M&A: Deutsch-asiatische Deals

Top-Arbeitgeber für deutsch-asiatische Deals

Die Liste deutscher Unternehmen, die in den letzten Jahren von chinesischen Investoren übernommen wurden, ist lang. Auch Japaner und Koreaner schlagen immer häufiger zu. Deutsch-asiatische Deals sind derzeit der größte Wachstumsbereich im M&A-Markt. azur stellt zehn attraktive Arbeitgeber vor. (Von Norbert Parzinger, aus azur 2/2013)

Asien-M&A: Renommierte Berater im deutsch-asiatischen Transaktionsgeschäft

Hinweis: Die mit einem Dreieck herausgehobenen Kanzleien (sowie die Unternehmen Daimler und Siemens) werden weiter unten im Detail vorgestellt.

Arqis
Ashurst
Baker & McKenzie
Beiten Burkhardt
Bird & Bird
Clifford Chance
CMS Hasche Sigle
FPS Fritze Wicke Seelig
Freshfields Bruckhaus Deringer
Gleiss Lutz
Graf von Westphalen
Hengeler Mueller
Heuking Kühn Lüer Wojtek
Hoffmann Liebs Fritsch & Partner
Hogan Lovells
Jones Day
Linklaters
Luther
Marccus Partners
Mayer Brown
Noerr
Oppenhoff & Partner
Paul Hastings
Raupach & Wollert-Elmendorff
Reed Smith
Reith Schick & Partner
Rödl & Partner
Schulz Noack Bärwinkel
Squire Sanders
Taylor Wessing
Thümmel Schütze & Partner
White & Case
WilmerHale

Auswahl von renommierten Kanzleien für M&A-Transaktionen mit Asien-Bezug. Die Auswahl hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie ist Ergebnis der azur-Recherche.

Top-Transaktionspraxen

Baker & McKenzie

Standorte: Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, München und Brüssel
Praxisgröße: 12 Voll-, 9 Salary-Partner, 25 Associates und 1 of Counsel
Aktuelle Top-Mandate: Shandong Heavy Industries/ Weichai ­Power bei Beteiligung an Kion und Mehrheitsbeteiligung an Linde Hydraulics; Blue Bay Asset Management bei Verkauf aller Kiekert-Anteile an Hebei Lingyun Industrial Group; Karl Schlecht Stiftung bei Verkauf von Putzmeister an Sany Heavy Industry; Pengfeng New Energy Investment bei geplantem Kauf von Leybold Optics.
Dr. Thomas Gilles (Foto, 46) ist seit über zehn Jahren im deutsch-asiatischen Geschäft. Gemeinsam mit Dr. Nikolaus Reinhuber leitet er den China-Desk der deutschen Praxis.
azur-Urteil: Mit einem Dutzend eigener Büros von Hanoi bis Tokio verfügt Baker über eine der größten Asien-Präsenzen im Kreis der internationalen Großkanz­leien. Bei Deals, die sich zwischen Europa, den USA und den asiatischen Ländern abspielen, zählt die Kanzlei darum zu den Marktführern. Auch die deutschen M&A-Teams sind regelmäßig mit von der Partie, in den letzten Jahren meist bei großen Transaktionen mit China-Bezug. Im deutschen M&A-Markt ist Baker dank dieser Erfolge deutlich im Aufwind.
Associates erwartet nicht nur eines der höchsten Einstiegsgehälter im Markt, sondern zudem ein ausgefeiltes Aus- und Fortbildungsprogramm. Anders als viele andere Top-Kanzleien legt Baker besonderen Wert darauf, dass junge Anwälte ihren Horizont durch internationale Einsätze erweitern: Wer möchte, kann für ein Jahr in ein ausländisches Baker-Büro wechseln. Dass die Kanzlei ihren Associates frühzeitig klare Perspektiven aufzeigt, Talente intensiv fördert und im Vergleich zu anderen Großkanzleien realistische Partnerchancen bietet, kommt bei den Baker-Anwälten gut an. Mit ihrer Arbeitsbelastung – im Durchschnitt fast 60 Wochenstunden – sind die Associates allerdings nicht besonders glücklich, auch weil die Kanzlei erst seit Kurzem etwas Bereitschaft zeigt, flexible Arbeitszeitmodelle zu ermöglichen.
Einstiegsgehalt: 105.000 Euro

