als Wunschkandidaten und bewerteten diesen anschließend zu mehreren Aspekten. Kriterien für die Vorauswahl der im Fragebogen genannten Arbeitgeber waren die überregionale Bedeutung, ihr Abschneiden in der azur-Bewerberumfrage des Vorjahres sowie die Anzahl der Neueinstellungen im Vorjahr.
  • An der azur-Associate-Umfrage 2018 nahmen 2.846 berufstätige junge Juristen teil. Sie stimmten anhand der gleichen Liste wie in der azur-Bewerberumfrage über die Attraktivität von Arbeitgebern ab, bei denen sie allerdings aktuell nicht tätig sind. Zudem äußerten sich die Teilnehmer zur Zufriedenheit mit dem eigenen Arbeitgeber.
  • Zusätzlich befragte die azur-Redaktion 300 Arbeitgeber zu Nachwuchsthemen. Sofern keine Informationen aus erster Hand vorlagen, recherchierte die Redaktion in Gesprächen mit Marktteilnehmern und aus öffentlich zugänglichen Quellen.
  • Alle azur-Redakteure sind zugleich Mitglieder der JUVE-Redaktion und nutzen das umfassende Wissen über den deutschen Rechtsmarkt, das auch im aktuellen JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien 2019/20 gebündelt ist.