Viele Stellen fürs Rechtsreferendariat 2022

Im Referendariat lernt der juristische Nachwuchs die künftigen Berufsfelder kennen. Während der Anwaltsstation erhalten Referendarinnen und Referendare Einblicke in die Mandatsarbeit. Nahezu alle Kanzleien bilden aus, manche haben für 2022 besonders viele Stellen geplant.

Bundesweit begannen in den vergangenen Jahren zwischen 6.700 und 7.600 Referendarinnen und Referendare ihren zweijährigen Vorbereitungsdienst (die neusten Zahlen des Bundesamtes für Justiz sind von 2019). Ungefähr doppelt so viele sind somit pro Jahr mit diesem Ausbildungsabschnitt beschäftigt. Während dieser Zeit absolvieren sie unterschiedliche Stationen:

  • Strafrechtsstation bei der Staatsanwaltschaft oder am Strafgericht
  • Verwaltungsstation am Verwaltungsgericht
  • Zivilstation an einem Zivilgericht
  • Anwaltsstation in einer Kanzlei
  • Wahlstation (z.B. im Unternehmen oder im Ausland)

Richter, Staatsanwalt oder Rechtsanwalt – Referendarinnen und Referendare bereiten sich während der zwei Jahre für alle juristischen Berufe vor und erhalten eine breite Grundausbildung. Die längste Zeit verbringt der Nachwuchs jedoch in Kanzleien. Während der Anwaltsstation (neun bis zehn Monate) lernt er dort die Aufgaben in der Rechtsberatung von Mandanten kennen.

Ausbildungsauftrag der Kanzleien

In dieser Zeit dürfen die Neulinge in den Kanzleien einfachere Aufgaben übernehmen, die je nach Rechtsgebiet und Kanzleityp variieren können. Die Anwaltsanwärter bearbeiten Akten, Deals und nehmen Gerichtstermine wahr. Damit kommen die Kanzleien ihrem Auftrag nach, den juristischen Nachwuchs vor dem zweiten Staatsexamen auszubilden. Die Sozietäten haben auch ein eigenes Interesse, den juristischen Nachwuchs früh kennenzulernen. Im Wettstreit um die besten Bewerbenden ist es für sie eine gute Möglichkeit, Nachwuchstalente zu identifizieren und künftige Associates zu gewinnen.

Freshfields Bruckhaus Deringer ist besonders ausbildungsfreudig. Für 2022 plante die Kanzlei bei einer Kanzleigröße von 560 Volljuristen 480 Stellen für Referendarinnen und Referendare ein. Besonders viele Stellen haben auch Großkanzleien wie Hogan Lovells oder Gleiss Lutz zu vergeben. Hier arbeiten im Schnitt fast halb so viele Referendarinnen und Referendare wie zugelassene Anwälte. Im Rahmen der Top-Arbeitgeber-Recherche 2021 teilten der azur-Redaktion 160 Kanzleien mit, wie viele Referendarstellen sie für 2022 planten, die Gesamtzahl liegt bei über 4.500.

Auch kleinere Kanzleien bilden aus

Wer seine Anwaltsstation in einer Großkanzlei absolviert, wird dort meist mit umfangreichen Programmen empfangen. Der Ablauf und die Aufgaben sind gut organisiert und die Teilnehmenden können zusätzlich an Vorträgen, Seminaren, Kursen zur Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen und Social Events teilnehmen. Doch auch kleinere Kanzleien bieten Vorteile. So haben Referendarinnen und Referendare in kleineren Einheiten oft schneller Mandantenkontakt und arbeiten enger mit den Partnerinnen und Partnern zusammen.

Die kleineren Kanzleien legen ebenso viel Wert auf die Ausbildung des Nachwuchses wie Großkanzleien. So plante Glade Michel Wirtz bei einer Kanzleigröße von 28 Berufsträgerinnen und Berufsträgern 12 Referendarstellen für das laufende Jahr ein, die multidisziplinare Einheit Möhrle Happ Luther (52 Berufstragende) wollte 15 einstellen und Arqis (55 Berufstragende) plante 10 Nachwuchskräfte in Ausbildung einzustellen.

Informiere dich über weitere Referendarstellen in Kanzleien, Unternehmen und Behörden im Bereich Top-Arbeitgeber. Dort kannst du auch nachsehen, wie groß die Kanzleien sind und welche Angebote sie während der Ausbildung bieten.


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