Klein-Tokio am Rhein

In der deutsch-japanischen Rechtsberatung führt kein Weg an Düsseldorf vorbei. Die Beratung japanischer Banken und Industrieunternehmen 
hat hier Tradition. Manche Kanzleien bringen inzwischen die dritte 
Generation spezialisierter Anwälte hervor. (Von Parissa Kerkhoff, aus azur 2/13)

In Japan ist es schon weit verbreitet, in Deutschland noch eine Seltenheit: das Washlet von Toto. Die intelligente Luxustoilette des japanischen Sanitärherstellers hat eine Sitzheizung, per Sensor weiß sie den Deckel zu heben, ihren Benutzer mit Warmwasser zu waschen, trocken zu föhnen und anschließend automatisch abzuspülen – Hightech made in Japan. In deutschen Haushalten gibt es die Luxustoilette bislang kaum, in den Düsseldorfer Büroräumen von ­Arqis ist sie schon im Einsatz.

Aus gutem Grund: Die Kanzlei gehört zu den bekanntesten Beraterinnen im deutsch-japanischen Rechtsverkehr. Eine ihrer Mandantinnen ist nun einmal Toto, die mit ihrer Europazentrale samt Rechts­abteilung im Herzen des Düsseldorfer Medienhafens Nachbarin von Arqis ist.

Schlüsselfigur: Arqis-Partner Shigeo Yamaguchi baut die nächste Generation von deutsch-japanischen Rechtsexperten auf.

Geleitet wird die Praxis von Dr. Shigeo Yamaguchi. In seinem Büro erinnert nichts an Japan, außer dem Partner selbst. Doch die exotische Luxustoilette aus dem Hause Toto scheint in der deutsch-japanischen Juristenszene Düsseldorfs ein Muss zu sein. Auch weiter östlich in der Düsseldorfer Innenstadt hat sich die Toto-Toilette als schüchternes Zeichen japanischer Hightech-Kultur durchgesetzt.

Deutsche Nachkriegsarchitektur

Auch der Empfangs- und Besprechungsbereich der ­Mizuho Corporate Bank mutet nicht sehr japanisch an. Die dunkle Holzvertäfelung und die weißen Marmorwände hinter dem Empfangsschalter erinnern vielmehr an die Nachkriegsarchitektur, die deutsche Industriekonzerne einst für ihre Zentralen in Düsseldorf gerne gewählt haben. In einem schlichten Besprechungsraum sitzt Florian Waßmuth, der Leiter der Rechtsabteilung. Neben ihm steht etwas verloren eine grau melierte Vase auf einer Holzkommode. Mit ihrem zartrosafarbenen Blütendekore erinnert sie an japanische Keramikkunst, doch Waßmuth kann noch nicht einmal mit Bestimmtheit sagen, ob sie tatsächlich eine japanische Vase ist.

Die Toto-Toilette ist zu einhundert Prozent japanisch, und sie findet sich auch in den Sanitärräumen der Mizuho Corporate Bank. „Natürlich haben wir sie auch“, gesteht Waßmuth. „Wir sind hier in Düsseldorf halt eine sehr kleine Gemeinde, wie Sie sehen.“

Kleine Gemeinde, lange Historie

Tatsächlich bilden die Unternehmen und alle Dienstleister um sie herum, einschließlich ­einiger spezialisierter Wirtschaftsjuristen, eine ­verschworene Gemeinde. Besonders in der Immermannstraße in der Nähe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs pulsiert das japanische Leben: Auf der ­Straße reihen sich japanische Restaurants, Manga-Comicläden und japanische Supermärkte nahtlos aneinander. Zur Mittagszeit bilden japanische Geschäftsleute und Liebhaber der japanischen Kochkunst meterlange Warteschlangen vor den Nudelsuppenläden, aus deren Küchen es unentwegt dampft und zischt.

