azur100
04.03.2021 | Autor/in: Anika Verfürth
Themen in diesem Artikel:

Orrick Herrington & Sutcliffe – Top-Arbeitgeber in Konfliktlösung

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Die Kanzlei auf einen Blick

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 10 bis 20

Referendarplätze 2021: 10   Praktikumsplätze 2021: 5

Standorte in Deutschland: Düsseldorf und München

Internationale Präsenz: Die internationale US-Kanzlei beschäftigt über 1.100 Anwälte weltweit und hat ihren Sitz in San Francisco. Mit über 25 Büros ist sie in den USA, Europa und Asien in allen wichtigen Wirtschaftsregionen vertreten.

Anwälte in Deutschland: 12 Vollpartner, 9 Non-Equity-Partner, 5 Counsel und 27 Associates

Frauenanteil Anwälte: 24,5 %

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 2

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 500 bis 800 Euro/Wochenarbeitstag (vor dem 1. Examen), 1.000 bis 1.2000 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), 1.500 bis 1.800 Euro/ Wochenarbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: 800 bis 1.000 Euro/Wochenarbeitstag; max. 5.000 Euro/Monat

Associates

1. Jahr: 110.000 Euro plus Bonus bis 20.000 Euro

2. Jahr: 115.000 bis 120.000 Euro plus Bonus bis 20.000 Euro

3. Jahr: 120.000 bis 127.500 Euro plus Bonus bis 20.000 Euro

Weitere Juristen im 1. Jahr (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine Angaben

Über den Arbeitgeber

International durch und durch. Die US-Kanzlei ist in Deutschland vor allem für ihre Konfliktlösungs- und Transaktionspraxis bekannt. Geschätzt wird Orrick Herrington & Sutcliffe von ihren Associates vor allem für ihre Internationalität: „Die Mischung aus umfassender Anwaltsausbildung und Bearbeitung internationaler Mandate ist wirklich gut“, fasst es ein Associate in der azur-Umfrage zusammen. Zudem punktet die Kanzlei mit gutem Betriebsklima. So lobt ein Umfrageteilnehmer die „kollegiale, kooperative und für eine Großkanzlei sehr angenehme Atmosphäre“.

Mehr Struktur für die Weiterbildung. Zu Ausbildungszwecken treffen sich Associates in der hauseigenen Akademie, in der monatlich Seminare zu fachlichen Themen und Soft Skills wie Verhandlungsmanagement angeboten werden. Für mehr Praxisbezug berichten Anwälte aus allen, auch den ausländischen, Orrick-Büros über Trends oder Entscheidungen in ihren Schwerpunktmärkten. Zweimal im Monat kommen die Anwälte aller Praxisgruppen mittags zusammen, einmal jährlich findet außerdem ein Associate-Retreat mit wechselnden Trainings statt, etwa zu Stressbewältigung. An allen Trainings für Associates dürfen auch die Praktikanten, Referendare und wissenschaftlichen Mitarbeiter teilnehmen. Während ihrer Zeit bei Orrick sind sie einem Team zugeteilt. Darüber hinaus ist das Angebot nicht sonderlich umfangreich, sondern vornehmlich ein Training on the Job. In der Bewerberumfrage lobt ein Ex-Referendar „vielfältige Aufgaben und eine gute Einbindung in die tägliche Arbeit“.

In die USA für den Sprung in die Partnerschaft. Für Partnerkandidaten besteht zweimal im Jahr die Möglichkeit, in San Francisco oder New York an einem mehrwöchigen Leadership-Training teilzunehmen. Orrick-Anwälte sind in der azur-Umfrage nicht zufrieden mit ihrer Weiterbildung. Das liegt vor allem an der im Marktvergleich mangelnden Struktur. Zwar loben einige die „Möglichkeit der Teilnahme an weiteren Seminaren nach flexibler, individueller Absprache“, andere wünschen sich aber ein „aufeinander aufbauendes Weiterbildungsangebot“ sowie die finanzielle Unterstützung bei externen Fortbildungen.

Viel Arbeit, wenig Entschädigung. Mit durchschnittlich rund 57 Wochenstunden arbeiten Orrick-Anwälte laut azur-Umfrage deutlich mehr als die meisten Associates im Markt. Einige Teilnehmer berichten von „ständiger Verfügbarkeit“ und unflexiblem Umgang mit Homeoffice. Andere heben ein „äußerst angenehmes Arbeitsumfeld mit einer für eine Großkanzlei verhältnismäßig humanen Arbeitsbelastung“ hervor. Mit null Frauen in der Vollpartnerriege ist das firmenweite Mentoring und Netzwerk für weibliche Associates bislang erfolglos. Ein Teilnehmer wünscht sich in der azur-Umfrage „Karrierechancen auch bei Teilzeit“, denn auch da fehlt es noch gänzlich an Vorbildern.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.