azur100
04.03.2021 | Autor/in: Melanie Müller
Themen in diesem Artikel:

Raue – Top-Arbeitgeber – Platz 35

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Lob von den eigenen Associates

„Es gibt flache Hierarchien und einen äußerst ­kollegialen und freundschaftlichen Umgang“

„Tolles Team, spannende Fälle“

„Die beste Karriereförderung ist, wenn Frauen in der Kanzlei Karriere machen. Hier muss sich Raue nicht verstecken“

Kritik von den eigenen Associates

„Ehrliche Teilzeitmodelle wären schön“

„Weniger Gerede über erforderliche Billables würden den Leistungsdruck minimieren und mehr Work-Life-Balance ermöglichen“

„Mehr Transparenz in Entscheidungsprozessen und Karriereentscheidungen wären wünschenswert“

Was externe Juristen über Raue sagen

„Die Work-Life-Balance ist besser als bei vielen Großkanzleien, das Gehalt jedoch etwas geringer“

„Guter Ruf, scheint derzeit die angesagteste Kanzlei in Berlin zu sein“

„Super Kanzlei mit guten Aufstiegschancen“

Highlights Praktikum und Referendariat
  • Referendare können am Raue-Campus teilnehmen
  • Persönliche Betreuung durch einen Partner und ­einen Associate
  • Unmittelbare und frühzeitige Mandatsarbeit
Highlights Ausbildung und Karriere
  • Partner aus fremdem Rechtsbereich als Mentor
  • Raue-Campus mit Seminaren zu Fachthemen und Soft Skills
  • Anschluss an das Jurday-Netzwerk mit regel­mäßigen Fortbildungen
Highlights Diversity
  • Frauen und Männer können auf allen Karrierestufen, also auch als Vollpartner, in Teilzeit arbeiten

Berliner Ass für die regulatorische Beratung

Gesamtpaket überzeugt. Die Associates der Berliner Kanzlei, die besonders für ihre Stärke bei regulatorischen Fragen bekannt ist, zeigen sich auch in diesem Jahr sehr zufrieden mit ihrem Arbeitgeber. Von Arbeitsbelastung über Karrierechancen bis Work-Life-Balance vergeben sie in der aktuellen azur-Umfrage überdurchschnittliche Noten. „Sehr gute Arbeitsatmosphäre, umfangreiche Karriereperspektiven und Gehalt auf Großkanzleiniveau“ beschreibt ein Associate die Arbeit bei Raue. Und das ist keine Einzelmeinung.

Schnell ans Eingemachte. ,Training on the Job‘ ist das Motto bei Raue – und zwar schon bei Praktikanten und Referendaren. Auf einen strukturierten Verlauf von Praktikum und Referendariat verzichtet die Kanzlei daher, stellt den Studenten als Mentor aber einen Associate zur Seite. Die schnelle Einbindung ins Mandat sowie der Einblick in nahezu alle Abläufe der Sozietät, darunter auch die Fachbereichstreffen, kommen beim Nachwuchs gut an. Die Mitnahme zu Gerichtsterminen sowie Abendveranstaltungen, die sich gezielt an Referendare richten, werden in der azur-Bewerberumfrage gelobt. Raue ermuntert die Nachwuchsjuristen zudem, an Fortbildungsveranstaltungen der Associates teilzunehmen.

Noch mehr Weiterbildung. In ihrer eigenen Akademie bietet Raue Schulungen zu Soft Skills und fachlichen Themen an. Die Kanzlei finanziert aber auch individuelle Weiterbildungen wie den Fachanwalt. Doch die Associates aus der azur-Umfrage wollen mehr: Die „Einführung von konstanten Weiterbildungsmöglichkeiten, wie eines wöchentlichen Legal-­English-Kurses“ wünscht sich einer, andere fordern „eine bessere Strukturierung des Ausbildungsangebotes anhand eines durchdachten Weiterbildungsplans“ und „auch externe Angebote stärker einbinden“. Bereits in den Vorjahren sahen die Associates hier Verbesserungsbedarf.

Im Austausch bleiben. Positiver als bei Wettbewerbern empfinden die Umfrageteilnehmer die Kommunikation ihres Arbeitgebers. Das ist unter anderem ein Verdienst der Associate-Sprecher, die sich in den vergangenen Jahren für die Einführung der Counsel-Stufe sowie für eine höhere Akzeptanz für mobiles Arbeiten eingesetzt hatten. Die Offenheit für Homeoffice erhielt durch die Corona-Pandemie noch mal einen Schub nach vorne: Inzwischen sind Associates und auch Referendare mit eigenen Laptops ausgerüstet.