Japanische Geschäftsleute und Unternehmen am Rhein, das hat eine lange Tradition, auf die die Stadt stolz ist (Produktive Partnerschaft). Die Einzelhändler und Restaurants leben wie auch die deutsch-japanischen Wirtschaftsjuristen von dem florierenden Japangeschäft, das sich neben London seit Jahrzehnten auch in Düsseldorf konzentriert. Der Sanitärhersteller Toto oder weltweit bekannte Unternehmen wie Fujifilm, Mitsubishi und Toyota haben sich in Düsseldorf und seinen Nachbarstädten niedergelassen.

(Fortsetzung)

Auch die Mitglieder der Deutsch-Japanischen Juristenvereinigung lassen es sich nicht nehmen, ihr Treffen im authentischen Nippon-Restaurant auf der Immermannstraße zu veranstalten. 24 Mitglieder trafen sich dort im Sommer zu Kushiyaki-Grillspießchen und Pflaumenwein. Bei diesen Anlässen fehlt auch ihr Vizepräsident Hironaga Kaneko nicht, den Arqis-Partner Yamaguchi als Pionier des deutsch-japanischen Rechts schlechthin lobt.

Der Arbeitsrechtler ist Mitte 50 und seit 1992 Vollpartner bei Heuking Kühn Lüer Wojtek. Seit 1988 berät er japanische Firmen und Privatpersonen überwiegend im deutschen Arbeits- und Insolvenzrecht, aber auch in grenzüberschreitenden Fragen. Kaneko ist in Tokio geboren, kam aber bereits als Jugendlicher aufgrund der beruflichen Tätigkeit seines Vaters nach Düsseldorf – eine für die Stadt klassische japanische Einwandergeschichte.

Viele Wege führen nach Düsseldorf

Wie auch Heuking-Partner Kaneko wurde Yamaguchi in Tokio geboren, seinen Weg nach Deutschland ­haben ihm seine Eltern deutlich vorgegeben: Der 41-Jährige hatte ursprünglich keinen familiären oder anderweitigen Bezug zu Deutschland und schon gar nicht zu Düsseldorf. Seine Eltern wünschten sich allerdings eine internationale Ausbildung, was ihrem Sohn zu einem ungewöhnlichen Lebenslauf verhalf.

Sie schickten Yamaguchi zunächst auf eine internationale Schule. Mit zehn Jahren belegte der Tokioter nach der Grundschule zusätzlich Business-Sprach­kurse in Deutsch. Schließlich besuchte er als einziger Japaner ohne direkten Bezug zu Deutschland die deutsche Schule in Tokio und legte dort das baden-württembergische Abitur bei einem schwäbischen Lehrer ab, der eigens für die Prüfung eingeflogen war. Anschließend studierte Yamaguchi in Freiburg und München Jura. Nach seinem Referendariat in München und New York fiel die Entscheidung für den Karriereeinstieg bei Haarmann Hemmelrath in Düsseldorf.

„Die Region Düsseldorf hat europaweit die meisten japanischen Unternehmen und damit sehr viel Potenzial. Es lag daher einfach nahe, dass ich nach Düsseldorf gehe und zwar zu Haarmann Hemmelrath, die damals als einzige deutsche Kanzlei mit einem ­Büro in Tokio vertreten war“, erzählt Yamaguchi. Das Büro in Tokio hatte der Partner Andreas Dietl aus Düsseldorf gegründet. Yamaguchi übernahm dann mit seinem Zugang vor rund 13 Jahren den Ausbau des Japan-Desks.

Kontakt nach Japan

2006 zerfiel Haarmann Hemmelrath, mehrere ihrer Anwälte aus München, Düsseldorf und Tokio gründeten daraufhin die Kanzlei Arqis – unter ihnen auch die Japan-Experten Yamaguchi, Dietl und Thomas Witty. Letzterer führt den Tokioter Standort weiter, Yamaguchi wurde eine der prägenden Persönlichkeiten der deutsch-japanischen Rechtsberaterszene.

Neben Arqis und Heuking gibt es aber eine Reihe anderer Kanzleien, die von Düsseldorf aus im deutsch-japanischen Recht beraten. Dazu gehören beispielsweise Gleiss Lutz und Raupach & Wollert-Elmendorff (Düsseldorfer Kanzleien mit Japan-Geschäft). Den Kontakt nach Japan stellen die Kanzleien ganz unterschiedlich her, etwa mit einem Büro in Japan oder durch Kooperationen mit japanischen Kanzleien.

