Compliance: Unternehmenspolizei auf dem Vormarsch

Für den Aufbau ihrer Compliance-Strukturen suchen viele Unternehmen händeringend nach Führungs- und Nachwuchskräften. Doch weil gut ausgebildete Bewerber rar sind, gewinnen Weiterbildung und interne  Kandidaten an Bedeutung.

Autoren: Marcus Jung und Astrid Jatzkowski (aus: azur Karrieremagazin 1/2011, erschienen im Juni 2011)

Die einfache Lösung funktioniert nicht mehr. Früher bekam in deutschen Unternehmen der gerade amtierende Chefjurist schnell auch den Hut des Chief Compliance Officer (CCO) aufgesetzt. Wer Compliance traditionell mit der Arbeit von Inhouse-Juristen gleichsetzt, mag dies bedauern. Es ist jedoch Zeichen einer Professionalisierung, deren Tempo für Arbeitgeber und Bewerber kaum vorauszusehen war und die deshalb bislang kaum klare Standards für den Aufbau solcher Abteilungen hervorgebracht hat – auch wenn etwa der TÜV Rheinland seit Ende März diesen Jahres eine Zertifizierung von Compliance-Strukturen im Programm hat. Anders als in den Vereinigten Staaten, wo die Entwicklung wesentlich organischer war, hat sich Compliance in Deutschland seit etwa 2007 im Schnellschritt entwickelt und auch die Personaler überrollt.

Umdenken angesagt

Besonders überraschend kommt diese Entwicklung für die Juristen selbst. Zum einem, weil sie nach ihrem Studium und Referendariat mit dem Selbstverständnis eines Generalisten auf einen Bewerbermarkt drängen, der immer mehr frühzeitige Spezialisierung erfordert (Teure Weiterbildung). Zum anderen, weil Compliance über seine rechtliche Implikation als Korruptionsbekämpfung lange eine Domäne für Juristen war. Doch wer heute als Compliance-Mitarbeiter in einem Unternehmen anfängt, darf keine Berührungsängste zu Wirtschafts- und Volkswirten, Informatikern und den Mitarbeitern der operativen Einheiten haben: Spaß und Interesse an interdisziplinärer Arbeit formulieren die meisten Stellenausschreibungen als eine Kernkompetenz.

 

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Andere Sichtweise: Für Eric Soong von UBS Deutschland ist interdisziplinärer Austausch etwas Alltägliches.

Eric Soong, seit Herbst vergangenen Jahres CCO der UBS Deutschland, bemerkt, dass „sich dieses Berufsbild in einem vollständigen Umbruch befindet“. Zurückzuführen ist dies auf äußere wie regulatorische Einflüsse, die sich ständig ändern. „Die Anforderungen haben sich vollkommen verändert“, so Soong, der Wirtschaftswissenschaftler ist. Zum Verständnis zieht er einen Vergleich aus einer völlig anderen Berufsgruppe heran: „Früher konnte ein Automechaniker nahezu alle Reparaturen an einem Wagen vornehmen. Heute muss er dafür schon deutlich mehr Verständnis für Technik und vor allem Elektronik mitbringen – dafür ist mit dem Mechatroniker ein völlig neuer Beruf entstanden.“

Das Team, welches Soong gerade für UBS in Deutschland zusammenstellt, soll im Idealfall zu je einem Drittel aus Wirtschaftswissenschaftlern, Juristen oder Diplomwirtschaftsjuristen und Informatikern bestehen. „Die heterogene Zusammensetzung der Qualifikationen in einer Abteilung ist essenziell für eine gut aufgestellte Compliance“, erklärt der Bank-CCO. Vor dem jeweiligen Hintergrund des Geschäftsfelds ordnet Soong die Rollen in seiner Abteilung zu: „Der Wirtschaftswissenschaftler, der die Produkte und Prozesse kennt. Der Jurist, der die Einwertung vornehmen kann, denn das Business will eine klare Einschätzung zu den regulatorischen Vorgaben. Und dann der sogenannten Techniker, der die Prozesse unterstützt und in Algorithmen übersetzen bzw. das Präventionssystem dergestalt adjustieren kann, damit eine sinnvolle Überwachung möglich wird.“ Übertragen auf Juristen heißt das, dass sie bei der Besetzung eines Compliance-Postens auf der Mitarbeiterebene drei traditionelle, ihrem Ausbildungssystem geschuldete Schwächen ausgleichen müssen: Projekt- und Prozessmanagement sowie die interne Kommunikation.