Clifford Chance

Standorte: Düsseldorf, Frankfurt, München und Brüssel
Praxisgröße: 25 Vollpartner, 15 Counsel, 57 Associates und 2 of Counsel
Aktuelle Top-Mandate: Hanwha Chemical bei Kauf von Q-Cells; Jiangsu Jinsheng Industry bei Kauf eines Geschäftsbereichs von ­Oerlikon; iii Investments beim Kauf von Immobilien-Portfolios in Tokio und Yokohama.
Dr. Stefanie Tetz (Foto, 53) ist Kennerin des chinesischen Markts. Die Anwältin stand fünf Jahre lang an der Spitze des Clifford-Büros in Peking. Heute arbeitet sie in München und übernimmt regelmäßig die Federführung bei deutsch-­chinesischen Deals.
azur-Urteil: Energie, Pharma, Immobilien, Private Equity – die deutsche Corporate-Praxis von Clifford Chance definiert sich vor ­allem über ihre Vorreiterrolle beim Thema Branchenspezialisierung. Dank dieser Schwerpunkte liegt sie seit Jahren in Reichweite der Marktspitze. Immer stärker im Fokus steht auch das Fernost-­Geschäft.
Welche Bedeutung diese Märkte für die Gesamtkanzlei haben, zeigen die Zahlen: Bis vor zwei Jahren waren die deutschen Büros nach London die umsatzstärksten der Kanzlei. Inzwischen ­haben die sieben asiatischen Standorte – gemeinsam mit Australien – die deutsche Praxis überholt. Auch bei der Zahl der Partnerernennungen lag in den letzten Jahren immer wieder Asien vorn. Obwohl sie ihren Kollegen aus Fernost den Erfolg durchaus gönnen, sind die deutschen Associates mit ihren eigenen Aufstiegschancen unzufrieden. Insgesamt aber hat sich die Stimmung in den deutschen Clifford-Büros über die letzten Jahre deutlich verbessert. Die Kanzlei hat kräftig in Ausbildungspakete für Associates und Referendare investiert, bietet Mini-Sabbaticals an und hat sich besonders die Förderung junger Juristinnen auf die Fahnen geschrieben. Mit ihrer Work-Life-Balance sind die Associates allerdings nach wie vor nicht besonders glücklich: Die Arbeitslast bleibt mit rund 60 Stunden pro Woche recht hoch.
Einstiegsgehalt: 100.000 Euro plus Bonus

Gleiss Lutz

Standorte: Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart, München und Brüssel
Praxisgröße: 33 Vollpartner und 73 Associates
Aktuelle Top-Mandate: KKR, Goldman Sachs und Kion zu Einstieg von Shandong Heavy Industries/Weichai Power bei Kion; Nissan Chemical Industries bei Kauf von Thin Materials; Konica Minolta bei Kauf von Instrument Systems.
Dr. Michael Burian (Foto, 42) ging 2006 im Rahmen eines Secondments zu einer Kanzlei in Tokio und erwarb dort die japanische Anwaltszulassung. Seit seiner Rückkehr treibt er in der Stuttgarter M&A-Praxis das Japan-Geschäft voran.
azur-Urteil: Gleiss Lutz und Asien-Transaktionen? Bei der schwäbischsten aller Großkanzleien denkt man nicht unbedingt sofort an M&A-Deals auf der anderen Seite des Globus. Doch Gleiss hat dieses Geschäftsfeld in den letzten Jahren gezielt ausgebaut. Auch die 2011 erfolgte Trennung von Ex-Kooperationspartner Herbert Smith Freehills, der eigene asiatische Büros bieten konnte, bremste die deutschen M&A-Experten nicht. Während Gleiss ihr behäbig-konservatives Image in Bewerberkreisen nur langsam los wird, sind die meisten Associates glücklich mit ihrem Arbeitgeber. Für das umfangreiche Weiterbildungsangebot und das Betriebsklima geben sie der Kanzlei gute Noten. Secondments im Ausland sind ­allerdings kaum vorgesehen, und auch bei der Akzeptanz flexibler Arbeitszeitmodelle hat Gleiss noch Nachholbedarf. Wer ab 2014 ­dazustößt, hat dafür Anspruch auf bezahlte Sabbaticals.
Einstiegsgehalt: 90.000 bis 100.000 Euro (ab 1.1.2014 pauschal 100.000 Euro)