Einige der Kanzleien beraten die japanischen Unternehmen in Deutschland auch aus anderen Standorten heraus, denn längst nicht alle japanischen Unternehmen sind in Düsseldorf und Umgebung angesiedelt. München hat sich in den vergangenen Jahren zu einem weiteren beliebten Standort ent­wickelt. Der japanische Elektronikkonzern Epson Electronics etwa hat seine Zentrale in der bayrischen Hauptstadt aufgeschlagen.

(Fortsetzung)

Von München aus sehr aktiv im Japan-Geschäft sind beispielsweise Taylor Wessing und Hoffmann ­Eitle, gerade letztere engagiert sich hier im ­Patentrecht. Ernst & Young Law betreibt den Japan-Desk in Deutschland hingegen vorwiegend von Frankfurt aus, was eher ungewöhnlich ist.

Konsequente Karriere: Aufgewachsen in Freiburg und Hiroshima, führte Meiko Dillmann die Anwaltskarriere nach Düsseldorf.

Hinter Persönlichkeiten wie Kaneko und Yamaguchi wächst inzwischen die dritte Generation an Düsseldorfer Anwälten heran, die sich auf das Geschäft mit der japanischen Wirtschaft spezialisieren. Und die hier tätigen Kanzleien stellen weiterhin junge Juristen ein. Ein Beispiel ist Dr. Meiko Dillmann. Sie kommt ebenfalls nicht ursprünglich aus Düsseldorf, aber eine berufliche Tätigkeit an der Schnittstelle zwischen Japan und Deutschland war auch ihr in die Wiege gelegt.

Jura und Klavier studiert

Aufgewachsen ist die Juristin deutsch-japanischer Herkunft in Hiroshima und Freiburg. Im Breisgau studierte sie Jura und Klavier gleichzeitig. Im Rahmen ihrer Promotion beschäftigte sie sich dann mit rechtsvergleichenden Fragen, die sich auf das deutsche und japanische Rechtssystem bezogen.

Ihre Karriere als Juristin begann Meiko Dillmann schließlich in Düsseldorf. „Ich wollte im Bereich des deutsch-japanischen Wirtschaftsrechts arbeiten und hatte mich deswegen bewusst nur bei Kanzleien in Düsseldorf und München, die darin einen echten Schwerpunkt haben, beworben. Für Arqis entschied ich mich dann insbesondere wegen der einzigartigen Mischung aus hohem Renommee, besonders des M&A- und Corporate-Bereichs, und der breiten fachlichen Aufstellung bei der Betreuung japanischer Mandanten.“ Seit 2010 arbeitet die 34-Jährige nun in Düsseldorf schon als Associate im fünfköpfigen Team von Yamaguchi.

Einmal im Jahr reist Dillmann für zwei bis drei ­Wochen in die japanische Hauptstadt. Im Tokioter ­Büro betreut die Kanzlei vor allem deutschsprachige Unternehmen, die sich in Japan engagieren. In Düsseldorf erlebt Dillmann eher die andere Seite des deutsch-­japanischen Geschäfts. Hier begleitet das ­Büro in erster Linie japanische Unternehmen bei ihren Investments in Deutschland. Corporate- und M&A-Themen und Joint Ventures prägen ihre Arbeit.

Derzeit ist Dillmann allerdings weder in Düsseldorf noch in Tokio. Sie arbeitet den Sommer über beim Großhandelsunternehmen Sojitz in London. Mit regelmäßigen Secondments ihrer Junganwälte festigt Arqis die Beziehungen zu ihren Mandanten. Eine weitere Arqis-Associate hat die Kanzlei für einige Monate in Düsseldorf zum Mischkonzern Mitsui abgestellt.

Der Inhouse-Weg

Die enge Beziehungen zu ihren japanischen Mandanten öffnen mitunter den jungen Arqis-Anwälten auch eine dauerhafte Karrieren außerhalb der Kanzlei. Das beste Beispiel ist Florian Waßmuth, ein weiterer Ziehsohn von Yamaguchi, der heute bei der Mizuho Bank arbeitet.

