azur100
06.03.2020 | Autor/in: Melanie Müller
Themen in diesem Artikel:

Raue – Top-Arbeitgeber – Platz 42

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

„Klasse Stimmung – tolle Persönlichkeiten – hier bleibt man Mensch“

„Gute Stimmung, solide Arbeitszeiten, anspruchsvolle Tätigkeit“

„Kulturkanzlei mit Kanzleikultur“

„Auch externen Sachverstand für Weiterbildungsangebote nutzen“

„Mehr Angebote für Trainings zur persönlichen Entwicklung“

„Vorzeige-Kanzlei, sehr nettes Klima und tolle Events“

„Sehr gute kompetente Kanzlei, die Work-Life-Balance und gutes Arbeitsklima wirklich vorlebt“

„Die Könige in Berlin“

▪ Referendare können am Raue-Campus teilnehmen

▪ Persönliche Betreuung durch einen Partner und einen Associate

▪ Unmittelbare und frühzeitige Mandatsarbeit

▪ Mentorenprogramm mit Partner/in aus anderem Rechtsbereich als dem eigenen

▪ Raue-Campus mit Seminaren zu Fachthemen und Soft Skills

▪ Anschluss an das Jurday-Netzwerk mit regelmäßigen Fortbildungen

▪ Frauen und Männer können auf allen Karrierestufen, also auch als Equity-Partner/in, in Teilzeit arbeiten

Über den Arbeitgeber

Überaus zufrieden. Ähnlich wie in den vergangenen Jahren zeigen sich die Raue-Associates in der aktuellen azur-Associate-Umfrage rundum zufrieden mit ihrem Arbeitgeber. Exemplarisch stehen dafür lobende Aussagen wie „ein toller Arbeitgeber mit großartiger Arbeitsatmosphäre“. Auch externe Juristen bewerten die Berliner Kanzlei positiv: „Sehr gute Kanzlei, die Work-Life-Balance und gutes Arbeitsklima wirklich vorlebt“. Ein Associate bringt es auf den Punkt: „Trotz zahlreicher Konkurrenz in Berlin bietet Raue immer noch eines der besten Gesamtpakete an!“

Maßgeschneidert für Praktikanten und Referendare. Zwar gibt es für Praktikanten und Referendare kein formalisiertes Programm, umso mehr erlebt der juristische Nachwuchs bei Raue schnell und unmittelbar, wie der Arbeitsalltag eines Anwalts aussieht. Im Laufe des einmonatigen Praktikums sieht Raue mindestens einen Gerichtstermin vor. Daneben erhalten die Praktikanten maßgeschneidert, je nach Leistungsstand, eine Aufgabe. Referendare arbeiten überwiegend an praktischen Fällen mit. Ihnen steht außerdem die Teilnahme am internen Fortbildungsprogramm für Anwälte offen, ebenso wie die wöchentlichen Fachbereichstreffen. In diesen berichten Anwälte von laufenden Mandaten, Referendare erhalten dabei aber auch Möglichkeit, einen Aktenvortrag zu üben. Ein ehemaliger Referendar bewertet die Atmosphäre bei Raue als „außerordentlich freundlich und angenehm“.

Gut ausgebildet. Daneben vermittelt die kanzleieigene Akademie Berufsanfängern sowohl fachliche Grundlagen als auch Schulungen zu Soft Skills. Unter dem Namen Jurday organisiert Raue gemeinsam mit sechs anderen Kanzleien zudem alle drei Monate fachliche Fortbildungen. Während die Associates im vergangenen Jahr noch überdurchschnittlich zufrieden waren mit den Weiterbildungsmöglichkeiten, liegt die Benotung in der aktuellen azur-Associate-Umfrage minimal unter dem Marktdurchschnitt. Ein Teilnehmer spricht sich positiv über „mehr Veranstaltungen und spannendere Themen im Raue-Campus“ aus, andere fordern in der Umfrage jedoch einen weiteren Ausbau, etwa um einen Legal-English-Kurs und mehr Angebote für Fortbildungen. Dass Raue auch individuell ausgewählte externe Seminare finanziell unterstützt, so etwa den Fachanwaltslehrgang, kommt bei den Associates gut an.

Neue Alternativen für Aufsteiger. Auf dem Weg zur Partnerschaft begleitet ein Partner aus dem eigenen Fachbereich die Associates. Daneben wählen die Anwälte als zusätzlichen Mentor einen Partner aus einem anderen Fachbereich. Regelmäßige mandatsbezogene Feedbackgespräche, Jahresgespräche und Weiterbildungsseminare sollen den Associate auf dem Karriereweg unterstützen, aber auch die „zunehmende Übernahme von Verantwortung in der Mandatsbeziehung“, die ein Umfrageteilnehmer positiv hervorhebt. Für diejenigen, die dauerhaft bei Raue arbeiten, aber nicht Vollpartner werden möchten, gibt es den Status des Associate Partner und seit Ende 2019 auch die reguläre Counsel-Stufe, die zuvor die Ausnahme bildete. Die Chancen zum Aufstieg in die Vollpartnerschaft bewerten die Raue-Associates überdurchschnittlich gut. Auch für die Karrieremöglichkeiten abseits der Partnerschaft bekommt Raue Noten über dem Marktdurchschnitt.

