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27.04.2020 | Autor/in: Anika Verfürth
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Corona-Krise: Jurafakultäten starten in virtuelles Sommersemester

Deutschlandweit sind Studenten inzwischen in das verspätete Sommersemester gestartet, auch die Jurafakultäten haben auf einen digitalen Lehrbetrieb umgestellt. Doch insbesondere was Prüfungen angeht, fahren die meisten zunächst weiter ‚auf Sicht‘. 

Mittlerweile ist der durch Corona bedingte Digitalisierungsschub auch im Universitätsalltag angekommen. In der vergangenen Woche nahm ein Großteil der Universitäten die Lehre wieder auf. Das Sommersemester sollte ursprünglich Anfang April starten. Dabei müssen sich Studenten auf individuelle Lösungen, abhängig von Lehrstuhl und AG-Leiter, einstellen.

An der LMU in München beispielsweise nehmen Professoren ihre Vorlesung als Podcast auf, der den Studenten dann zur Verfügung steht. Eine ergänzende digitale Frage- und Übungsstunde soll den interaktiven Austausch im Vorlesungssaal ersetzen. An der Universität in Münster gibt es keine Podcasts, hier werden etwa Präsentationsfolien mit Ton unterlegt.

Digitale AGs, digitale Lehrveranstaltungen

Auch die Arbeitsgemeinschaften haben sich zum großen Teil auf eine digitale Arbeitsweise eingestellt. Häufig finden die Kleingruppenkurse dann über Videokonferenzen statt, die Arbeitsmaterialien werden digital zur Verfügung gestellt.

Die Bucerius Law Schoool in Hamburg startet in dieser Woche in das Sommertrimester. Sie legte einen Plan vor, der 11 Vorlesungen umfasst, an denen jeweils 120 Studenten teilnehmen können, sowie 127 Lehrveranstaltungen im Kleingruppenformat mit unter 20 Personen. Damit verlegt die private Hochschule erstmals ihren kompletten Lehrbetrieb in den digitalen Raum. Die EBS Universität, mit der EBS Law School eine direkte Wettbewerberin für die Hamburger Hochschule, hatte bereits im März auf einen digitalen Lehrbetrieb umgestellt. 

Semester zählt nicht für Freischuss?

Trotz aller Bemühungen, die von Seiten der Studenten und der Universitäten erbracht werden, gab es zuletzt vermehrt Stimmen, die sich dagegen aussprachen, das aktuelle Semester als Regelstudiensemester anzurechnen. In München hatte Ende April das Landesjustizprüfungsamt angekündigt, das Sommersemester nicht auf die reguläre Semesterzahl zu addieren, was insbesondere für die Berechnung des Freischusses relevant ist.

Eine große Herausforderung bleibt der Umgang mit Prüfungen. In Bayern beispielsweise dürfen seit dem 20. April wieder Prüfungen im Präsenzbetrieb abgenommen werden. Die juristischen Fakultäten planten zuletzt, die verschobenen Prüfungen ab Mitte Mai nachholen zu lassen. Wie sich Studenten auf die Abschlussklausuren des nun gestarteten Sommersemesters einstellen können, ist noch nicht absehbar. Die meisten Universitäten planen Schritt für Schritt und informieren ihre Studenten laufend.