Weiterbildung – so dokumentiert man sein Interesse

 

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Hohe Nachfrage: Jürgen Pauthner führt Compliance-Interessierte zum Zertifikat.

Das Denken in Prozessen ist den Juristen beim Einstieg weitgehend fremd, so diverse Unternehmensjuristen mit Compliance-Leitungsfunktionen. Daher sei es umso wichtiger, Interesse an der Thematik mit einer sinnvollen Weiterbildung zu dokumentieren. „Die Mängel liegen meist nicht im juristischen Know-how, sondern in der Umsetzung“, sagt Jürgen Pauthner, der als fachlicher Leiter das Studienprogramm zum Certified Compliance Professional (CCP) bei der Frankfurt School of Finance and Management betreut. Wie Soong stellt auch er eine starke Zunahme der wirtschaftlichen Anforderungen an die Compliance-Funktion fest. „Compliance Officer sind somit gut beraten, sich interdisziplinär fortzubilden“, folgert Pauthner. „Dies ist nicht nur im Sinne des Unternehmens, sondern natürlich auch in Bezug auf die eigene berufliche Fortentwicklung wichtig.“

Den fertigen Compliance-Mitarbeiter gibt es kaum auf dem Arbeitsmarkt, obwohl inzwischen zahlreiche Kurse das Wort Compliance im Titel führen. Aus Mangel an etablierten Standards ist ein bunter Strauß an Angeboten entstanden, den ein CCO eines großen Unternehmens als „einfach nur chaotisch“ bezeichnet. Während die staatlichen Universitäten ihre Weiterbildungsangebote bis auf wenige Ausnahmen noch sortieren, haben eine Vielzahl privater Träger bereits praxisbezogene Programme auf die Beine gestellt.

Christian de Lamboy, der als Seminaranbieter mit der Frankfurt School of Finance and Management eine renommierte Institution im Rücken hat, sagt: „Ob eine Zertifizierung sinnvoll ist, hängt immer von der Glaubwürdigkeit des Zertifikatsgebers ab.“ Der Vorteil liege darin, dass derartige Zertifikate eine Grundkompetenz sichern. Wichtig ist laut seinem Kollegen Jürgen Pauthner zufolge jedoch auch, dass die Kurse neben den unternehmensspezifischen Anforderungen auch Praxiswissen in allen relevanten Teilfeldern vermitteln. Ihr Institut bietet bereits berufstätigen Juristen einen einjährigen Weiterbildungslehrgang zum Compliance-Experten an. So baut der CCP-Lehrgang nach einem halbjährigen Grundstudium mit diversen breit gestreuten Wahlpflichtfächern auf drei Spezialisierungsschwerpunkte Kapitalmarkt-Compliance, Geldwäscheprävention und die gesellschaftsrechtliche Compliance auf.

Kostenpunkt für den komprimierten Parcours durch das Thema Compliance: nahezu 9.000 Euro. Damit liegt die wissenschaftliche Hochschule am Main, die eng mit der deutschen Bank- und Finanzbranche vernetzt ist, bei den Gebühren noch im Mittelfeld. Andere Angebote erreichen schnell das Dreifache an Kosten. Ein immenser finanzieller Kraftakt also für Nachwuchsjuristen, die sich bereits vor dem Berufseinstieg zum Compliance Officer oder Fraud Examiner, also der Funktion eines unternehmensinternen Betrugsaufklärers, weiterbilden möchten.

Mehr Kenntnisse, mehr Bindung, mehr Motivation

Für viele Compliance-Interessierte ist die berufsbegleitende Alternative daher wesentlich reizvoller. Auch der Mehrwert für die Compliance-Abteilung liegt auf der Hand: Neben der aufgewerteten Kompetenz der Mitarbeiter erzeugt die finanzielle wie organisatorische Unterstützung durch den Arbeitgeber eine engere Bindungswirkung und einen Motivationsschub beim Mitarbeiter. „Ich bin ein Freund solcher berufsbegleitenden Studiengänge“, so ein CCO, der gerade ein neues Team zusammenstellt. Dennoch sollten sich Bewerber hier nicht durch bloße Absichtserklärungen im Auswahlprozess hervortun wollen, so der Praktiker weiter, sondern bereits über konkrete Programme und deren Umfang informiert sein. Im Regelfall spricht der Arbeitgeber selbst keine Empfehlung für einen zertifizierten Studiengang oder einen Master of Business Administration (MBA) aus.

