Deutsche Rechtsabteilungen asiatischer Unternehmen

Asiatische Unternehmen erobern Europa und bieten Chancen für junge 
Juristen. Wer hier Karriere machen will, muss sich in einem komplexen 
Beziehungsgeflecht behaupten und auf strenge Hierarchien, 
Senioritätsprinzip und eine Konsenskultur Rücksicht nehmen.

Viele Firmen sind seit über 40 Jahren in Deutschland aktiv. Doch Rechtsabteilungen haben viele von ihnen erst vor einigen Jahren eingerichtet. Drei Beispiele (von Silke Brünger, aus azur 2/13).

Samsung

Daiichi Sankyo

Canon

Arbeitgeberprofil Samsung

Die Samsung-Gruppe ist der größte südkoreanische Mischkonzern und zählt gemessen am Umsatz zu den stärksten Unternehmen weltweit. Seit den 1990er-Jahren ist Samsung Electronics der wichtigste Zweig des Konglomerats, das zudem in so verschiedenen Bereichen wie Lebensversicherungen, Schiffswerften oder Chemie tätig ist.

• Branche: Mischkonzern, u.a. Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte, Maschinenbau, Chemie, Versicherungen
• Ursprung: Südkorea
• Umsatz 2012: ca. 140,4 Milliarden Euro weltweit
• Gewinn 2012: ca. 20,3 Milliarden Euro weltweit
• Mitarbeiter: über 340.000 weltweit
• Seit 1972 in Deutschland präsent. Die Europazentrale hat ihren Sitz in Schwalbach am Taunus.

Rechtsabteilung: Die erst seit 2008 existierende Rechtsabteilung wächst kontinuierlich und besteht aktuell aus fünf deutschen Volljuristen. Das Tätigkeitsfeld der Abteilung umfasst die Rechtsgebiete Corporate/M&A, IP sowie allgemeines Vertrags- und Handelsrecht. Zudem wird der Compliance-Bereich kommissarisch betreut. Die Abteilung ist für rund zehn Tochter­gesellschaften europaweit zuständig.

Arbeitgeberprofil Daiichi Sankyo

Das weltweit tätige, forschende Pharmaunternehmen mit ­Zentrale in Tokio hat eine lange Tradition: Das Vorgängerunternehmen Sankyo wurde bereits 1899 gegründet. 2005 fusionierte Sankyo mit der ebenfalls traditionsreichen Daiichi-Gruppe.

• Branche: Pharma
• Ursprung: Japan
• Umsatz 2012: 9,31 Milliarden Euro weltweit
• Gewinn 2012: 621,7 Millionen Euro weltweit
• Mitarbeiter: rund 32.000 weltweit
• Sankyo trat 1990 durch die Übernahme des mittelständischen deutschen Pharmaunternehmens „Luitpold-Werke“ in den europäischen Markt ein. Die europäische Hauptverwaltung befindet sich in München.

Rechtsabteilung: 2007 begann der Aufbau der Abteilung, die heute aus fünf deutschen Volljuristen, einem Paralegal, einer japanischen Patentanwältin sowie einem Compliance Officer besteht. Zudem ist ein Datenschützer funktional an sie angedockt. Das Team deckt die Bereiche Corporate, Vertragsrecht für Lizenzgeschäfte, IP, Arbeitsrecht, Datenschutzrecht sowie M&A ab. Die Rechtsabteilung ist prinzipiell für autonome Tochtergesellschaften in zwölf europäischen Ländern zuständig, wobei der Fokus auf gesellschafts- und vertragsrechtlichen Themen liegt.

Arbeitgeberprofil Canon

Canon ist der größte Kamerahersteller der Welt. Das Unternehmen vertreibt aber auch Scanner, Drucker, Fax- und Kopiergeräte. 2010 hat Canon mit dem niederländischen Konkurrenten Océ den größten Druckerhersteller Europas übernommen.

• Branche: Büromaschinen, Kameras und optische Geräte
• Ursprung: Japan
• Umsatz 2012: rund 30 Milliarden Euro weltweit
• Gewinn 2012: knapp 2 Milliarden Euro weltweit
• Mitarbeiter: rund 190.000 weltweit
• Seit 1973 ist Canon mit einer eigenständigen Tochtergesellschaft in Deutschland präsent. Die Hauptverwaltung sitzt seit 1995 in Krefeld.

Rechtsabteilung: Bis 2007 arbeiteten zwei Juristen in der seit den 1970er-Jahren existierenden deutschen Rechtsabteilung. Seither wurde die Abteilung ausgebaut. Heute sind vier Volljuristen für Deutschland und Österreich zuständig. Weitere Einstellungen sind nicht geplant. Das Team arbeitet generalistisch und deckt die Bereiche Gesellschafts-, Kartell-, Vertriebs-, Vertrags-, Miet- und IT-Recht ab. Das Arbeits- bzw. Steuerrecht wird von der Personal- bzw. Finanzabteilung gesteuert.