Freies Wochenende. Das Mentoring-Programm der Kanzlei erleichtert es den Associates, sich auch außerhalb des eigenen Bereichs zu vernetzen, sodass sie „in der Kanzlei sichtbarer werden“, wie es in der azur-Um­frage heißt. Neben einem Partner aus dem eigenen Team wählen die Associ­ates auf dem Weg zur Partnerschaft zusätzlich einen Partner aus einem anderen Fachbereich, der sie als Mentor begleitet. Anwälte bei Raue arbeiten laut azur-Umfrage mit rund 50 Stunden pro Woche etwa zwei Stunden weniger als der Marktdurchschnitt, mit rund 1.600 vorgegebenen Arbeitsstunden im Jahr liegt die Kanzlei nur knapp unter dem Marktdurchschnitt. Die Teilnehmer der azur-Umfrage äußern sich positiv zu „fairen Arbeitszeiten“, Teilzeitangeboten und Homeoffice-Möglichkeiten. Auch die Wochenenden seien grundsätzlich frei. Bei der Förderung von Frauen sind sie allerdings geteilter Meinung. Die einen loben die „gelebte Gleichberechtigung“ und spezielle Veranstaltungen von Frauen für Frauen, die anderen bemängeln, dass sich für Anwälte in Teilzeit der Weg nach oben verlängert. Mit einem Frauenanteil von gut 20 Prozent auf Partnerebene steht Raue im Marktvergleich gar nicht schlecht da, wenngleich dieser natürlich ausbaufähig ist.

Einstieg und Bewerbung
Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Karriere und Partnerschaft
Einstieg und Bewerbung

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 5 bis 12

Neueinstellungen weitere Juristen 2021 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 1 bis 3

Referendarplätze 2021: 30              

Praktikumsplätze 2021: 20

Wie in jeder größeren Wirtschaftskanzlei sind auch bei Raue überdurchschnittliche Examensnoten, vorzugsweise ein Doppelprädikat, gewünscht. Doch Bewerber können auch mit einem anderen Exzellenzmerkmal überzeugen, zum Beispiel einer Summa-cum-laude-Promotion oder wenn aus dem ­Lebenslauf heraus ein besonderes Engagement erkennbar ist. Da die Arbeit auch international geprägt ist, setzt die Kanzlei bei ihren Anwälten auf gute Englischkenntnisse, die vorzugsweise im Ausland erworben wurden. Kommt ein Bewerber in die engere Auswahl, folgt als Erstes ein Gespräch mit dem Recruiting-Partner, der über den weiteren Verlauf des Bewerbungsverfahrens, die Konditionen und den Karriereweg in der Kanzlei informiert. Danach finden zwei jeweils 45-minütige Gespräche mit Partnern des Fachbereichs statt, an die sich Gespräche mit Associ­ates anschließen.

Die Kanzlei auf einen Blick

Standort in Deutschland: Berlin

Internationale Präsenz: Ein Büro im Ausland hat Raue nicht, dennoch bearbeiten die Anwälte regelmäßig internationale Mandate. Zudem bestehen gute Kontakte zu Partnerkanzleien.

Anwälte in Deutschland: 29 Vollpartner, 3 Non-Equity-Partner, 8 Counsel, 31 Associates und 2 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 32,9 %

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 2

davon Frauen: 2

Umsatz in Deutschland 2019: 26,6 Millionen Euro

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2019: 402.000 Euro

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 20,00 Euro/h (nach dem 1. Examen), 30,00 Euro/h (nach dem 2. Examen)

Referendare: 400 Euro/Wochenarbeitstag; max. 1.600 Euro/Monat

Associates:

1. Jahr: 95.000 Euro

2. Jahr: 95.000 Euro plus Bonus bis 30.000 Euro

3. Jahr: 100.000 Euro plus Bonus bis 30.000 Euro

4. Jahr: 115.000 Euro plus Bonus bis 30.000 Euro

5. Jahr: 120.000 Euro plus Bonus bis 30.000 Euro

6. Jahr: 125.000 Euro plus Bonus bis 30.000 Euro

Weitere Juristen im 1. Jahr (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine Angaben

Karriere und Partnerschaft

Associates werden frühestens ab dem vierten Jahr zum Senior Associate befördert. Auf dem Weg zur Vollpartnerschaft durchlaufen sie den Status des Associated Partner, was einem Salary-Partner in anderen Einheiten entspricht. Allerdings ist dies kein notwendiges Durchgangsstadium; in Ausnahmefällen kann ein Anwalt auch direkt zum Vollpartner ernannt werden. Den Counsel-Status, den Raue als reguläre Stufe Ende 2019 einführte, können Senior Associates frühestens nach zwei Jahren erreichen. Er schließt eine spätere Beförderung nach etwa zwei weiteren Jahren zum Associated Partner nicht aus. Der Partnertrack – für diejenigen, die ihn anstreben – wird dadurch nicht verlängert. Als Counsel und als Associated Partner kann ein Anwalt dauerhaft der Sozietät angehören. Mit ihren Karrierechancen sind die Assoicates laut azur-Umfrage zufrieden und loben auch die Unterstützung, die Raue auf dem Weg nach oben leistet.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.