Viele Compliance-Verantwortliche in Unternehmen sehen Zertifikate aller Art gerade wegen der Abhängigkeit vom Anbieter und die zeitliche Beanspruchung ihrer Mitarbeiter mit gemischten Gefühlen: „Was bringt mir die Weiterbildung eines jungen Kollegen, wenn ich wegen der häufigen Freistellung faktisch nicht auf ihn zugreifen kann“, sagt der Leiter einer Compliance-Abteilung. Jedoch zeigt der Querschnitt der Rückmeldungen, dass der letztjährig gestartete CCP-Studiengang der Frankfurt School und das MBA-Angebot der Steinbeis-Hochschule in Berlin bereits einen höheren Bekanntheitsgrad in der deutschen Compliance-Szene erreicht haben. Im Zusammenhang mit dem MBA-Angebot von Steinbeis hoben diverse CCOs die stark praxisbezogene Vermittlung der für sie relevanten Themen hervor. So müssen sich die MBA-Absolventen in ihrer Abschlussarbeit mit den konkreten Strukturen in ihrem eigenen Unternehmen befassen – und können so nach Ansicht von Praktikern wertvolle Hinweise für die Fehleranalyse von Prozessen in der Compliance-Abteilung liefern.

Kein juristischer Elfenbeinturm

In nahezu allen Branchen hat das Verständnis für die Vertriebswege und die Arbeitsweise der operativen Einheiten zentrale Bedeutung für den Job als „Polizist im Unternehmen“. „Der klassisch ausgebildete Jurist hat zunächst einmal wenig Gespür für unternehmensinterne Prozesse, Projektarbeit oder den generellen Ablauf einer Produktentwicklung“, sagt Dr. Thomas Lösler, der die Group Compliance des Finanzdienstleisters Allianz leitet. Der berühmte Blick über den Tellerrand ist wichtig, um zunächst den Verbleib und das spätere Vorankommen in der Abteilung zu sichern (Alleskönner bevorzugt).

 

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Juristisches Know-how: Ulrike Pohler von E-Plus bildet ihre Fachkenntnisse auf Unternehmensprozesse ab

Andere Führungskräfte warnen jüngere Inhouse-Juristen davor, mit falschen Vorstellungen in eine Compliance-Abteilung einzusteigen. Was ein Unternehmen als internen nicht rechtlich geprägten Ablauf versteht, muss nicht mit dem Bekannten aus Vorlesungen zum Konzern- und Aktienrecht übereinstimmen. „Ganze Welten“ lägen manchmal zwischen der der juristischen Lehre und dem in Unternehmen pragmatisch praktizierten Risikomanagement, berichtet etwa Dr. Ulrike Pohler, Direktorin des Compliance-Office bei E-Plus.

Projekt- und Prozessmanagement spielen dabei nicht nur für die Aufgaben selbst, sondern auch innerhalb der Abteilung eine immer größere Rolle. Laut Pauthner von der Frankfurt School of Finance and Management hat sich das Verständnis im Markt in diesem Punkt gewandelt: „Die Frage, wie Compliance-Management nicht nur effektiv, sondern auch effizient gestaltet wird, wird gerade von den Abteilungen selbst oftmals noch stark verkannt oder unterbewertet.“ Aus seiner Sicht werden daher Kenntnisse im Management von Veränderungs- und Leistungsprozessen zu zentralen Faktoren, will der Compliance-Chef im Unternehmen einen sichtbaren Wertbeitrag leisten.

Gerade Juristen fällt es aber häufig schwer, sich auf die Sprache und Informationsabläufe in den Unternehmen einzulassen. „Nach meiner Überzeugung ist die Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg für das gesamte Compliance-Thema“, sagt Dietmar Will von Audi. Er ist seit Februar 2011 Leiter der neunköpfigen Compliance-Abteilung des Autobauers und war zuvor 15 Jahre in der Rechtsabteilung tätig. Nur wenn es den Juristen gelänge, so der Compliance-Experte, sich von ihrer Fachsprache zu trennen und verständlich die wesentlichen Inhalte zu vermitteln, sei eine effektive Prävention möglich. Dafür geht Will in der Branche einen ungewöhnlichen Weg. In seinem Team nimmt ein Kommunikationswissenschaftler einen zentralen Platz ein, der gemeinsam mit den Kommunikationsprofis von Audi und einer Medienagentur gegen dieses Problem ein Konzept erarbeitet. Auch Pohler, für Compliance beim Mobilfunkunternehmen E-Plus verantwortlich, sucht die enge Verbindung zur internen Unternehmenskommunikation, um möglichst viele Arbeitnehmer mit ihren Vorhaben zu erreichen.

