azur100
04.03.2021 | Autor/in: Markus Lembeck
Themen in diesem Artikel:

Oppenländer – Top-Arbeitgeber – Platz 43

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Lob von den eigenen Associates

„Tolles Arbeitsumfeld, nette Kollegen”

„Neue Teilzeitregelungen machen Beruf und Familie leichter vereinbar“

„Mein Urlaub und mein Wochenende werden von den Partnern respektiert“

Kritik von den eigenen Associates

„Manchmal hohe Arbeitslast, mehr Freizeit wäre gut“

„Selbstbestimmtes Arbeiten ist nicht immer drin“

„Jenseits des Partnertracks fehlt eine klare Karrierealternative“

Was externe Juristen über Oppenländer sagen

„Hierarchisch und partnerlastig, auch im Außenauftritt“

„Sehr gute Mandate“

„Bietet schon Referendaren mehr Einblicke als manche Großkanzlei ihren Anwälten“

Highlights Praktikum und Referendariat
  • Enge Einbindung der Referendare durch persönlichen Tutor
  • Regelmäßiger Mandantenkontakt
Highlights Ausbildung und Karriere
  • Förderung von Promotionsvorhaben durch festen Vertrag und Büroarbeitsplatz
Highlights Diversity
  • Zuletzt regelmäßig Neuernennung von Partnerinnen

Stuttgarter Spezialistin mit hohem Anspruch

Konservativ und wandelbar. So richtig passt Oppenländer in kein Schema. Mit mehr als 40 Anwälten in Stuttgart ist die Kanzlei definitiv keine Boutique mehr, und mit bundesweiten sowie internationalen Mandanten ohnehin keine Regionalkanzlei. Der juristische Anspruch ist hoch und wird von vielen Anwälten durch wissenschaftliche Veröffentlichungen dokumentiert. Vielleicht auch deshalb haftet der Kanzlei ein sehr konservativer Ruf an. Aus der Binnenperspektive gilt das nicht: „Die stetig wachsende ‚Du‘-Kultur“ lobt ein Associate in der azur-Umfrage, auch die Einrichtung eines Eltern-Kind-Arbeitszimmers heben sie positiv hervor. Weit überdurchschnittlich bewerten die Oppenländer-Associates Schlüsselfaktoren wie Arbeitsniveau, Betriebsklima, Work-Life-Balance sowie die Vereinbarkeit von Karriere und Familie, was sich entsprechend positiv auf die generelle Zufriedenheit auswirkt.

Partnerinnen gewünscht. Ein Pluspunkt der vergangenen Jahre ist das Bekenntnis der Kanzlei zu Frauen in der Partnerschaft. Mit nunmehr vier Vollpartnerinnen, die überwiegend in individuellen Teilzeitmodellen arbeiten, zeigt Oppenländer nicht nur Stuttgarter Konkurrenten, was eine Harke ist. Der Frauenanteil in der Kanzlei insgesamt liegt unter 25 Prozent und bedeutet im Marktvergleich nur einen Platz auf den hinteren Rängen. Aber der Partnerinnenanteil liegt mit immerhin 19 Prozent deutschlandweit unter den Top 30. Mit einem neuen Women’s Lunch, der alle drei Monate stattfindet, will die Kanzlei ihren Frauen – auch den Referendarinnen – zusätzlich den Rücken stärken.

Öffentliches Recht gefragt. Sehr zufrieden haben einzelne Associates registriert, dass die Pandemie intern keine Panik ausgelöst hat. „Wir als angestellte Anwälte haben keine negativen Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen“, schreibt ein Associate in der azur-Umfrage. Eher im Gegenteil, im Öffentlichen Recht gibt es mit dem Land Baden-Württemberg sogar einen besonderes renommierten Mandanten. Kein Wunder, dass die Kanzlei in dieser Spezialmaterie besonders intensiv nach Berufseinsteigern sucht. Mit bis zu zehn potenziellen Neueinstellungen ist Oppenländer weiter auf Wachstumskurs. Maximal 100.000 Euro zahlt sie als Einstiegsgehalt und ist damit auf dem Niveau der großen Stuttgarter Kanzleibüros wie CMS oder Menold Bezler – unter den Großen zahlt nur Gleiss Lutz mehr.

