azur100
04.03.2021 | Autor/in: Esra Laubauch
Themen in diesem Artikel:

Watson Farley & Williams – Top-Arbeitgeber im Norden

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Die Kanzlei auf einen Blick

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 10 bis 15

Neueinstellungen weitere Juristen 2021 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 2 bis 3

Referendarplätze 2021: 16    Praktikumsplätze 2021: 17

Standorte in Deutschland: Frankfurt, Hamburg, München, Düsseldorf

Internationale Präsenz: Watson Farley & Williams hat 13 Auslandsbüros weltweit.

Anwälte in Deutschland: 34 Partner und 56 Associates

Frauenanteil Anwälte: 31,1 %

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 6 (6 Frauen)

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 500 Euro/Wochenarbeitstag (vor dem 1. Examen), 600 bis 750 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), 750 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: 750 Euro/Wochenarbeitstag; max. 3.750 Euro/Monat

Associates

1. Jahr: 100.000 Euro plus Bonus bis 10.000 Euro*

2. Jahr: 106.000 Euro plus Bonus bis 10.600 Euro*

3. Jahr: 112.000 Euro plus Bonus bis 11.200 Euro*

*Bonus von azur berechnet

Weitere Juristen im 1. Jahr (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): mind. 50.000 Euro plus Bonus bis max. 10 % des Grundgehalts

Über den Arbeitgeber

Mobiles Arbeiten schon vor der Krise. Watson Farley & Williams (WFW) hat das Konzept, Arbeitszeit und -ort als Anwalt frei zu wählen, schon vor der Corona-Pandemie gelebt. Entsprechend findet das interne Fortbildungsprogramm zu fachlichen und soften Themen auch zum Großteil online statt. Die Weiterbildung ist auf das Erfahrungslevel abgestimmt. Berufseinsteiger lernen etwa in der hauseigenen Akademie Grundsätzliches zu wirtschaftsrechtlichen Themen. Dazu gibt es Secondments beim Mandanten oder an einem anderen Standort und den zweimal jährlich stattfindenden persönlichen Mentorenaustausch zur Zielevaluation. ­Daneben gehören zur Ausbildung Trainings für Vertragsdrafting, regelmäßige Briefings zu aktuellen Rechtsentwicklungen und die in der ­azur-Umfrage viel gelobte „umfassende und eigenverantwortliche Einbeziehung in Projekte und Transaktionen“. Diese primär intern konzipierte Ausbildung überzeugt nicht jeden. Einige Associates wünschen sich in der azur-Umfrage „externe Fort- und Weiterbildungen.“

Volles Programm für Praktikanten und Referendare. Praktikanten können für vier bis sechs Wochen am internen Fortbildungsprogramm sowie an Veranstaltungen teilnehmen. Vor Ort stehen ihnen jeweils ein Partner und ein Associate aus dem entsprechenden Fachbereich als Mentor zur Seite. Referendare können auf dasselbe Angebot zurückgreifen und werden darüber hinaus intensiver in die Mandatsarbeit involviert. Im Referendariat ist es zudem möglich, Auslandsstationen in London, Madrid oder Bangkok zu machen – ein klarer Pluspunkt in dem ansonsten eher durchschnittlichen Angebot.

Teilzeitpartnerschaft soll’s richten. Weil es WFW bislang nicht gut gelang, Frauen bis zur Partnerschaft zu fördern, entwickelte die Kanzlei mehrere Strategien, um Frauen bei ihrer Karriere zu unterstützen. Associates erwähnen „Teilzeitmodelle, in denen man trotzdem Karriere machen kann“, etwa die Teilzeitpartnerschaft. Erste Erfolge werden regis­triert: „Bin beeindruckt von der familienfreundlichen Atmosphäre”, lobt einer. Aktuell sind nur 8 Prozent der Partner weiblich. Der übliche Partnertrack verläuft bei WFW in vier Stufen über etwa sieben Jahre. Auch bei einem alternativen Karriereweg durchlaufen die Anwälte nach dem Associate-Status die Position des Senior Associate und Managing Associate. Nach sechs Jahren entscheidet sich dann, ob der Weg in die Partnerschaft führt oder ein Status als of Counsel angestrebt wird.

Alles ganz flexibel. Obwohl WFW in der azur-Umfrage unterdurchschnittlich bei der Work-Life-Balance abschneidet, gibt es positive Stimmen: „Wochenende ist immer frei“, schreibt ein Associate, andere loben die „moderaten Arbeitszeiten“, die laut azur-Umfrage mit 52 Wochenstunden im Marktdurchschnitt liegen. Kritik gibt es an der Art und Weise, wie Vorgesetzte kommunizieren: Die Associates sind so unzufrieden wie nur bei wenigen anderen Kanzleien: „Sehr schlechter zwischenmenschlicher Umgang“, klagt ein Associate.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.