azur100
04.03.2021 | Autor/in: Johanna Heidrich
Themen in diesem Artikel:

Lutz Abel – Top-Arbeitgeber in Bayern

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Die Kanzlei auf einen Blick

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 10 bis 20

Referendarplätze 2021: 20               Praktikumsplätze 2021: 25

Standorte in Deutschland: Berlin, Hamburg, München und Stuttgart

Internationale Präsenz: Die Kanzlei ist Mitglied im weltweiten Netzwerk GGI Geneva Group International.

Anwälte in Deutschland: 17 Vollpartner, 23 Non-Equity-Partner, 35 Associates und 2 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 29,9 %

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 14 Euro/h (vor dem 1. Examen), 17 Euro/h (nach dem 1. Examen), 20 Euro/h (nach dem 2. Examen)

Referendare: 600 Euro/Wochenarbeitstag; max. 1.800 Euro/Monat

Associates

1. Jahr: 75.000 bis 85.000 Euro plus Bonus ca. 10.000 Euro

2. Jahr: 80.000 bis 90.000 Euro plus Bonus ca. 20.000 Euro

3. Jahr: 85.000 bis 95.000 Euro plus Bonus ca. 30.000 Euro

Über den Arbeitgeber

Viel zu bieten für Referendare. Das Münchner Stammhaus von Lutz Abel ist nach wie vor der größte Standort der mittlerweile bundesweit aktiven Einheit. Die Mittelstandskanzlei ist auf Immobilien- und Baurecht sowie Venture Capital spezialisiert. Sie engagiert sich vergleichsweise intensiv in der Nachwuchsausbildung und stellt jedem Referendar einen Associate als Paten zur Seite. Dieser stellt einen Plan für das Referendariat auf, hilft bei Fragen und gibt regelmäßig Feedback. Auch die Weiterbildungsmodule, die Lutz Abel ihren Associates in Kooperation mit Bucerius anbietet, stehen den Referendaren offen. Zudem bieten Partner der Kanzlei, die selbst als Prüfer tätig sind, Schulungen zur Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen an. Das kommt gut an: Ein ehemaliger Referendar hebt in der azur-Bewerberumfrage neben der „sehr guten Einbindung in verschiedene Tätigkeiten und Rechtsgebiete“ hervor, dass die Kanzlei „viele examensrelevante Aufgaben mit einem hohen Lerneffekt“ anbietet. Ein Praktikant lobt „den guten Einblick in mehrere Fälle“ und die „gute Arbeitsatmosphäre“.

Lust auf Verantwortung. Mit dem hohen Maß an Verantwortung, das von ihnen erwartet wird, zeigen sich die jungen Lutz Abel-Anwälte sehr zufrieden. So lobt etwa ein Associate in der azur-Umfrage den „leichten Einstieg in neue Mandate, die gerne an jüngere Anwälte zur eigenverantwortlichen Bearbeitung weitergegeben werden“. Ein anderer Associate hebt die „fachliche Kontrolle der Arbeit durch den Vorgesetzten“ hervor, die „mit Augenmaß“ erfolge. Neben der Mandatsarbeit können sich die Lutz Abel-Associates auch unternehmerisch einbringen, indem sie zum Beispiel Verantwortung für Referendare übernehmen. Dieses Engagement ist ein wichtiges Kriterium auf dem Weg zur Salary-Partnerschaft, der einzigen Zwischenstufe zwischen dem Associate- und Vollpartnerstatus.

Moderate Arbeitsbelastung. Nachdem die Wochenarbeitszeit im Vorjahr noch unter dem Marktdurchschnitt gelegen hatte, hatten die Lutz Abel-Associates zuletzt mehr zu tun: Mit etwas über 53 Stunden arbeiten sie laut azur-Umfrage rund eine Stunde länger als der Durchschnitt ihrer Kollegen in anderen Kanzleien. Dennoch sind die Associates insgesamt recht zufrieden mit ihrem Arbeitgeber und vergeben für Arbeitsbelastung und Work-Life-Balance sogar leicht überdurchschnittliche Noten. Bei ihnen kommt gut an, „dass weder an den Wochenenden noch spät abends gearbeitet werden muss“. Mit ihrem Gehalt sind die Associates allerdings nicht glücklich und vergeben dafür schlechte Noten.

Männer haben das Sagen. Die Vereinbarkeit von Karriere und Familie honorieren die Associates wiederum mit leicht überdurchschnittlichen Noten. Während einige Umfrageteilnehmer die „flexiblen Arbeitszeit­modelle“ und Homeoffice-Möglichkeiten loben, wünschen sich andere „mehr Akzeptanz für die Arbeit von zu Hause. „Leider gibt es keine klare Linie. Teils wird es akzeptiert, teils fehlt das Vertrauen“, schreibt einer von ihnen. Das Angebot, in Teilzeit zu arbeiten, nehmen einige Salary-Partnerinnen in Anspruch. Auf höchster Ebene sucht man Frauen nach wie vor vergeblich: Die Vollpartnerriege besteht bei Lutz Abel ausschließlich aus Männern.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.