Junge Anwälte im Vergaberecht sind ihren Kanzleien treu

Eine Auswertung der azur-Associate-Umfrage zeigt, dass junge Vergaberechtler am wenigsten darüber nachdenken, ihren Job demnächst zu wechseln. Je nach Rechtsgebiet unterscheidet sich die Wechselbereitschaft unter den jungen Anwälten enorm. Auch Anwälte im Handels- und Vertragsrecht sowie im Gewerblichen Rechtsschutz sind überdurchschnittlich treu. Im Gegensatz dazu liebäugeln insgesamt knapp 29 Prozent der Associates mit einem baldigen Wechsel. Überdurchschnittlich hohe Wechselbereitschaft zeigen Anwälte im Öffentlichen Wirtschaftsrecht, IT-Recht sowie M&A.

Kanzleien, die im Vergaberecht tätig sind, „lechzen nach Nachwuchs“, wie es im JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien 2021/2022 heißt. Es sei zuletzt spürbar gewesen, dass öffentliche Auftraggeber in der Corona-Pandemie mit ihren Projekten die Wirtschaft aufrechterhalten und beleben wollten. Die viele Arbeit hat den Vergaberechtprofis nicht die Laune verdorben: Sie vergeben durchweg hohe Zufriedenheitsnoten. Übrigens liegt es nicht an möglicherweise schlechten Karrierechancen außerhalb der Kanzleipartnerschaft, dass nur wenige junge Vergaberechtler den Arbeitgeber wechseln wollen: Hier vergeben sie in der azur-Umfrage hohe Werte. Zugleich schätzen sie die Wahrscheinlichkeit, in der Kanzlei Partner zu werden, überdurchschnittlich hoch ein – glückliche Vergaberechtler!

Wenig Arbeitsbelastung macht glücklich

Auch diejenigen Associates, die Handels- und Vertragsrecht als Spezialisierung angeben, zeigen sich mit ihrer Arbeit zufrieden. Von allen Associates klagen sie am wenigsten über die Arbeitsbelastung, auch beim Punkt Weiterbildung sind sie sehr zufrieden. Nur beim Gehalt liegen sie mit ihrer Zufriedenheit unter dem Durchschnitt. Tendenziell stammen die Umfrageteilnehmer mit diesem Rechtsgebiet eher aus kleinen und mittelgroßen Kanzleien, die beim Gehalt unterhalb des Großkanzleiniveaus agieren.

Anders steht es um die Anwälte im Gewerblichen Rechtsschutz. Sie sind nicht nur mit der Vergütung überdurchschnittlich zufrieden, sondern – nach den Vergaberechtlern – die Associate-Gruppe mit der höchsten Gesamtzufriedenheit. Ob es an der Arbeitsmöglichkeit zu Hause liegt? Denn nach den IT-Rechtlern sind die IP-Spezialisten am meisten im Homeoffice gewesen (Umfragestand im Sommer 2021) und haben von 5 Arbeitstagen rund 3,5 Tage am heimischen Schreibtisch verbracht. Ihre Arbeitsbelastung bewerten sie so positiv wie die zufriedenen Vergaberechtler.

Hinweis zur Methodik: Grundlage ist die azur-Associate-Umfrage 2021. Dort haben rund 3.200 Teilnehmer ihr Rechtsgebiet benannt. Hier berücksichtigt wurden die Top-15-Rechtsgebiete mit jeweils mehr als 50 Teilnehmern. Das entspricht rund 2.900 Teilnehmern.


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