Hengeler Mueller

Standorte: Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München und Brüssel
Praxisgröße: 54 Vollpartner, 3 Counsel und 80 Associates
Aktuelle Top-Mandate: Shandong Heavy Industries/Weichai Power bei Beteiligung an Kion und Mehrheitsbeteiligung an Linde Hydrau­lics; China Investment Corp. bei Beteiligung an Hilite.
Dr. Hendrik Haag (Foto, 57) ist regelmäßig für asiatische Investoren im Einsatz. Gemeinsam mit Dr. Christian Möller und Dr. Changfeng Tu leitet er den China-Desk der Kanzlei.
azur-Urteil: Hengeler steht im deutschen Transaktionsmarkt seit jeher mit an der Spitze. Dank ihres weltweiten Best-Friends-Netzwerks ist die Kanzlei regelmäßig auch bei grenzüberschreitenden Großtransaktionen dabei, wenngleich mit deutlich stärkerem Inbound-Fokus als etwa Clifford Chance, Freshfields oder Linklaters. Gerade das China-Geschäft hat in letzter Zeit derart zugenommen, dass die Partnerschaft bereits über einen eigenen Standort in Peking debattieren soll. Auf Spitzenniveau liegt Hengeler nicht nur fachlich – und bei der Arbeitsbelastung –, sondern auch beim Ausbildungsprogramm: Jeder Associate verbringt zwei Wochen pro Jahr mit Fortbildungen, die von der Universität St. Gallen mit veranstaltet werden und sich auf einen MBA anrechnen lassen. Außerdem wechseln die Anwälte regelmäßig in andere Fachbereiche und erhalten so den Hengeler-typisch breiten Horizont. Unter dem Strich sind die meisten Associates mit diesem Paket ausgesprochen zufrieden.
Einstiegsgehalt: 100.000 bis 105.000 Euro

Taylor Wessing

Standorte: Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München und Brüssel
Praxisgröße: 38 Partner, 3 Counsel, 34 Associates und 2 of Counsel
Aktuelle Top-Mandate: ThyssenKrupp bei Verkauf von Tailored Blanks an Wuhan Iron and Steel; Zhejiang Fudi bei Kauf von Wumag Texroll; Aiko Solar Energy Technology bei Kauf von Assets der Scheuten Solar-Gruppe.
Michael-Florian Ranft (Foto, 50) ist ein Urgestein im deutsch-chinesischen Rechtsverkehr. Schon 1996 gründete er für Taylor Wessing ein Büro in Schanghai, seitdem leitet er das China-Geschäft und wird von Mandanten als „guter Brückenbauer“ gelobt.
azur-Urteil: Bei Deals mit China-Bezug führt an Taylor Wessing kein Weg vorbei – das Team zählt seit Langem zu den aktivsten Spielern in diesem Markt. Deutsche Partner stehen auch an der Spitze der Standorte Peking und Schanghai. Dabei knüpfen die Anwälte immer wieder Kontakte zu Großkonzernen, die Taylor Wessing allmählich aus dem oberen Mittelfeld im deutschen Corporate-Geschäft herausbeschleunigen. Dass die Kanzlei energisch an ihrem Aufstieg arbeitet, hat zuletzt zwar etwas Unruhe in die Partnerschaft gebracht. Die Associates hingegen sind fast durchweg begeistert vom Arbeitsklima und loben Taylor Wessing als „die etwas andere Großkanzlei“, in der junge Anwälte und ihre Mentoren fast schon freundschaftlich zusammenarbeiten. Das deutlich erweiterte interne Ausbildungsprogramm findet ebenfalls reichlich Zuspruch. Inzwischen versucht die Kanzlei zudem, die häufig bemängelte Work-Life-Balance zu verbessern.
Einstiegsgehalt: 90.000 Euro