Nachwuchs ist voll integriert. Bereits im Praktikum und Referendariat setzt Oppenländer auf eine intensive Betreuung. Auch die wissenschaftlichen Mitarbeiter werden voll in die Arbeit und das Veranstaltungsprogramm integriert. Speziell die Referendare profitieren von der Zuordnung zu einem Partner als Mentor, der sie anhand konkreter Mandate ausbildet. Eine ehemalige Referendarin lobt in der azur-Bewerberumfrage das „regelmäßige und gute Feedback“. Hinzu kommen Seminare zur Examensvorbereitung, die zum Teil sogar in den Kanzleiräumen stattfinden.

Gezielte Ausbildung. Wer sich im Anschluss an das Studium für eine Promotion entscheidet, kann dafür die Ressourcen der Kanzlei nutzen: Mit Arbeitsvertrag, eigenem Büro und enger Anbindung an einen Partner gibt es für die wissenschaftliche Arbeit viel Unterstützung. Die meisten internen Veranstaltungen stehen allen Nachwuchsjuristen und Anwälten offen. Eine Vortragsreihe ist auf 20 Termine angelegt und bietet nicht nur Einblicke in alle Rechtsgebiete, sondern auch Informationen zu Marketingmöglichkeiten und „guter Sprache“. Im zweijährigen Turnus findet ein Kanzlei-Retreat statt, der den informellen Austausch erleichtert, auf dem aber auch zu Soft-Skills-Themen referiert wird.

Einstieg und Bewerbung
Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Karriere und Partnerschaft
Einstieg und Bewerbung

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 6 bis 10

Referendarplätze 2021: 24              

Praktikumsplätze 2021: 12

Bei ihren Qualifikationsanforderungen zeigt Oppenländer klare Kante: Mindestens neun Punkte in beiden Staatsexamina sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung, wobei der universitäre Teil aus der ersten Staatsprüfung nicht berücksichtigt wird. Ein Doktortitel wird honoriert, ist aber nicht erforderlich – dafür hilft die Kanzlei mit einem strukturierten Promotionsmodell für Referendare den wissenschaftlich Interessierten. Oppenländer unterstützt bei geeigneten Neueinsteigern auch Auszeiten für ein LL.M.-Auslandsjahr. Im Bewerbungsgespräch, an dem zwei bis drei Partner teilnehmen, werden alle relevanten Fragen geklärt, ein Zweitgespräch ist die Ausnahme. Das liegt nicht zuletzt daran, dass viele Bewerber die Kanzlei bereits als Referendar oder wissenschaftlicher Mitarbeiter kennengelernt haben.

Die Kanzlei auf einen Blick

Standort in Deutschland: Stuttgart

Internationale Präsenz: Die Kanzlei hat keine Auslandsbüros, sondern arbeitet projektbezogen mit verschiedenen internationalen Kanzleien zusammen.

Anwälte in Deutschland: 21 Vollpartner, 6 Non-Equity-Partner und 15 Associates

Frauenanteil Anwälte: 23,8 %

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine

Umsatz in Deutschland 2019: azur liegen keine Informationen vor.

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2019: azur liegen keine Informationen vor.

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 800 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), 900 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: 800 Euro/Wochenarbeitstag

Associates:

1. Jahr: 90.000 bis 100.000 Euro

2. Jahr: 96.000 bis 104.000 Euro

3. Jahr: 102.000 bis 108.000 Euro

4. Jahr: 108.000 bis 112.000 Euro

5. Jahr: 114.000 bis 116.000 Euro

6. Jahr: 120.000 Euro

Karriere und Partnerschaft

Der Partnertrack bei Oppenländer führt über die Stufe des Assoziierten Partners schließlich nach sechs Jahren in die Vollpartnerriege. Assoziierte Partner werden nach dreieinhalb Jahren Kanzleizugehörigkeit ernannt. Dieses Karrieremuster ist allerdings keine strenge Vorgabe, es gibt immer mehr Offenheit für familienbedingte Auszeiten. Dafür gibt es unter den jetzt vier Partnerinnen mehrere Beispiele. Trotzdem bleibt Oppenländer dem Motto treu, schon beim Berufseinstieg nach Partnerkandidaten Ausschau zu halten. Die Kanzlei kann sich zugute halten, dass dies immer wieder gelingt und regelmäßig neue Partner ernannt werden, 2021 ein Vollpartner und zwei Salary-Partner. Auch deshalb vergeben die Oppenländer-Associates für ihre Karrierechancen deutlich überdurchschnittliche Noten.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.


Anzeige