Prof. Dr. Lars Klöhn

LMU München / Bürgerliches und Unternehmensrecht

Beim Karrierestart nahm Prof. Dr. Lars Klöhn zwei Stufen auf einmal. Als er Anfang 2003 seine Dissertation einreichte, schlug sein Doktorvater Gerald Spindler begeistert vor, eine Habilitation daraus zu machen.

Zwei Jahre später, mit Dr. und LL.M. in der Tasche, trat Klöhn wieder mit der klassisch-dogmatischen Arbeit im Kapitalmarktrecht an. „Die Wochen vor dem Habilitationsvortrag waren intensiv“, berichtet er. „Ich musste mich ja außerdem für das zweite Staatsexamen einen Monat später vorbereiten.“

Seine Forschungsinteressen hatten sich schon ein ganzes Stück weiter entwickelt. Den entscheidenden Impuls erhielt er, als er parallel zum Masterstudium in Harvard nach einem neuen Promotionsthema suchte. In der Law School Library fiel ihm ein Buch über Behavioral Finance in die Hände, in den Seminaren waren auch ökonomische Kenntnisse gefragt. „Harvard hat mein wissenschaftliches Denken völlig verändert“, sagt Klöhn. „Mit reiner Dogmatik kommt man dort nicht weit.“

Ökonomie, Kognitions- und Sozialpsychologie sind für ihn nur die interdisziplinären Bausteine seiner Arbeit. Dazu kommt der internationale Rechtsvergleich. Führende Finance-Anwälte sind von der Breite seiner Forschung beeindruckt. Doch Klöhn bleibt bescheiden: „Ich sehe mich als Mittler, der die Erkenntnisse anderer Disziplinen subsumierbar macht.“

Nicht für den akademischen ­Elfenbeinturm, versteht sich. Derzeit arbeitet er an einem Rechtsrahmen, der internetbasierte Klein­anleger-Investments in Start-ups attraktiver und sicherer machen soll. (Norbert Parzinger)

Homepage von Prof. Dr. Lars Klöhn / Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Unternehmensrecht

Aus: JUVE Rechtsmarkt 09/2012