Karrieresprung: Elektronik trifft Klassik

Markus Kaulartz kann Jura und kann Software. Mit dieser Mischung gehört er zu einer seltenen und sehr gefragten Spezies in Kanzleien – bei CMS machte er damit nun Karriere.

Foto: CMS Hasche Sigle

Dr. Markus Kaulartz (36)
CMS Hasche Sigle
Aufgewachsen in:
Landau
Erste berufliche Station:
CMS Hasche Sigle

Markus Kaulartz kämpft so halb erfolgreich gegen gleich zwei Vorurteile. Das erste betrifft seine Heimatstadt Landau: Der rheinland-pfälzische Ort ist seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr nur als Weingegend bekannt. Lästermaul Harald Schmidt sorgte mit seinen Running Gags über „die dicken Kinder von Landau“ dafür, dass Kaulartz, damals zehn Jahre, heute immer noch nicht einfach sagen kann: „Ich komme aus Landau.“ Wenn er den Ortsnamen ausspricht, fängt er an zu lachen und stellt direkt klar: „Nein, dort sind nicht alle Kinder dick, und, nein, wir haben damals nicht die Mayonnaise eimerweise durch die Stadt geschleppt.“

Gegen das zweite Vorurteil – alle IT-Rechtler sind Nerds – hat er weniger Argumente auf Lager. Dass Kaulartz sich selbst als Nerd bezeichnet, liegt auch an seinem großen Bruder. Dessen Kinderzimmer damals glich eher einem Rechenzentrum. Kaulartz fand das toll, lernte die Programmiersprache Blitz Basic und programmierte bereits im Grundschulalter, ebenso später auf dem Gymnasium.

Nach seinem Jurastudium in München gehörte er damit zu der seltenen und heiß begehrten Spezies von Nachwuchsjuristen, die nicht nur mit ihrem Examen glänzen, sondern obendrein noch etwas von Software verstehen. „Insofern lag das IT-Recht für mich total nahe“, stellt er im Rückblick fest. Nach seinem Studium absolvierte er als Referendar bei CMS Hasche Sigle in München seine Anwaltsstation – im Team um Dr. Markus Häuser, mit dem er heute noch Wand an Wand arbeitet. „Und wie das hier so ist“, sagt er, „wenn man erst einmal hier ist, bleibt man auch hier.“ In seiner täglichen Arbeit geht es weniger darum, ob man programmieren kann. „Man muss verstehen, wie Software funktioniert, die gleiche Sprache wie die Mandanten sprechen“, erklärt der Vater von drei Kindern.

Diese Fähigkeit sprach sich herum. 2016 sollte er einen Artikel über Blockchain und Bitcoins schreiben. Das faszinierte in so sehr, dass er das anberaumte Wellness-Wochenende mehr fürs Lesen als für Wellness nutzte. Gut sechs Jahre später gilt er als einer der Spezialisten für diesen Bereich, berät unter anderem mit Accenture einen langjährigen Mandanten der IT-Praxis. Und auch für ihn persönlich hat sich mit dem Spezialthema Blockchain etwas Tolles entwickelt: das Ticket in die CMS-Partnerschaft, in die er nun aufgenommen wurde. Cello spielt er immer noch, und es steht heute – anders als in Lindenbergs Lied – nicht im Keller.

Er spielte Cello. Aber nicht in jedem Saal in unserer Gegend, wie von Udo Lindenberg besungen, sondern vor den Sehenswürdigkeiten von Paris. Entstanden ist eine Fotoreihe der besonderen Art – und ein Fotokalender für die damalige Freundin.

Zwei Fragen an Kaulartz:

Welches nichtjuristische Nicht-Sachbuch bedeutet Ihnen
etwas?

Die ‚Neue Jazz-Harmonielehre‘ für Klavier. Im Moment lese ich aber fast jeden Tag ‚Die neugierige kleine Hexe‘ (vor).

Womit haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient und
was haben Sie davon gekauft?

Softwareentwicklung, gekauft habe ich mein Cello.

Die Rubrik Karrieresprung erscheint monatlich im JUVE Rechtsmarkt.


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