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08.02.2021 | Autor/in: Michael Forst

Lern-App: Jura spielend leicht gemacht

Das Coronavirus hat den Studienalltag stark verändert. Für den Education-Tech-Markt wirkt die Pandemie hingegen wie ein Katalysator, Lern-Apps sind gefragter denn je. Eine dieser Apps ist Jurafuchs. Mit ihr lernt es sich bis zum zweiten Examen. Die erste juristische Fakultät hat bereits eine Campus-Lizenz erworben.

Die Jurafuchs-Gründer: Carl-Wendelin Neubert, Steffen Schebesta und Christian Leupold-Wendling (v. l.)

Die Jurafuchs-Gründer: Carl-Wendelin Neubert, Steffen Schebesta und Christian Leupold-Wendling (v. l.)

Microlearning, so nennt sich der Ansatz, mit dem Jurafuchs den Studierenden die Inhalte nahebringt. Dazu nutzt sie einzelne Fälle, von denen viele auch als Klassiker aus der Vorlesung bekannt sind, etwa die Trierer Weinversteigerung. Spielerische Elemente und Illustrationen motivieren die Nutzer zum Lernen. An jeden Sachverhalt schließen sich Fragen an, auf die es nur zwei Antworten gibt: ‚Stimmt‘ oder ‚Stimmt nicht‘. Wird die Frage beantwortet, erhält der Nutzer einen Vorschlag für eine Definition sowie Subsumtion für den Gutachtenstil in der Klausur. Daneben gibt es Vertiefungswissen und Fundstellen aus Literatur und Rechtsprechung.

Lerninhalte kurz und knackig

„Kein Sachverhalt ist länger als 280 Zeichen – so lang wie ein Tweet“, beschreibt Christian Leupold-Wendling (37) das Konzept. Zusammen mit Dr. Carl-Wendelin Neubert (35) und Steffen Schebesta (36) gründete er im Jahr 2018 das Unternehmen Go Legal, das hinter der App steht. „Die Inhalte sind nicht Jura light, sondern auf Examensniveau“, sagt Leupold-Wendling. Denn die App begleitet angehende Juristen durch das ganze Studium, vom ersten Semester bis zum zweiten Staatsexamen.

Aus der Not heraus

Leupold-Wendling und Neubert haben gemeinsam in Freiburg Rechtswissenschaften studiert. Ein LL.M.-Studium und eine Promotion, sowie berufliche Stationen in Großkanzleien haben sie hinter sich. Auf die Idee für Jurafuchs kam Leupold-Wendling allerdings schon, als er sich selbst auf den Verbesserungsversuch seines Examens vorbereitete: „Ich wusste nicht, wo meine Lücken sind.“ Er suchte nach einem Programm, das den Stoff abfragt und ihm sagt, was bereits sitzt und was noch gelernt oder vertieft werden muss. Was mit einer Internetseite startete, ist heute eine App, die schon mehr als 150.000 Nutzer heruntergeladen haben.

Boom durch Corona

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatten die Gründer der Hälfte aller juristischen Fakultäten in Deutschland für drei Monate eine kostenlose Campus-Lizenz zur Verfügung gestellt. In Jena können die Studierenden nun das Programm dauerhaft nutzen. Denn als erste deutsche Fakultät hat die aus Jena eine Campus-Lizenz erworben. Gespräche mit weiteren Universitäten laufen. In einer Finanzierungsrunde konnte das Unternehmen nun frisches Geld sammeln, um den Ausbau weiter voranzutreiben.