Aber anders als Yamaguchi und Meiko Dillmann verschlug es Florian Waßmuth eher zufällig ins Japan-Geschäft und schließlich nach Düsseldorf. „Im Grunde fing alles mit einem Aushang für einen deutsch-japanischen Sprachkurs an, den ich an meiner Universität in Saarbrücken gesehen hatte“, erzählt der 37-Jährige. „Ich hatte schon länger daran gedacht, dass ich etwas Besonderes brauche, um als Jurist Karriere zu machen.“ Also belegte er den Kurs. Danach führte eins zum anderen.

(Fortsetzung)

Waßmuth nutzte das Austauschprogramm ­(Jurastudium mit Asienbezug) seiner Universität in Saarbrücken mit der Keio University in Tokio und verbrachte zusätzlich mithilfe des Deutschen Akademischen Austauschdienstes einige Zeit in ­Japan. Später machte er mehrere Praktika bei japanischen Kanzleien wie Kondo Maruhito Law Office in Tokio sowie eine Referendariatsstation bei Arqis in ­Tokio. Seine Karriere begann er dann vor Ort als Associate bei Arqis, wo er zwei Jahre blieb. Insgesamt verbrachte er rund sechs Jahre in Japan. „Die Zeit in Japan hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt er im Nach­hinein. „Wenn das nicht so gewesen wäre, hätte ich sicher ­einen anderen Karriereweg eingeschlagen.“

Seitenwechsler: Florian Waßmuth begann als Anwalt in Tokio, heute ist er in Düsseldorf bei der Mizuho Bank tätig.

Bei seiner Rückkehr nach Deutschland landete Waßmuth schließlich im Düsseldorfer Büro von Arqis. Das war Anfang 2010, rund ein Jahr später wechselte er mithilfe seines Ausbilders Yamaguchi zur Mizuho Bank, eine der größten japanischen Finanzgruppen. In Düsseldorf ist er als einziger Jurist für die Bank ­tätig. „Ich wollte nicht mehr nur im Corporate und projektbezogen tätig sein, sondern lieber einen Mandanten umfassender beraten“, sagt Waßmuth.

Verhandlungstücken

Japanisch spricht Waßmuth mittlerweile fließend. Und auch an die japanischen Gepflogenheiten im ­Tagesgeschäft hat er sich gewöhnt. Zum Beispiel, dass man statt seiner Unterschrift einen Stempel ­unter wichtige Behörden- oder Handelsregister­dokumente setzt. Auch er hat einen persönlichen Stempel, der in Japan gefertigt und intern registriert wurde.

Wenn Japaner verhandeln, pflegen sie ihre Eigenarten. „Sie sind sehr detailverliebt und fällen keine vor­eiligen Entscheidungen“, erzählt er. Auch Meiko Dillmann bestätigt die präzise Verhandlungsart. Gerade die Arqis-Anwälte finden sich oft in Verhandlungssituationen mit japanischen Großkonzernen und deutschen Mittelständlern wieder. Da prallen Welten aufeinander: „Die Entscheidungsprozesse in einem japanischen Unternehmen, insbesondere in Großkonzernen, sind sehr klar strukturiert, dafür aber manchmal auch etwas schwerfällig. Dem Inhaber eines mittelständischen Unternehmens, der meist alles selbst entscheiden darf, muss man das oft erst vermitteln“, erzählt sie.

Zum Schluss bei Vertragsunterzeichnung, das bestätigen viele Anwälte mit Japanbezug, muss man sich regelmäßig erneut auf die Fragen einstellen, die schon zu Beginn der Vertragsverhandlung geklärt wurden. „Das ist ein bekanntes Muster. Meist will der japanische Gesprächspartner bei der abschließenden ­Vertragsunterzeichnung sichergehen, dass er die Antwort auf früher gestellte Fragen richtig verstanden hat oder dass die Antwort weiterhin gültig ist“, erklärt Florian Waßmuth.