Mittelgroße Kanzleien

Graf von Westphalen

Standorte: Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München und Brüssel
Praxisgröße: 10 Voll-, 2 Salary-Partner, 8 Associates und 1 of Counsel
Aktuelle Top-Mandate: Körber China bei Kauf von Töchtern der LTi-Gruppe; State Grid/Shanghai Municipal Electric Power als Bieter bei Stromprivatisierung in Nigeria.
Patrick Heid (Foto, 37) ging schon als Associate für Graf von Westphalen nach Shanghai. 2012 wurde er zum ersten Vollpartner vor Ort ernannt.
azur-Urteil: Ein eigenes Büro in China können nur wenige mittelständisch geprägte deutsche Kanzleien bieten. Graf von Westphalen hat seit 2008 ein Team aus deutschen und chinesischen Anwälten in Schanghai aufgebaut, das vor allem eine deutsche Kernklientel bei Deals in Fernost begleitet. Inzwischen bedient das Team aber auch einen ­eigenen chinesischen Mandantenstamm. Insgesamt ist die M&A-Praxis auf Wachstumskurs: Dealvolumina in dreistelliger Millionenhöhe sind keine Seltenheit mehr. Das hat mit dem hemdsärmeligen Ansatz zu tun, den die Associates als große Stärke der Kanzlei hervorheben: Junganwälte kommen schnell mit Mandanten in Kontakt und haben im Marktvergleich gute Partnerchancen. Dass das Ausbildungsprogramm wenig formalisiert ist, stört die Associates kaum.
Einstiegsgehalt: 70.000 bis 80.000 Euro

Raupach & Wollert-Elmendorff

Standorte: Hamburg, Hannover, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München
Praxisgröße: 18 Partner, 33 Associates und 4 of Counsel
Aktuelle Top-Mandate: Dajin bei Kauf eines deutschen Offshore-Windparkbetreibers; Sungwoo Hitech bei Unternehmenskauf in Deutschland; chinesischer Autozulieferer in Bieterverfahren um deutschen Wettbewerber.
Louis Wakatsuki (41) kam vor einem Jahr von der US-Kanzlei Squire Sanders zu Raupach. Gemeinsam mit Andreas Jentgens leitet er den Japan-Desk der Kanzlei.
azur-Urteil: Schon lange arbeitet Raupach eng mit der weltweit aktiven Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte Touche Tohmatsu zusammen. Seit Sommer 2012 gehört die Kanzlei auch rechtlich zu Deloitte. Der Anteil an internationalen Mandaten ist entsprechend groß. Gerade in Japan zählen etliche Großkonzerne zur Stammklientel, das Interesse chinesischer Investoren an deutschen Mittelständlern tut sein Übriges. Von Berufseinsteigern erwartet die Kanzlei die Bereitschaft, schnell selbst mit anzupacken. Auch beim Thema Fortbildung ist etwas mehr Eigeninitiative gefragt als bei den meisten Großkanzleien. Zu den individuellen Trainingsplänen zählen dabei Secondments an ausländischen Deloitte-Standorten. Die Associates loben das gute Betriebsklima, die Mandantennähe und Internationalität. Kritik gibt es dagegen an Work-Life-Balance und Bezahlung.
Einstiegsgehalt: keine Angaben

Regionale Kanzleien

Arqis

Standort: Düsseldorf
Praxisgröße: 4 Voll-, 5 Salary-Partner und 5 Associates
Aktuelle Top-Mandate: Sumitomo Electric Industries regelmäßig bei Akquisitionen; Chori bei Beteiligung an Eurosol; Sekisui Chemical bei Kauf von Anteilen an CPT Chevalier Pipe Technologies.
Dr. Shigeo Yamaguchi (41) wuchs in Tokio auf und besuchte dort eine deutsche Schule. Zum Jurastudium ging er nach München. 2006 gehörte er zu den Arqis-Mitgründern, seitdem leitet er den Japan-Desk in Düsseldorf (mehr …).
azur-Urteil: Zielstrebig hat Arqis den deutsch-­japanischen Rechtsverkehr zu ihrem Markenzeichen gemacht. Als einzige deutsche Kanzlei ihrer Größenordnung unterhält Arqis einen eigenen Standort in Tokio. Zum Arqis-Mandantenkreis zählen eine ganze Reihe japanischer Großkonzerne, regelmäßig arbeiten die Anwälte auch für deutsche Unternehmen in Fernost. Eine Dienstreise nach Tokio gehört für die Anwälte am Düsseldorfer Japan-Desk zum jährlichen Pflichtprogramm. Beim Thema Aus- und Fortbildung präsentiert sich Arqis ebenfalls als Vorreiterin: Alle Associates durchlaufen ein strukturiertes Pflichtprogramm, in dem neben juristischen und wirtschaftlichen Inhalten auch Soft Skills und Management-­Fähigkeiten trainiert werden. Die Anwälte sind begeistert und loben außerdem die gute Stimmung im Team und die zivilen Arbeitszeiten.
Einstiegsgehalt: 85.000 bis 90.000 Euro ohne oder 75.000 Euro mit Bonus

