azur100
04.03.2021 | Autor/in: Anika Verfürth
Themen in diesem Artikel:

Qivive – Top-Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Die Kanzlei auf einen Blick

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 2 bis 5

Referendarplätze 2021: 6      Praktikumsplätze 2021: 12

Standort in Deutschland: Köln

Internationale Präsenz: Die deutsch-französische Kanzlei hat zwei Standorte in Frankreich: Paris und Lyon.

Anwälte in Deutschland: 1 Vollpartner, 2 Non-Equity-Partner, 6 Counsel und 14 Associates

Frauenanteil Anwälte: 78,3 %

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 2 (2 Frauen)

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

 

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: max. 1.700 Euro/Monat

Associates

1. Jahr: 66.000 Euro plus Bonus bis 6.600 Euro

2. und 3. Jahr: keine Angaben

Weitere Juristen im 1. Jahr (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine Angaben

Über den Arbeitgeber

Köln, Paris und Lyon. Die Kölner Kanzlei, die sich liebevoll den Namenszusatz ‚La Kanzlei‘ gegeben hat, ist durch und durch französisch. Deutsche Mandanten wenden sich mit französischen Rechtsfragen an die Kanzlei oder umgekehrt. Kaum verwunderlich, dass fließendes Französisch ein Muss ist. Die Qivive-Anwälte stammen aus Deutschland oder Frankreich und arbeiten in Köln, Paris oder Lyon. Wer die juristische Doppelqualifikation nicht bereits mitbringt, kann sie bei Qivive nach­holen. Eine Zeit in Frankreich oder Deutschland studiert zu haben, ist aber Minimum. Das und der enorm hohe Anteil an weiblichen Juristen – 78 Prozent – machen die kleine Kanzlei besonders in der Branche.

Fachanwalt und Mediator. Die Associates sind insgesamt äußerst zufrieden mit ihrem Arbeitgeber und geben durchweg überdurchschnittliche Noten in der azur-Umfrage, auch für die Ausbildung. Die freie Wahl der Weiterbildungen heben sie hervor, wie auch deren Finanzierung. ­Dabei sind die Wege kurz und direkt, erfordern aber auch mal Initiative. Einen Fachanwalt, die Ausbildung zum Mediator oder Coachings zu Managementthemen fördert Qivive dabei ausdrücklich. Referendare und Praktikanten nehmen am Alltag teil, kommen mit zu Gerichtsterminen und „erleben viel“, wie es die eigenen Associates in der Umfrage beschreiben. Auch Ehemalige geben in der azur-Bewerberumfrage tolles Feedback: „herausgefordert und gefördert“, „praxisorientiert“, „sehr ­gute Arbeitsatmosphäre“.

Bis hierhin und nicht weiter. Trotz des französisch-familiären Flairs bleibt ein Manko: Die Aufstiegschancen sind begrenzt – und so bewerten Qivive-Associates ihre Chancen auf die Partnerschaft nicht besonders gut. Zwar übernehmen auch Counsel bereits Führungsaufgaben, doch der Aufstieg in eine Vollpartnerschaft, die bislang aus nur einem Mann besteht, ist bislang gar nicht vorgesehen. Das beurteilen die Associates unterschiedlich. Die einen sehen eine Förderung zum beruflichen Aufstieg als „nicht wirklich“ vorhanden. Andere betonen die „Übertragung anspruchsvoller Mandate“ sowie „hohe Verantwortungen“. Die Wünsche der Associates sind jedoch klar: „Spezialisierung fördern“, „klarere Struktur“.

Work-Life-Balance par excellence. Im Vertrag steht eine 40-Stunden-Woche und dabei bleibt es auch. Das bestätigt die azur-Associate-Umfrage: Vollzeitkräfte geben dort durchschnittlich 43 Wochenstunden an – neun weniger als der Marktdurchschnitt. Es gibt kein Firmenhandy und somit auch „keine Erreichbarkeit außerhalb der üblichen Arbeitszeit“. Nahezu alle Associates betonen zudem „humane und flexible ­Arbeitszeiten“. Dazu kommt ein Tag in der Woche mit einem festen ­Feierabend, Gleitzeit und ein hoher Anteil von Teilzeitanwälten. So viel Engagement für eine gute Work-Life-Balance sieht man im Markt selten. Der Zuschuss zur Kinderbetreuung betont die Familienfreundlichkeit. Weil viele durch die Corona-bedingte Arbeit von zu Hause das soziale Miteinander unter Kollegen vermissen, wurde nun eine Büropräsenz von sechs Tagen pro Monat eingeführt, darüber hinaus darf der Arbeitsort frei gewählt werden. Wenn der zeitweise mal in Nizza sein soll, dann richtet Qivive auch dort den Arbeitsplatz ein.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.