Loyalität und Treue

Hat man jedoch das Wort eines japanischen Geschäftspartners, kann man sich darauf verlassen. ­Japanische Mandanten gelten als äußerst loyal und treu. Eine Absage lässt sich dabei nur mit viel ­Fingerspitzengefühl erkennen. „Sie sagen dann, es sei schwierig zu entscheiden oder sie müssten es sich noch einmal überlegen“, so Waßmuth. „Aber auch ich kann es nicht immer hundertprozentig richtig interpretieren.“

Ein bekanntes Beispiel von einem deutschen und japanischen Unternehmen, die sich schließlich einigt wurden, gab es erst vor Kurzem. Sanitärhersteller Toto geht eine Vertriebskooperation mit dem deutschen ­Keramikhersteller Villeroy & Boch ein. Gemeinsam wollen sie die Expansion der japanischen Hightech-Toiletten mit Wohlfühlgarantie in Deutschland voranbringen. Arqis begrüßt die Expansion ihrer Mandantin Toto, nicht nur, weil die Anwälte um die Vorzüge des Toto-Washlets wissen. Schließlich war es Arqis, die 2007 Toto beim Markteintritt in Deutschland half und damit die Grundlage für die jetzige Expansion schuf. —

 Auf den folgenden Seiten:

Düsseldorfer Kanzleien mit Japan-Geschäft

Produktive Partnerschaft

Düsseldorfer Kanzleien mit Japan-Geschäft

Ein kleiner Kreis von Wirtschaftskanzleien wird in der nordrhein-­westfälischen Landeshauptstadt immer wieder für die deutsch-japanische Rechtsberatung empfohlen – eine Auswahl.

KPMG Law
Adresse: Tersteegenstr. 19-31
Insgesamt sind sechs Düsseldorfer Juristen im deutsch-japanischen Rechtsverkehr tätig. Der Rechtsberatungsarm von KPMG plant, in dem Bereich demnächst mindestens zwei Nachwuchsanwälte einzustellen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der gesellschafts- und steuerrechtlichen Beratung bei Reorganisationsprojekten in Europa. KPMG Law kann ähnlich wie PwC Legal auf die japanische Präsenz der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft verweisen.
Einstiegsgehalt: keine Angaben
http://www.kpmg-law.de/Standorte/14545.htm

Heuking Kühn Lüer Wojtek
Adresse: Georg-Glock-Straße 4
Bei Heuking sind insgesamt drei Anwälte im deutsch-japanischen Rechtsverkehr erfahren. Besonders bekannt ist der Arbeitsrechtler Hironaga Kaneko, der zugleich Vizepräsident der Deutsch-Japanischen Juristenvereinigung ist.
Einstiegsgehalt: bis 85.000 Euro plus Bonus
http://www.heuking.de/ueber-uns/standorte/details/duesseldorf.html

Arqis
Adresse: Hammer Str. 19
Die im deutsch-japanischen Recht äußerst fokussierte Kanzlei zählt in ihrer Praxis fünf Berufsträger. Sie hat ein eigenes Büro in Tokio, das mit der japanischen Wirtschaftskanzlei TMI Associates zusammenarbeitet. Auch aus dem Münchner Büro berät sie japanische Mandanten.
Einstiegsgehalt: 75.000 bis 90.000 Euro
http://www.arqis.com/standorte/duesseldorf/

Simmons & Simmons
Adresse: Breite Straße 29-31
Drei Düsseldorfer Anwälte aus dem Litigation-Bereich beraten regelmäßig im deutsch-japanischen Rechtsverkehr. Das Team hilft japanischen Mandanten vor allem bei compliance-, patent- und technologiebezogenen Rechtsfragen. Das Büro ist eingebettet in eine kanzleiweite Japanpraxis, in der das Londoner und das Tokioter Büro wesentliche Rollen spielen. Die Kanzlei kooperiert in Japan mit TMI Associates.
Einstiegsgehalt: bis 95.000 Euro plus Bonus
http://www.simmons-simmons.com/de-DE/Contact-Us/Dusseldorf