Branchenwissen vorhalten

Neben den Noten in den Staatsexamina achten die Personalverantwortlichen der Unternehmen auf die belegbare Branchenaffinität von Bewerbern. Dieses Anforderungsprofil gilt für viele Compliance-Abteilungen, die in den vergangenen Jahren entstanden sind.

Wer als Compliance Officer die Einhaltung der Regeln im Unternehmen überwachen soll, muss sich intensiv mit dem Geschäftsmodell und dem Wirtschaftzweig seines Arbeitgebers beschäftigen. In der produzierenden Industrie heißt dies, dass sich der Mitarbeiter mit den wichtigsten Rohstoffen, den vorhandenen Ressourcen, den vor Ort geltenden Gesetzen und politischen Systemen und notwendigen Zulieferketten beschäftigen muss – auch müssen sich Juristen wiederholt mit der ungewohnten Materie des Produktmanagements auseinandersetzen. Juristen mit MBA-Abschluss können also deutliche Wettbewerbsvorteile für sich geltend machen, denn dieses Thema gehört zum Standard vieler Masterprogramme.
Im Nachgang der weltweiten Wirtschaftskrise zeigen gerade die international tätigen Finanzdienstleister auffällig viel Bedarf an jungen Mitarbeitern. Neben den gesetzlichen Grundlagen im Wertpapierhandel und Kredithandel fragen diese Arbeitgeber jedoch besonders das Interesse für Bankprodukte und ein gewisses mathematisches Grundverständnis bei Bewerbern ab. „Gerade wenn ein Jurist in der Bank- und Finanzbranche arbeiten will, muss er dezidierte Kenntnisse in den Produkten mit inhärenten Risiken vorhalten“, meint Soong. „Daneben ist der personelle Aufbau einer Compliance-Funktion immer abhängig von den Geschäftsfeldern einer Bank.“

Zum Leidwesen der externen Bewerber schreiben Compliance-Abteilungen neu geschaffene Stellen in der Regel zuerst intern aus, um sich die Kosten für die mühselige Suche auf dem freien Markt zu sparen. Der Vorteil der internen Besetzung: Die Compliance-Abteilung bekommt zudem noch jemanden, der das Unternehmen in- und auswendig kennt. Wer es sich erlauben kann, sucht sich seinen CCO also im eigenen Unternehmen, zumeist in der Rechtsabteilung, unter Umständen aber auch in einer Compliance-nahen Abteilung wie Revision, Controlling oder auch Personal. Wer nicht kann, wildert in der Branche.

Doch hier ist die Suche nach Mitarbeitern genauso schwierig wie auf der Leitungsebene, auch wenn etwa mit Controllern, Betriebswirten, Wirtschaftsingenieuren oder Kommunikations- und IT-Spezialisten der Pool an möglichen Mitarbeitern viel größer ist. Bewerber mit Compliance-Erfahrung sind und bleiben rar, ganz egal aus welchem Fachbereich.

Erschwert wird die Suche nach externen Profis zudem auch dadurch, dass die wenigsten Abteilungsleiter bei der Besetzung von Stellen gänzlich freie Hand haben. „Wir sind auf der Grundlage eines entsprechenden Betriebsratsverlangens angehalten, Stellen stets zunächst intern auszuschreiben“, berichtet Carsten Beisheim, Leiter Konzernrecht und Compliance der Wüstenrot und Württembergischen. Unter den Umständen könne man natürlich wenig spezifisches Compliance-Fachwissen voraussetzen. Der Aufbau mit externen Kräften, wenn man sie bekomme, sei daher effizienter, insbesondere wenn eine Abteilung von null aufgebaut wird, so Beisheim.

„Wir setzen auch auf lernbegierige Neulinge“

Andere Abteilungen wie etwa bei Audi setzen auf die interne Besetzung. Will, der keinen Berufsträger bei einem anderen Unternehmen abgeworben hat, beschäftigt auch Neulinge in seinem Team: „Wir haben neben Mitarbeitern mit langjähriger Unternehmenserfahrung auch auf Berufsanfänger gesetzt, die lernbegierig sind.“ Nur: Bislang steigen wenige junge Juristen als bereits ausgebildete Compliance-Fachleute bei Unternehmen ein – wenn sie mit zusätzlichen Engagement und erheblichen finanziellen Mitteln einen individuellen Schwerpunkt herausgebildet haben.

