azur100
06.03.2020 | Autor/in: Melanie Müller
Themen in diesem Artikel:

Schnittker Möllmann Partners – Top-Arbeitgeber im Osten

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: 5 bis 10

Referendarplätze 2020: 10    Praktikumsplätze 2020: 8

Standorte in Deutschland: Berlin, Hamburg und Köln

Internationale Präsenz: Die deutsche Kanzlei kooperiert mit Kanzleien in Europa und den USA für Secondments.

Anwälte in Deutschland: 12 Vollpartner, 6 Non-Equity-Partner und 18 Associates

Frauenanteil Anwälte: 11,1%

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine Angaben

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 450 Euro/Wochenarbeitstag (vor dem 1. Examen), 700 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), 1.000 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: 700 bis 1.000 Euro/Wochenarbeitstag

Associates
1. Jahr: 110.000 Euro
2. Jahr: 115.000 Euro
3 Jahr: 120.000 Euro plus Bonus bis 12.000 Euro

Über den Arbeitgeber

Zufrieden, aber mit Abzügen. Nur wenige Jahren nach der Gründung hat sich Schnittker Möllmann Partners (SMP) zu einer der wichtigsten Adressen für Venture-Capital-Beratung und Fondsstrukturierung entwickelt. Schnell ist die junge Kanzlei personell gewachsen. Associates aus der azur-Umfrage zeigen sich grundsätzlich zufrieden mit ihrem Arbeitgeber: „Hier herrscht die perfekte Arbeitsatmosphäre, um sich zu entfalten”, schreibt einer. Besonders gefallen den angestellten Anwälten das Niveau ihrer Arbeit und die Möglichkeit, Familie und Karriere miteinander vereinbaren zu können. Allerdings gibt es auch Schattenseiten: Trotz der genau im Marktdurchschnitt liegenden Arbeitszeit von etwa 53 Stunden pro Woche gibt es vereinzelt auch Unzufriedenheit mit der Arbeitszeit, die je nach Mandat hohe Arbeitsspitzen mit sich bringt.

Nah am Geschäft. Praktikanten und Referendare können sich für eine Ausbildung in einem spezifischen Rechtsgebiet oder der Rotation durch die Fachbereiche entscheiden. Immer laufen sie dabei im Arbeitsalltag mit und arbeiten schnell gemeinsam mit erfahrenen Associates oder Partnern an Mandaten. Dabei steht jedem ein Tutor zur Seite – meist ein erfahrener Associate, bei Referendaren gelegentlich auch ein Partner. Externe Notar- und Mandantentermine gehören ebenso zum Ausbildungsprogramm wie die Teilnahme an internen Fortbildungsveranstaltungen und einem Legal-English-Kurs. Zwar bietet SMP damit ein solides Programm, hebt sich aber nicht von anderen Wettbewerbern ab.

Ausbildung aufgehübscht. Die gut drei Jahre alte Kanzlei feilt weiterhin an ihrem Ausbildungsprogramm für junge Anwälte. Einige Teilnehmer der azur-Associate-Umfrage loben „die Professionalisierung der Abläufe“ und „erste externe Weiterbildungsmöglichkeiten wie Verhandlungsführung“. SMP bietet auch Schulungen zu Soft Skills, gepaart mit der Fachausbildung, die in verschiedenen Formaten wie Legal Lunches abgehalten wird. Damit erfüllt SMP guten Standard. Dennoch scheiden sich die Geister: Einigen gefällt’s, andere sehen noch Luft nach oben, wie die Ergebnisse der azur-Associate-Umfrage zeigen. Zusatzqualifikationen wie den LL.M. oder das Steuerberaterexamen unterstützt die Kanzlei zeitlich und finanziell. Wer Partner werden will, erhält Kurse zu Führungsstil und Verhandlungsmanagement. Je nachdem, ob der Karrieretrack die Zwischenstufe des Salary-Partners vorsieht, dauert der Aufstieg zur Vollpartnerschaft bis zu acht Jahre. Zwar sind die Umfrageteilnehmer mit ihren Partnerchancen zufrieden, die Zufriedenheit mit der Karriere abseits der Vollpartnerschaft fällt hingegen mau aus.

Weiterhin eine Männerdomäne. Die Förderung der Work-Life-Balance benoten die Teilnehmer der azur-Associate-Umfrage überdurchschnittlich. Die Anwälte können kleinere Angebote wie regelmäßige Yogakurse, aber auch Möglichkeiten von Homeoffice bis hin zu Sabbaticals nutzen. Teilzeit bietet SMP auf allen Ebenen an, doch fordern Associates, dies „nicht nur zu ermöglichen, sondern offener zu propagieren“. Erschreckend bleibt die niedrige Frauenquote bei SMP – sie liegt bei nur knapp über zehn Prozent.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020 (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.