Raupach & Wollert-Elmendorff
Adresse: Schwannstr. 6
Die Kanzlei hat ein Japan-Desk mit fünf Berufsträgern, darunter auch japanische Muttersprachler. Zwei Anwälte einschließlich des Leiters sitzen in Düsseldorf. Schwerpunkte sind Gesellschaftsrecht (insbesondere grenzüberschreitende Umstrukturierungen), M&A sowie die Begleitung japanischer Mandanten beim Markteintritt in Deutschland. Der Zusammenschluss mit Deloitte verstärkt die Verbindung nach Japan, schließlich hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft dort über 40 Büros und betreut in Deutschland vor allem von Düsseldorf aus seit den 1980er-Jahren japanische Unternehmen.
Einstiegsgehalt: keine Angaben
http://www.raupach.de/de/home/diekanzlei/standorte/brodsseldorf.php

Gleiss Lutz
Adresse: Bleichstraße 8-10
Das Düsseldorfer Büro hat regelmäßig Kontakt zu japanischen Mandanten, insbesondere in den Bereichen Corporate/M&A, Patentprozesse und Arbeitsrecht. Gleiss pflegt enge Kontakte zu mehreren Großkanzleien, IP-Boutiquen und Investmentbanken aus Japan, zudem sind die verantwortlichen Gleiss-Partner selbst bis zu einmal monatlich in Japan.
Einstiegsgehalt: 90.000 bis 100.000 Euro (ab 1.1.2014 pauschal 100.000 Euro)
http://www.gleisslutz.com/de/sozietaet/standorte/

Buse Heberer Fromm
Adresse: Königsallee 100
Buse hat in Düsseldorf einen Japan-Desk, insgesamt fünf Berufsträger befassen sich bei der Kanzlei regelmäßig mit japanischen Mandanten. Darunter sind zwei Arbeitsrechtler. Mandanten sind insbesondere japanische Handelsunternehmen. Buse pflegt die Kontakte vor allem über ihre Londoner Niederlassungen.
Einstiegsgehalt: 62.000 bis 77.000 Euro
http://www.buse.de/standorte/duesseldorf.html

PricewaterhouseCoopers Legal
Adresse: Moskauer Str. 19
Der Rechtsberatungsarm der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC ist im japanischen Rechtsverkehr auf Corporate, Umstrukturierungen und M&A spezialisiert. Insgesamt arbeiten in diesem Bereich vier Juristen, davon zwei in Düsseldorf und die anderen jeweils in München und Frankfurt. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft selbst betreibt zudem drei Büros in Japan.
Einstiegsgehalt: keine Angaben
http://www.pwclegal.de/de/standorte/index.jhtml

Produktive Partnerschaft

Die Verbindung von Düsseldorf zu Japan hat eine lange ­Tradition. Sie ist inzwischen ein echter Standortfaktor.

Es begann alles mit Maschinen und Stahl. Die ersten Japaner kamen gezielt nach Düsseldorf. Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte in Japan eine große Nachfrage an Maschinen und Schwerindustrie-Produkten. Das alles bot Düsseldorf als Schreibtisch des Ruhrgebiets und zudem eine zentrale Lage in Europa. Sie gilt bis heute als vorteilhaft.

Mitte der 1950er Jahre ließ sich schließlich Mitsubishi ins örtliche Handelsregister eintragen. In den vergangenen Jahrzehnten folgten immer mehr Unternehmen. Langsam entwickelte sich eine japanische Infrastruktur aus Einzelhändlern, Ärzten und einer japanischen Schule.

Mittlerweile gibt es im Einzugsgebiet mehr als 450 japanische Firmen, produzierende Unternehmen, Banken, Versicherungen oder Werbeagenturen: zum Beispiel Canon in Krefeld. In ganz Nordrhein-Westfalen sind insgesamt rund 500 japanische Unternehmen ansässig. Mehr als 8.000 Japaner leben in der Stadt. Somit hat sich ein Viertel aller Japaner Deutschlands in Düsseldorf niedergelassen. Davon profitiert die Stadt durch ein reichhaltiges Kulturleben.

Mehr Informationen:
www.duesseldorf.de
www.japantag-duesseldorf-nrw.de