Inhouse-Abteilungen

Daimler

Standorte: Stuttgart, Sindelfingen, Berlin und Ulm.
Größe und Einsatzmöglichkeiten: Die deutsche Daimler-Rechtsabteilung ist mit rund 80 Juristen breit aufgestellt. Auf die Begleitung von Corporate-Transaktionen konzentriert sich ein eigenes M&A-Team, das vor Kurzem deutlich verstärkt wurde.
azur-Urteil: Für Daimler ist Asien eine zentrale Wachstumsregion. Das spiegelt sich auch in der Rechtsabteilung wider: Bisher war der Autobauer nur in Peking mit eigenen Juristen präsent, seit September auch in Singapur. Bei M&A-Projekten teilen sich die deutschen und asiatischen Rechtsabteilungen die Arbeit je nach Umfang und Einbindung in die Konzernstruktur. So wurde das umfangreiche Joint Venture mit dem Nutzfahrzeughersteller Foton von Stuttgart aus eingefädelt. Bei der Neuordnung des Vertriebs in China hatten dagegen die Juristen vor Ort die Federführung. Beide asiatische Inhouse-Teams bestehen vor allem aus einheimischen Anwälten, werden aber von Deutschen geleitet. Denn Daimler legt großen Wert darauf, dass aufstrebende Juristen auch außerhalb der deutschen Rechtsabteilung Erfahrungen sammeln. Auslandseinsätze oder Karrierestationen in anderen Unternehmensbereichen sind allerdings erst nach mehreren Berufsjahren die Regel.
Einstiegsgehalt: keine Angaben

Siemens

Standorte: München, Erlangen, Hamburg, Berlin u.a.
Größe und Einsatzmöglichkeiten: Mit rund 300 Juristen ist die Konzernrechtsabteilung das größte Inhouse-Team in Deutschland. Im Ausland arbeiten mehrere hundert Anwälte für Siemens, rund 100 davon in Asien und Australien – zum größten Teil einheimische Juristen, aber auch einige Deutsche. Für Deals ist innerhalb der Rechtsabteilung ein umfangreiches M&A-Team aufgestellt.
azur-Urteil: Transaktionsprojekte aller Größenordnungen gehören bei Siemens zur Tagesordnung. An den 13 asiatischen Standorten begleiteten die Konzernjuristen in letzter Zeit zum Beispiel ein umfangreiches Joint Venture mit dem chinesischen Verbrauchszählerproduzenten Wasion. Gesteuert werden die Transaktionen meist von Deutschland aus, doch die Lufthoheit vor Ort haben die lokalen Inhouse-Counsel. Deutsche Berufseinsteiger, die keine Asienerfahrung mitbringen, sind in der Regel zunächst im Siemens-Mutterland ­tätig, können aber nach einigen Jahren ins Ausland wechseln. An allen Standorten profitieren sie von einem Lern- und Karriereentwicklungsprogramm, wie es selbst vergleichbar aufgestellte Großkonzerne nur selten bieten – alles maßgeschneidert für Juristen. Diese Angebote kommen bei den Siemens-Anwälten sehr gut an, auch mit dem Betriebsklima sind sie zufrieden. Die Arbeitsbelastung kann allerdings phasenweise recht hoch ausfallen. Referendare schickt der Konzern nur in Ausnahmefällen nach Asien.
Einstiegsgehalt: bis 90.000 Euro