Dr. Marc Engelhart

Max-Planck-Institut Freiburg / Wirtschaftsstrafrecht

Seine Dissertation ist ausverkauft, jetzt erscheint die zweite Auflage. Als Dr. Marc Engelhart 2004 seine Arbeit „Sanktionierung von Unternehmen und Compliance“ begann, wusste in Deutschland kaum einer etwas mit dem Thema anzufangen.

Siemens, so sagt Engelhart lachend, war so gesehen für ihn ein Glücksfall. 2011 erhielt er für seine Doktorarbeit die Otto-Hahn-Medaille, Kritiker sind längst verstummt. „Mein Anliegen war, Grundlagenwissen mit praktikablen Ergebnissen zu verknüpfen“, sagt Engelhart und entwickelte gleich einmal einen ­eigenen Gesetzesentwurf. Dass er sich damit angreifbar machte, war ihm durchaus bewusst.

Der gebürtige Stuttgarter scheut sich auch sonst nicht, eigene Wege zu gehen: So schnupperte er von Mitte 2009 bis Ende 2011 bei Gleiss Lutz in die praktische anwaltliche Arbeit – und nahm in der Zeit ein halbes Jahr Elternzeit: „Ich glaube, die meisten Väter trauen sich nur nicht zu fragen.“ Er möchte weder die Zeit als Anwalt noch die als Vollzeitvater missen.

Seine Rückkehr zum Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht Anfang dieses Jahres begründet er mit seiner Leidenschaft für die Forschung, die er aber auch in Zukunft mit Blick auf die Praxis betreiben will. Das Referat Wirtschaftsstrafrecht, das er leitet, gab es bis dahin nicht. Jüngstes Projekt: eine empirische Studie über den Status quo bei und die Wirkung von Compliance-Maßnahmen. Und wenn zwischen Familie, Forschung und Vorträgen Zeit bleibt, zieht es Engelhart in den benachbarten Schwarzwald zum Mountainbiken. (Astrid Jatzkowski)

Homepage des Referatsleiters Dr. Engelhart

Aus: JUVE Rechtsmarkt 09/2012