Den Königsweg zum Einstieg als Compliance Officer gibt es nicht. Darüber sind sich Compliance-Verantwortliche über alle Branchen hinweg einig. Mittelfristig wird die Situation für Bewerber sich jedoch entspannen. Weil Unternehmen wie MAN, Siemens oder Thyssen-Krupp auf immer größere Abteilungen setzen, wird zwangsläufig auch die Zahl der geeigneten Kandidaten zunehmen. Die normale Fluktuation spült also früher oder später immer mehr Bewerber auf den Markt. Doch nach den Großunternehmen beginnt zugleich auch der deutsche Mittelstand, eigene Compliance-Teams aufzubauen. Und dort warten bei flachen Hierarchien und der Nähe zum operativen Geschäft reichliche Möglichkeiten für Juristen. (azur 1/2011)

Teure Weiterbildung

Es gibt immer mehr Angebote für Compliance-Schulungen – doch die kosten.

Die erhöhte Nachfrage nach Compliance- oder Fraud-Managern belebt ein neues Marktsegment. Immer mehr Weiterbildungsanbieter entdecken, dass sich mit dem Thema richtig viel Geld verdienen lässt. Zumal die staatlichen Universitäten ihre Ausbildungslücken nur sehr zögerlich schließen. Zwischen MBA, Zertifikat und Tageskurs ist alles im Angebot. Hier eine Auswahl der bekanntesten Kurse:

Association of Certified Fraud Examiners (ACFE): Über Mitgliedschaft bei der ACFE ohne Zeitvorgabe Abschluss zum Certified Fraud Examiner. Enge Kooperation mit School of Governance, Risk and Compliance in Berlin. Dort angehängtes MBA-Studium möglich. Ab ca. 450 Euro

Universität Augsburg: Zehntägiges Seminar im Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer der Universität, nach Abschlussprüfung Zertifikat als Compliance Officer. Ca. 5.950 Euro

School of Governance, Risk and Compliance (Steinbeis-Hochschule): Zunächst in Kooperation mit Association of Certified Fraud Examiners Abschluss zum Certified Fraud Examiner (CFE). Im Anschluss berufsbegleitender, zweijähriger MBA-Studiengang mit Schwerpunkt Governance, Risk, Compliance & Fraud Management in Berlin. Zudem seit Frühjahr 2011 einjährige berufsbegleitende Weiterbildung zum Certified Compliance Expert (CCE). Ca. 6.750 Euro pro Semester (eingerechnet Studiengutschein in Höhe von 2.000 Euro nach bestandener CFE-Prüfung)

Frankfurt School of Finance and Management: Berufsbegleitender, einjähriger Studiengang, Abschluss mit dem Titel Certified Compliance Professional. Ca. 8.900 Euro

Lake Constance Business School: Studiengang zum Certified Ethics & Compliance Officer. Regelstudienzeit 14 Monate (25 Präsenztage) in Konstanz. Ca. 14.700 Euro

Deutsche Universität für Weiterbildung: Fernstudium mit Regelstudienzeit von 24 Monaten. Abschluss Master of Arts mit Schwerpunkt Compliance. 15.000 Euro

European School of Management and Technology: Governance und Compliance als Modul des englischsprachigen MBA-Studiengangs. Studiendauer in Vollzeit 12 Monate oder berufsbegleitend 21 Monate in Berlin. Ca. 29.500 Euro (Vollzeit) oder 57.500 Euro (berufsbegleitend)

Alleskönner bevorzugt

Welche Schlüsselqualifikationen Unternehmen von Compliance-Bewerbern erwarten

Personaler und CCOs sind sich im Klaren, dass ihre Suche nach zukünftigen Compliance-Mitarbeitern häufig der nach der eierlegenden Wollmilchsau ähnelt. Folgende Punkte stehen dabei auf ihrer Wunschliste:

• juristisches und analytisches Verständnis
• wirtschaftliches Know-how
• gute Projektmanagement-Kompetenz
• stark in der Kommunikation
• MBA, gegebenenfalls LL.M. wegen der internationalen Erfahrung
• intime Unternehmenskenntnis
• pädagogisches Gefühl
• flexibel und kreativ
• teamfähig über alle unternehmensinternen Grenzen hinweg
• Offenheit für interdisziplinären Arbeitsansatz
• und zur Abrundung: IT-Kompetenz, kriminalistische Erfahrung