Work-Life-Balance im Lot. In der azur-Umfrage beurteilen die Raue-Associates das Verhältnis zwischen Arbeits- und Privatleben als ausgeglichen. Angeregt durch Associate-Sprecher feilte Raue zuletzt an Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten; so hat sich inzwischen eine eigene Homeoffice-Regelung etabliert. Teilzeit ist bei Raue gelebte Praxis – und zwar auf allen Ebenen. Überwiegend nehmen die Teilzeitregelungen noch Frauen in Anspruch, doch flexible Modelle stehen gleichermaßen den Männern offen. Mit laut azur-Umfrage knapp 51 Stunden Arbeitszeit pro Woche und damit rund zwei Stunden weniger als der Marktdurchschnitt, fühlen sich die Associates wohl bei ihrem Arbeitgeber. Auch die Arbeitsbelastung bewerten sie überdurchschnittlich gut. Bei der Ressourcensteuerung sieht ein Umfrageteilnehmer allerdings noch Potenzial: Die „Kommunikation unter den Partnern zum Einsatz der Associates“, heißt es dort, „könnte besser sein“.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: 5 bis 10

Referendarplätze 2020: 30         

Praktikumsplätze 2020: 20

Wie in jeder größeren Wirtschaftskanzlei sind auch bei Raue überdurchschnittliche Examensnoten, vorzugsweise ein Doppelprädikat, gewünscht. Doch Bewerber können auch mit einem anderen Exzellenzmerkmal überzeugen, zum Beispiel einer Summa-cum-Laude-Promotion oder wenn aus dem Lebenslauf heraus ein besonderes Engagement erkennbar ist. Da die Arbeit auch international geprägt ist, setzt die Kanzlei bei ihren Anwälten auf gute Englischkenntnisse, die vorzugsweise im Ausland erworben wurden. Kommt ein Bewerber in die engere Auswahl, folgt als Erstes ein Gespräch mit dem Recruiting-Partner, der über den weiteren Verlauf des Bewerbungsverfahrens, die Konditionen und den Karriereweg in der Kanzlei informiert. Danach finden zwei jeweils 45-
minütige Gespräche mit Partnern des Fachbereichs statt, an welche sich Gespräche mit Associates anschließen.

Standort in Deutschland: Berlin

Internationale Präsenz: Ein Büro im Ausland hat Raue nicht, dennoch bearbeiten die Anwälte regelmäßig internationale Mandate. Zudem bestehen gute Kontakte zu Partnerkanzleien.

Anwälte in Deutschland: 29 Vollpartner, 4 Non-Equity-Partner, 1 Counsel, 35 Associates und 1 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 35,7%

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine

Umsatz in Deutschland 2018: 24 Millionen Euro

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2018: 404.000 Euro

Aktuelle Entwicklungen: Die Kanzlei hat sich in der Beratung von Start-up-Unternehmen eine prominente Stellung im Markt gesichert. Auch für die regulatorische Beratung genießt Raue einen guten Ruf. Durch den Gewinn eines Quereinsteigers 2019 mit kartellrechtlichem Schwerpunkt baute sie dabei noch einmal ihre Prozesstätigkeit aus. Brexit-bedingt wechselte sie die Rechtsform von der LLP zu einer PartGmbB.

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben (vor dem 1. Examen), 20,00 Euro/h (nach dem 1. Examen), 30,00 Euro/h (nach dem 2. Examen)

Referendare: 400 Euro/Wochenarbeitstag; max. 1.600 Euro/Monat

Associates:
1. Jahr: 95.000 Euro
2. Jahr: 95.000 Euro plus Bonus bis 30.000 Euro
3. Jahr: 100.000 Euro plus Bonus bis 30.000 Euro
4. Jahr: 100.000 Euro plus Bonus bis 30.000 Euro
5. Jahr: keine Angaben
6. Jahr: keine Angaben

Associates, bei denen bereits nach drei Jahren Potenzial für eine spätere Partnerschaft erkennbar ist, werden frühestens ab dem vierten Jahr zum Senior Associate befördert. Auf dem Weg zur Vollpartnerschaft durchlaufen die Associates den Status des Associate Partner, was einem Salary-Partner in anderen Einheiten entspricht. Allerdings ist dies kein notwendiges Durchgangsstadium; in Ausnahmefällen kann ein Anwalt auch direkt zum Vollpartner ernannt werden. Den Counsel-Status, den Raue als reguläre Stufe Ende 2019 einführte, können Senior Associates frühestens nach zwei Jahren erreichen. Er schließt eine spätere Beförderung nach etwa zwei weiteren Jahren zum Associate Partner nicht aus. Der Partnertrack – für diejenigen, die ihn anstreben – wird dadurch nicht verlängert. Als Counsel und als Associate Partner kann ein Anwalt dauerhaft der Sozietät angehören.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020  (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.