azur100
06.03.2020 | Autor/in: Anika Verfürth
Themen in diesem Artikel:

McDonald’s – Top-Arbeitgeber in Bayern

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: nach Bedarf

Referendarplätze 2020: 7 bis 9          Praktikumsplätze 2020: keine

Standort in Deutschland: München (Sitz der Rechtsabteilung)

Internationale Präsenz: McDonald’s betreibt weltweit in 120 Ländern Restaurants. Die Münchner Rechtsabteilung betreut in erster Linie den deutschen Markt, die Leitung der Rechtsabteilung in der Schweiz berichtet ebenfalls an den deutschen General Counsel.

Volljuristen in Deutschland: 19 (davon 17 in der Rechtsabteilung, sowie 5 weitere deutsche Juristen im Ausland)

Frauenanteil in der Rechtsabteilung: 82,4%

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 13 bis 16 Euro/h (vor dem 1. Examen)

Referendare: 1.000 Euro/Wochenarbeitstag

Syndikusanwälte
1. Jahr: 60.000 Euro
2. und 3. Jahr: keine Angaben

Über den Arbeitgeber

XXL-Menü für Referendare. Die Rechtsabteilung von McDonald’s ist bekannt dafür, ehemalige Referendare auch für einen Berufseinstieg zu begeistern: Rund die Hälfte der Inhouse-Mannschaft hat ihren Arbeitgeber schon im Referendariat kennengelernt. Mit einem strukturierten Programm bindet die Schnellrestaurantkette ihre Referendare eng in den Arbeitsalltag ein und ermöglicht ihnen, verschiedene Rechtsgebiete kennenzulernen. Auch die internen und externen Fortbildungen der Rechtsabteilung stehen den Referendaren offen, zusätzlich erhalten sie einen Blick in Unternehmensbereiche wie HR, Development oder Finance. Zwar beschäftigt die Rechtsabteilung keine Praktikanten, stellte nun aber erstmals eine studentische Hilfskraft ein.

Mehr als nur Franchiserecht. Wie schon die Referendare profitieren auch die angestellten Anwälte davon, dass die Inhouse-Arbeit bei McDonald’s eine große Bandbreite an Rechtsgebieten umfasst. Zum Immobilien-, Arbeits-, Lebensmittel-, Marken- und Wettbewerbsrecht kommen durch Lieferservice und Bestell-Apps immer stärker auch IT- und Datenschutzrecht hinzu. Damit Juristen nicht isoliert vom Alltagsgeschäft arbeiten, durchlaufen sie wichtige operative Stationen – und stehen auch mal in einer Filiale am Burgergrill, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, worauf es in der Praxis ihrer Inhouse-Mandanten ankommt.

Ganz persönliche Förderung. Für langfristige Zufriedenheit der angestellten Anwälte greift das Unternehmen zu fachlichen Weiterbildungen und unterstützt Fachanwaltskurse etwa im Immobilien- oder Arbeitsrecht. Um den Werdegang noch persönlicher zu gestalten, hat McDonald’s 2019 ein neues Mitarbeiterentwicklungsprogramm eingeführt. Bereits drei Juristen nehmen aktuell an den fachlichen und Soft-Skills-Weiterbildungen teil. Der Inhalt kann höchst unterschiedlich sein, so absolviert eine Juristin aktuell die Ausbildung zum Chief Compliance Officer, andere nehmen an Führungskräftetrainings teil. Da ist es kein Wunder, dass die McDonald’s-Juristen in der azur-Associate-Umfrage überdurchschnittliche Noten für die Weiterbildungsangebote verteilen. Kritischer sehen sie die Kommunikation und die Karrieremöglichkeiten. Eine Umfrageteilnehmerin fasst zusammen, was fehlt: „Klare Kommunikation, wie und in welchem Zeitraum man eine Beförderung erreichen kann – mehr Transparenz bitte.“

Empfindliches Thema: Gehalt. Die McDonald’s-Juristen sind laut azur-Umfrage mit ihrem Gehalt unzufriedener als ihre Kollegen in anderen Unternehmen im Durchschnitt. Das Einstiegsgehalt von etwa 60.000 Euro bewegt sich zwar durchaus im üblichen Rahmen dessen, was vergleichbare Unternehmen Berufseinsteigern bezahlen, doch im Vergleich zu anderen großen Konzernen und erst recht zu den Kanzleigehältern ist das wenig. Für Unmut sorgt darum auch die Arbeitsbelastung: Zwar arbeiten die McDonald’s-Juristen laut azur-Umfrage durchschnittlich gut 40 Stunden pro Woche, rund fünf Stunden weniger als der übliche Inhouse-Durchschnitt, trotzdem empfinden sie ihre Arbeitslast als hoch. Mit flexiblen Arbeitszeiten, Homeoffice-Angeboten und neuerdings auch einem extra Urlaubstag am Geburtstag will McDonald’s für Ausgleich sorgen. Das scheint zu klappen – für die Work-Life-Balance geben die McDonald’s-Juristen in der azur-Umfrage gute Noten.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020 (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.