Inka Müller-Schmäh

Müller-Schmäh_InkaAls Juristin bei der Vereinigung Sportsponsoring-Anbieter (VSA) muss Inka Müller-Schmäh parteiisch beraten, als DFB-Schiedsrichterin aber stets neutral sein. Dabei ist Fußball die Leidenschaft der 37-Jährigen, beim VSA verdient sie ihren Lebensunterhalt.

Im Büro kämpft Inka Müller-Schmäh dafür, dass ihre Mandanten und ihr Arbeitgeber zu ihrem Recht kommen. Auf dem Rasen ist sie eine neutrale Instanz, die selber Recht spricht. Im Job Rechtsanwältin und Verbandsjuristin, in der Freizeit Fußball-Schiedsrichterin – ein Spagat, den Müller-Schmäh genießt.

Vier Wochen Peking

Seit fast 20 Jahren pfeift die 37-Jährige bei Fußballspielen. 1997 wird sie DFB-Schiedsrichterin in der Frauen-Bundesliga. Später setzt sie der Weltverband Fifa als Schiedsrichterassistentin auf die Liste für internationale Spiele. 2008 darf sie zu den Olympischen Spielen nach Peking, ganze vier Wochen lang. Dafür gibt ihre damalige Kanzlei grünes Licht – keine Selbstverständlichkeit, wie Müller-Schmäh betont. „Ich bin meinem Arbeitgeber sehr dankbar für die Unterstützung, die ich damals erfahren habe.“ Auch von ihrer Familie kam immer viel Verständnis für das zeitintensive Hobby. Kein Wunder, denn schon ihr Vater verbrachte seine Wochenenden als Schiri auf dem Platz.

 Müller-Schmäh glaubt, dass sich Hobby und Beruf gut ergänzen. „Beides hat mit dem Kennen und dem Umsetzen von Regelsystemen zu tun“, sagt sie. „Auf dem Feld müssen Entscheidungen allerdings viel schneller fallen. Da warten 22 Leute.“ Wichtig sei die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Fehlentscheidung korrigiert

Dass sie das kann, hat Müller-Schmäh in einem Fall gezeigt, mit dem sie nachträglich die Aufmerksamkeit der Fußballwelt auf sich zog: Im Zuge der Affäre um den korrupten Schiedsrichter Robert Hoyzer wurde 2005 bekannt, dass sie als Linienrichterin eine Fehlentscheidung Hoyzers korrigiert hatte – was keine Selbstverständlichkeit war, wie Fußballkenner attestierten. „Ich habe schlichtweg meinen Job gemacht“, sagt Müller-Schmäh trocken.

Auch beruflich beschäftigt sie sich heute mit Sport. Nach mehreren Jahren in der Kanzlei Kärgel De Maizière & Partner wechselte sie im vergangenen Jahr als Verbandsjuristin zur Vereinigung Sportsponsoring-Anbieter. Im Verband hat sie die Möglichkeit, ihre Sportbegeisterung auch im Beruf auszuleben: „Da haben sich beide Leidenschaften getroffen.“ (Katja Wilke)