Sachsen führt Teilzeitreferendariat ein

Seit Jahresbeginn ermöglicht das Land Sachsen es seinen Referendarinnen und Referendaren, den Vorbereitungsdienst in Teilzeit zu absolvieren. Er dauert dann 30 statt 24 Monate, dabei werden Dienstumfang und Besoldung um ein Fünftel gekürzt. Auch die Möglichkeit eines Nebenverdienstes wird entsprechend anteilig verringert.

Das Teilzeitreferendariat war 2021 durch eine Änderung des Deutschen Richtergesetzes überhaupt erst ermöglicht worden. Die Bundesländer müssen die Regelung individuell umsetzen. Die Teilzeitvariante steht nicht allen Interessierten offen, wie das sächsische Justizministerium in einem Merkblatt darlegt. Voraussetzung ist, dass die jeweilige Rechtsreferendarin oder der Rechtsreferendar tatsächlich ein Kind unter 18 Jahren oder „eine(n) laut ärztlichem Gutachten pflegebedürftige Ehegattin oder Ehegatten, Lebenspartnerin oder Lebenspartner oder in gerader Linie Verwandten betreut oder pflegt“. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, in Fällen vergleichbarer besonderer persönlicher Gründe, etwa einer Schwerbehinderung, das Teilzeitmodell bewilligt zu bekommen.

Die neue Regelung ist Teil der Bemühungen, den juristischen Nachwuchs mittelfristig stärker für die sächsische Justiz zu begeistern. Mit monatlich knapp 1.600 Euro bezahlt Sachsen zudem im Vorbereitungsdienst etwas mehr als die meisten anderen Bundesländer (Details zum Referendariat in den Bundesländern). In den kommenden Jahren werden rund 500 Richterinnen, Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in den Ruhestand gehen, die Anfang der 1990er-Jahre ihre Laufbahn im sächsischen Staatsdienst begonnen haben.


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