azur100
04.03.2021 | Autor/in: Eva Lienemann
Themen in diesem Artikel:

Lupp + Partner – Top-Arbeitgeber in Corporate

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Die Kanzlei auf einen Blick

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 8 bis 10

Neueinstellungen weitere Juristen 2021 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 2 bis 3

Referendarplätze 2021: 8 Praktikumsplätze 2021: 7

Standorte in Deutschland: Hamburg, München und Frankfurt

Internationale Präsenz: Die Kanzlei arbeitet an etlichen internationalen Mandaten, hat aber keine eigenen Auslandsbüros oder offizielle Partnerkanzleien.

Anwälte in Deutschland: 7 Vollpartner, 2 Non-Equity-Partner, 4 Counsel und 12 Associates

Frauenanteil Anwälte: 32 %

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 2 (2 Frauen)

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 450 Euro/Wochenarbeitstag (vor dem 1. Examen), 600 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen)

Referendare: 600 Euro/Wochenarbeitstag; max. 3.000 Euro/Monat

Associates

1. Jahr: 100.000 Euro

2. Jahr: 105.000 bis 110.000 Euro

3. Jahr: 115.000 bis 120.000 Euro

Weitere Juristen im 1. Jahr (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 45.000 bis 55.000 Euro plus Bonus bis 5.000 Euro

Über den Arbeitgeber

M&A im Blut. Bei der 2015 gegründeten Kanzlei Lupp + Partner dreht sich alles um Transaktionen: Die Teams in München, Hamburg und neuerdings Frankfurt beraten sowohl Firmen bei Zukäufen als auch Finanzinvestoren, die Anteile an Start-ups kaufen. Die Stimmung innerhalb der Associate-Mannschaft ist gut: So loben die Teilnehmer in der azur-Umfrage das „außergewöhnlich sympathische Team“ und sind besonders zufrieden, was Anspruch ihrer Arbeit und Karriereaussichten angeht.

Mitten drin im Geschäft. Trotz ihrer überschaubaren Größe bildet die Kanzlei regelmäßig einige Studenten und Referendare aus. Beide Gruppen haben einen Mentor und werden schnell in die Mandatsarbeit einbezogen – ein klares Training on the Job –, und die Associates bescheinigen in der azur-Umfrage die „große Praxisnähe“. Sowohl Praktikanten als auch Referendare nehmen an allen Besprechungen und Beurkundungen teil und lernen so aus der Nähe, wie eine Transaktion abläuft.

Viel Verantwortung von Anfang an. Auch für Associates fehlt ein strukturiertes Ausbildungsprogramm – das ist auch der Größe der Kanzlei ­geschuldet, aber dennoch ein Umstand, den die Teilnehmer in der azur-Umfrage bemängeln. Nach Kanzleiangaben ist ein Curriculum in Arbeit. Dafür hat sich Lupp einiges in Sachen Karriereförderung einfallen lassen. Seit Anfang 2020 nutzt die Kanzlei ein Business-Development-Programm: Ab dem ersten Berufsjahr dürfen die Associates ihren Account – ein bestehender oder zukünftiger Mandant – managen und behalten alle Akquisetätigkeiten im Blick, sind in die Vorbereitung von Pitches und die Abrechnung eingebunden und koordinieren diese. Denn wer bei Lupp einsteigt, sollte auch Partner werden wollen: Die Kanzlei verfolgt ein Up-or-out-Prinzip; der Counsel-Status ist ganz klar nur eine Durchgangsstation. Dass Associates so konsequent auf ihre Rolle als Partner vorbereitet werden, findet man selten. Das beschert der Kanzlei überdurchschnittlich gute Noten für die Aussicht auf die Partnerschaft.

Arbeit ist das halbe Leben. Arbeitstage im Transaktionsgeschäft sind oft lang und schlecht planbar. Dieses Prinzip kann auch Lupp nicht aushebeln, ermöglicht ihren Associates aber dennoch ein Leben fernab der Deals. Mit rund 51 Wochenstunden liegen die Lupp-Associates laut azur-Umfrage ganz leicht unter dem derzeit üblichen Durchschnitt und ein ganzes Stück unter denen der US-Kanzleien mit Transaktionsfokus. Zwei Tage Homeoffice die Woche sind und bleiben seit Ausbruch der Corona-Krise etabliert – das honorieren die Teilnehmer der azur-Umfrage. Die Chancengleichheit für Männer und Frauen benoten sie ebenfalls überdurchschnittlich gut. In Zahlen schlägt sich das bisher aber nicht nieder, sie zeigen vielmehr das übliche Bild: Lupp beschäftigt etwa ein Drittel Anwältinnen – vorwiegend auf Berufseinsteigerebene. In der Partnerriege gibt es bislang nur eine Frau, die zum Gründungsteam ­gehört. 2021 ernannte Lupp zwei Männer zu Partnern.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.